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VdU: Wanddesignerin Marina Schubert

  • 7. April 2020
Dreifache Mutter und Selbständiig: Marina Schubert kann Zeitmanagement. (Foto: Alex Dietrich)
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Marina Schubert hat sich als Unternehmerin auf Wanddesign spezialisiert und damit Erfolg. In ihrer Rolle als Unternehmerin und Mutter stößt sie dabei manchmal auf wenig moderne Sichtweisen.

VON DANIEL RUDA

Ein paar Meter Betonoptik, ein paar Meter Rost-Style, ein paar Patina-Effekte. Schon der langgezogene Gang auf der ersten Etage des Emmendinger Businessparks F9 verrät, um was es hier geht: Wanddesign. Im Showroom der Firma Schubert wird dann die ganze Palette aufgefächert. Stein-Styles, Patina-Effekte, Edelmetall-Beschichtungen, alles kombiniert mit passenden Möbeln, die zum Teil wie die Wände ebenfalls beschichtet sind. In der Mitte des Raums steht ein schwerer Holztisch. Die Leichtigkeit versprühende Unternehmerin Marina Schubert empfängt zum Gespräch.

Seit 14 Jahren berät sie vor allem Modemarken, Einzelhändler und deren Innenarchitekten dabei, wie ihre minimum vier Wände – und das ein oder andere Möbel darin – möglichst stylish aussehen können. Sei es im Industrial Style oder auf Vintage gepolt, die zwei beliebtesten Varianten im Ladenbau. Edelmetallbeschichtungen laufen auch noch gut, erzählt die 45-Jährige, die nicht nur über das ästhetische Wunschergebnis der beschichteten Oberflächen („Wir haben über 600 Designs“), sondern auch über die handwerkliche Seite der ganzen Sache bis ins Detail referiert.

Kalk, Lehm, Mineralwerkstoffe und wie was verwendet und vermischt wird, welche Verfahren in der eigenen Werkstatt entwickelt worden sind. „Wir arbeiten nur mit echten Materialien, mit denen wir die Wände dann beschichten“, betont Schubert. Wenn Kunden zum Beispiel eine Wand mit Rost-Optik wollen, dann ist auch Rost dran.

Bekannte Modelabels als Kunden im Ladenbau

Sechs Angestellte, darunter Maler, Stuckateur und Trockenbauer gehören zur kleinen Firma, die Schubert 2006 als Ein-Frau-Unternehmen gestartet hat. Rund fünf Jahre hat es gedauert,  dann hatte sie sich etabliert. 2010 stieg ihr Lebensgefährte Daniel Herold in das Geschäft mit ein. Er ist seither für die handwerkliche Seite und die Arbeit auf den Baustellen zuständig. Dort arbeitet er mit zwei gehörlosen Kollegen, kommuniziert wird vor allem in Gebärdensprache. „Arbeitgeber sollten mehr Menschen mit Behinderungen einstellen“, rät Schubert, diese leisten tolle Arbeit. Das werde nie thematisiert, wenn von Fachkräftemangel die Rede ist.

Neben dem Hauptbereich Ladenbau kommen Aufträge aus dem Hotel- und Gastronomiebereich. Das Schubert-Team ist ständig auf Montage, vor allem in ganz Deutschland und in Frankreich. Auch in Österreich, Holland oder Schweden gab es schon Projekte. Die Referenzliste ist lang, im Ladenbau war die Emmendinger Firma schon für viele bekannte Modelabels im Einsatz. Da die Kunden Verschwiegenheit wünschen, bittet sie darum, die Markennamen von großen deutschen Sportartikelherstellern oder französischen Luxusmodelabels nicht zu nennen, deren Wände in manchen Flagshipstores von Schubert aus Emmendingen stammen.

Private Kunden gibt es noch relativ wenige. „Das ist schade, denn die eigenen vier Wände sind doch die wichtigsten“, sagt die Ukrainerin, die mit Anfang Zwanzig Mitte der Neunziger aus Odessa nach Deutschland gekommen ist. Eigentlich wollte sie damals studieren. Es entwickelte sich dann so, dass Schubert zunächst eine Ausbildung als Einzelhandelskauffrau machte, während sie die deutsche Sprache lernte. Gleichzeitig wuchs ihre Begeisterung für das Thema Interior Design und die dafür verwendeten Materialien immer mehr. Nach einem BWL-Studium, das sie an einer Abendschule absolvierte, entschloss sie sich im Jahr 2006, sich in diesem Feld einfach selbständig zu machen.

„Das ging schnell“, sagt Schubert pragmatisch zum Schritt in die Selbständigkeit, den sie als Mutter von zwei Töchten  machte, die damals fünf und zwei Jahre alt waren. Es scheint, als hätte sie dafür nicht unendlich viel Mut zusammenkratzen müssen, Schubert ist selbstbewusst genug für Herausforderungen. Fleiß ist ihr ohnehin eigen, „wenn man was will, dann schafft man es auch“.

„Auf Elternabenden bin ich mir schon oft wie eine Außerirdische vorgekommen.“

Marina Schubert über ihre Erfahrunngen als selbständig arbeitende mutter

Heute hat sie drei Töchter, zwischen sieben und 19 Jahre sind sie alt. Auf die Frage, was in ihrer Zeit als Unternehmerin die größten Hürden waren, antwortet sie nicht etwa mit der Schwierigkeit, wie die Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen sind, sondern mit dem Stigma, das sie gefühlt verpasst bekam, weil sie sich nicht ausschließlich auf die Rolle als Mutter konzentrierte. Direkt gesagt bekommen habe sie das nie, aber „auf Elternabenden bin ich mir schon oft wie eine Außerirdische vorgekommen“.

Das alte Rollenbild sei in vielen Köpfen eben noch da und werde natürlich auch immer mal wieder innerhalb des Verbands deutscher Unternehmerinnen (VdU) thematisiert, in dem Schubert seit Anfang vergangenen Jahres Mitglied ist. „Der VdU tut mir gut“, sagt sie.

Miteinander, locker, politisch, lautet ihre Kurzcharakteristika des Verbands. Miteinander, weil sich hier von der Frau mit kleiner Firma bis zur Chefin eines großen Unternehmens alle auf einer verbindenden Ebene begegnen und wertschätzen. „Egal um was es geht, man wird hier mit seinen Anliegen ernst genommen.“ Locker, weil es keine Verpflichtungen gebe. Und politisch, „weil hier viele Unternehmerinnen neben ihrer Arbeit und ihrem Privatleben noch wichtige politische Arbeit für die Stellung der Frau in der Arbeitswelt leisten“.

Kunden ganzheitlich zu beraten und sie dabei quasi in den Arm zu nehmen, das ist die Art und Weise, wie Marina Schubert ihre Arbeit und ihr Angebot versteht. „Und genauso ist es auch beim VdU.

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