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Visionäre von morgen

  • 4. Februar 2026
Jugend forscht
Die beiden Auszubildenden von Vega Grieshaber in Schiltach, Niklas Götz und Matteo Uhl, haben beim Regionalentscheid von „Jugend forscht“ 2025 mit ihrem intelligenten Fluchtleitsystem den zweiten Platz belegt.
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Vom Sensorenspezialisten Sick kamen zuletzt wenig gute Nachrichten, weil das Waldkircher Unternehmen Stellen abbauen muss. Anfang 2026 gibt es dennoch Grund zu feiern: Zum 25. Mal richtet Sick als Patenunternehmen den Regionalwettbewerb des bundesweiten Preises „Jugend forscht“ in Südbaden aus.

Text: Kathrin Ermert

Es begann vor mehr als sechzig Jahren mit der Idee eines Hamburger Verlegers und entwickelte sich zum erfolgreichsten Nachwuchswettbewerb Deutschlands. 1965 hatte „Stern“-Chef Henri Nannen den Wettbewerb „Jugend forscht“ gestartet. Ziel damals wie heute ist es, Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, Talente zu finden und zu fördern. An der Premiere beteiligten sich damals rund 250 Schülerinnen und Schüler. Für die 61. Wettbewerbsrunde in diesem Jahr haben sich mehr als 11.000 junge Leute mit über 6000 Projekten angemeldet.

Die jungen Forschenden treten in den zwei Altersstufen „Jugend forscht“ (15 bis 21 Jahre) und „Jugend forscht junior“ (4. Klasse bis 14 Jahre) gegeneinander an – zunächst regional, dann auf Landesebene und schließlich im Bundesfinale. Für die nächste Wettbewerbsebene qualifizieren sich jeweils die Besten in den sieben Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik sowie Technik. Der südbadische Entscheid ist einer von bundesweit mehr als 100 Regionalwettbewerben. Ihn veranstaltet am 26. und 27. Februar zum 25. Mal die Firma Sick aus Waldkirch.

2002 hatte der Sensorhersteller die Patenschaft von Pfizer Freiburg beziehungsweise deren Vorgängerfirma Gödecke übernommen. Austragungsort war damals das Bürgerhaus im Freiburger Seepark. 2004 zog die Veranstaltung in die Neue Messe, und Sick konnte die ersten Sponsoren gewinnen, die den Wettbewerb unterstützen. Seither ist die südbadische „Jugend-forscht“-Runde stetig gewachsen. 2019 zählte sie erstmals mehr als 100 Projekte und im bisherigen Rekordjahr 2025 über 200 Teilnehmende. Mehr als 50 Unternehmen und Organisationen engagieren sich als Sponsoren. Der Regionalwettbewerb Südbaden ist damit der größte in Baden-Württemberg.

„ Viele, die dabei waren, kommen im nächsten Jahr
wieder, weil es cool war.“ — Sandra Winterhalter

Wegen der vielen Teilnehmenden, die teilweise von weither anreisen und ein oder zwei Mal in der Jugendherberge übernachten, dauert er zwei Tage. Die Jury braucht allein einen Tag, um alle Projekte in Augenschein zu nehmen. Erst danach kann die Ausstellung für die Öffentlichkeit öffnen. Außer den Forschenden kommen rund tausend Kids als Gäste mit Bussen zur Veranstaltung. Entsprechend viele Kontakte haben die Sponsorenfirmen. „Es ist eine zielgerichtete Berufsstartmesse“, sagt Philipp Burger. Der 39-Jährige nahm 2005 selbst zusammen mit zwei Sick-Azubikollegen an „Jugend forscht“ teil, sie gewannen mit ihrem Liquid Control System den Regional- und Landesentscheid. Später war Burger mehrere Jahre Jurymitglied, und seit acht Jahren gehört er in seiner Funktion als Ausbildungsleiter von Sick zum Organisationsteam des Regionalwettbewerbs.

Außer ihm ist Sick-Ausbilderin Sandra Winterhalter fest dabei. Auch die 43-Jährige verbindet eine lange Geschichte mit dem Wettbewerb. Als Auszubildende beim Pharmaunternehmen Gödecke, das seit 2000 zum Pfizer-Konzern gehört, organisierte sie bereits den Regionalentscheid. Seit sie bei Sick ist, tut sie das wieder – jedes Jahr mit zwei Auszubildenden, die von Oktober bis Februar zum Organisationsteam gehören. An den beiden Veranstaltungstagen sind außerdem insgesamt rund fünfzig Azubis vor Ort und helfen. „Unsere Veranstaltung hat Eventcharakter“, sagt Sandra Winterhalter. „Viele, die dabei waren, kommen im nächsten Jahr wieder, weil es cool war.“ Die Wettbewerbsleiterin und Lehrerin Benita Eberhardt-Lange kümmert sich um den inhaltlichen Teil des Wettbewerbs, vor allem um die 45-köpfige Jury. Sick ist für den organisatorischen und finanziellen Part zuständig.

Als langjähriges Patenunternehmen trotzen die Waldkircher einem Trend: Immer mehr Firmen ziehen sich zurück – beispielsweise Bosch nach 30 Jahren. Seit 2022 richtet nicht mehr der schwäbische Technologiekonzern den baden-württembergischen Landesentscheid aus, sondern die zur Schwarz-Gruppe gehörende Experimenta gGmbH aus Heilbronn. Warum engagiert sich Sick aller aktuellen Widrigkeiten zum Trotz weiter für „Jugend forscht“? „Ganz einfach“, antwortet Sandra Winterhalter: „Wir glauben an die Kraft von Neugier und Innovation. Junge Menschen, die experimentieren, forschen und ihre Ideen präsentieren, sind die Fachkräfte und Visionäre von morgen, die wir und unsere „Jugend forscht‘-Sponsoren dringend brauchen.“

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