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  • Krise 06/2020
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Tesa: In der Krise wird geklebt

  • 23. Juni 2020
Produktion der Warnklebebänder in Offenburg. (Foto: tesa SE)
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Die Warnklebebänder, die den notwendigen Mindestabstand  von 1,5 Metern zu anderen Personen markieren, kommen von  Tesa aus Offenburg. Das Auftragsvolumen dieser sogenannten  Social Distancing Tapes hat sich seit der Corona-Pandemie  um das Dreifache gesteigert. Die Nachfrage an Klebematerial für  die Automobilindustrie ist dagegen rückläufig.    

VON CHRISTINE WEIS  

 Das Offenburger Werk mit rund 450 Mitarbeitern ist der  weltweit größte Produktionsstandort von Tesa. Hier  und am Standort Concagno in Norditalien werden die  momentan allgegenwärtigen bunten Bodenmarkierungen produziert.  Die Offenburger stellen jährlich insgesamt rund 250  Millionen Quadratmeter Klebeband her. Unter den 2000 Produkten  finden sich Tesafilm, Tesakrepp oder Tesa Powerstrips in  vielen Haushalten und Schreibtischschubladen. Etwa drei Viertel  des Tesa-Sortiments richten sich aber an Industriekunden,  vor allem aus den Bereichen Automobil und Elektronik. 

In der Krise wird geklebt: Egal, ob im Krankenhaus, beim  Bäcker, an der Supermarktkasse oder im Schulhof – schwarzgelbe  und rot-weiße Warnklebebänder helfen, die Abstandsregeln  einzuhalten. Um die gesteigerte Nachfrage zu bedienen,  wurden bei Tesa über die Osterfeiertage kurzfristige Zusatzschichten  gefahren. Das Auftragsvolumen hat sich in diesem  Bereich auf das Dreifache des Bedarfs in „normalen“ Zeiten  gesteigert. Dennoch gibt es keine Engpässe und alle Kunden  können bedient werden. Ob der Bedarf weiterhin stabil bleibt,  dazu will man bei Tesa keine Prognosen abgeben. In Arztpraxen,  Kliniken und Handelsgeschäften sind die entsprechenden  Zonen inzwischen allerorten markiert. 

Produktion an Warnklebebändern verdreifacht

Auch im Consumer-Bereich verzeichnet Tesa einen höheren  Absatz. Denn viele Menschen haben den Lockdown zum  Renovieren und Reparieren genutzt. „Hier profitiert Tesa  davon, dass die meisten Baumärkte in den vergangenen  Wochen geöffnet hatten und sich Heimwerker mit den benötigten  Materialien eindecken konnten“, sagt Pressesprecher  Gunnar von der Geest. 

Eine gegenteilige Entwicklung zeigt sich bei den Produkten  für die Automobilindustrie. „Aufgrund des Nachfragerückgangs  seitens der Automobilindustrie haben wir uns deshalb  entscheiden, ab Ende Mai in ausgewählten Bereichen in Kurzarbeit  zu gehen“, sagt Holger Rauth, Leiter des Tesa Werks  Offenburg. Dennoch bilanziert er insgesamt positiv: „Das Tesa  Werk Offenburg hat die Corona-Krise bisher sehr gut gemeistert.  Wir haben vorausschauend und früh Infektionsschutzmaßnahmen  ergriffen. Die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen  und Mitarbeiter sowie der Kunden und Lieferanten  genießt oberste Priorität. Darüber hinaus haben wir gleich zu  Beginn der Pandemie unsere Produktion hochgefahren, um  im Fall von Corona-bedingten Störungen in der Lieferkette  die weltweiten Tesa-Kunden zuverlässig und pünktlich beliefern  zu können. Neben dem Schutz der Gesundheit liegt unser  Fokus auf der Arbeitsplatzsicherung.“ 

Und Tesa zeigt Solidarität in der Krise: Der internationale Klebeband-  Experte, der 2019 einen Umsatz von rund 1,379 Milliarden  Euro verzeichnete und zum Beiersdorf-Konzern gehört,  spendet 100 Kilometer Warnklebebänder an 30 Corona-Kliniken.  „Noch vor sechs Wochen hätte ich nicht für möglich  gehalten, dass unsere Tesabänder diesen hohen Stellenwert im  öffentlichen Leben bekommen würden“, sagte Vorstandsvorsitzender  Norman Goldberg in einer Pressemeldung Anfang  April. Das Werk in Offenburg hilft zudem auf lokaler Ebene  und hat seinen Nachbarn vom Arbeiter-Samariter-Bund  Schutzhandschuhe überlassen.   

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