Gesundheitsprogramm in der Nachbarschaft

Er ist der Inbegriff eines attraktiven Arbeitgebers:
Seit Mitte März gibt es auf dem Sick-Campus in Waldkirch ein Familien und Gesundheitszentrum, auch die Physiotherapie-Praxis „Körperwerk“ bietet dort Behandlungen an.

Von Katharina Müller

 

„Es gibt niemanden, der uns nicht braucht“, ist Armin Brucker überzeugt und lacht während er das sagt. Der 47-Jährige macht gerne Scherze, auch wenn es um das ernste Thema Gesundheit und körperliche Fitness geht. Er betont: „Fast jeder Mensch hat heutzutage irgendwo Probleme. An manchen Tagen mag es Kopfweh sein, viele meiner Kunden klagen über Rücken- oder Schulterschmerzen und Nackenverspannung“, meist sei die einseitige Haltung der Grund dafür. Begegnen könnte man all dem recht leicht, mit gezielten Anwendungen und Übungen.

Armin Brucker weiß, wovon er spricht, denn er ist Physiotherapeut und Gründer von Körperwerk mit inzwischen 10 Standorten in Deutschland, auch in Freiburg und Emmendingen. Seit April ist er mit seiner Praxis auch auf dem Sick-Campus vertreten, das Familienunternehmen fertigt Sensoren und Sensorlösungen für industrielle Anwendungen und hat seinen Stammsitz in Waldkirch. Hier sind die Gesundheitskurse für die Mitarbeiter kostenfrei, „die müssen bloß hier herüberlaufen“, so Brucker. Es gibt einen Online- Trainingsplan, aber auch Beratung vor Ort, das können sportliche Übungen und gezielte Anwendungen aufgrund ärztlicher Überweisungen sein.

Beim Blick aus dem Fenster der Behandlungsräume sieht man Baumkronen, Blätter, Grün, aber es sieht auch noch ein bisschen nach Baustelle aus: Mitte März wurden die 1.200 Quadratmeter für das Familien- und Gesundheitszentrum offiziell eröffnet, innerhalb von zehn Monaten baute die Sick AG mit Generalunternehmer Ganter Interieur (Seite 26); die Investitionssumme inklusive Einrichtung lag bei knapp vier Millionen Euro.

Die Idee, sich auf dem Sick-Campus anzusiedeln, hatte Armin Brucker allerdings selbst. Sick fand das Angebot von ihm passend, gemeinsam entwickelten sie das Gesamtkonzept: Prophylaxe durch Training und gezielte Physiotherapie. Für Sick seien „gesunde Mitarbeiter das Fundament“, so formulierte es Martin Krämer, Personalvorstand von Sick, auch wenn es bereits Gesundheits-Programme, Rückenbehandlungen oder Yoga gab, bevor das Gesundheitszentrum gebaut wurde, nun seien allerdings auch „kompetente Partner“ mit im Boot.

Es gibt vier Behandlungsräume, einen Trainings- und einen Kursraum sowie Um-kleiden und Duschen und einen hellen Empfangsbereich; bis zu sechs Mitarbeiter können hier in Zukunft arbeiten, so Brucker. Für Sick und seine Mitarbeiter bedeutet das im besten Fall eine enorme Effizienz und Zeitersparnis, sagt auch Armin Brucker. „Die haben nun die Flexibilität, können direkt in der Nachbarschaft Termine machen, Behandlungen wahrnehmen und danach zurück an ihren Arbeitsplatz gehen.“