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VdU: Sarah Bronner- Müller vom Gartencenter Müller in Schallstadt

  • 3. September 2020
Als Kind Sträußchen gebunden, als Teenie im Verkauf geholfen, heute Geschäftsführerin: Sarah Bronner-Müllers Vita im Familienbetrieb. (Foto: A. Dietrich)
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Trotz Lockdown ging das Geschäft weiter. Sarah Bronner- Müller, Geschäftsführerin des Gartencenters Müller in Schallstadt, hatte mit ihrem Familienunternehmen Glück im Unglück. Über eine Unternehmerin, der es wichtig ist, Halt zu geben. 

VON DANIEL RUDA 

Dass ein Gespräch früher oder später auf das Thema Corona zusteuert, ist im sechsten Monat nach Beginn der Pandemie noch immer Standard. Auch mit Sarah Bronner-Müller ist das so, die 33-Jährige ist Geschäftsführerin des Gartencenters Müller in Schallstadt. Ein traditioneller mittelständischer Familienbetrieb mit rund 30 Angestellten. Und ein systemrelevanter Ort dazu.

Als im März überall Ladenschließungen verfügt wurden, durfte das Familienunternehmen an der B3 genau wie etwa Baumärkte öffnen, und wurde so in der bizarren Situation des Lockdowns zu einer wichtigen Adresse für viele. Auf 4000 Quadratmetern werden hier Blumen, Dünger, Setzlinge, Saatgut und was es sonst noch so in Gärten und auf Balkonen braucht, verkauft. Deko und Geschenkartikel kommen dazu. 

„Die Menschen wollten unbedingt ihr Zuhause mit Blumen und Pflanzen herrichten und verschönern, das haben wir nach zwei zaghaften Wochen richtig gespürt“, sagt die Geschäftsführerin über den Kundenzulauf in der Krise.

Von Blumen und Systemrelevanz

Die anfängliche geschäftliche Unsicherheit war dementsprechend bald verflogen, weil März, April und Mai, die wichtigsten Monate des Jahres, doch noch gute Umsätze brachten. Die 200.000 kleinen Pflanzen waren in den Monaten zuvor also nicht umsonst hochgezogen worden. „Für mich als Unternehmerin war es auch wichtig, in dieser unsicheren Zeit unseren über 30 Mitarbeiterinnen einen gewissen Halt geben zu können“, während sonst allerorts Kurzarbeit angeordnet werden musste.

Wie das in einem klassischen mittelständischen Familienunternehmen oft der Fall ist, kennen vieler dieser Angestellten die Geschäftsführerin schon, seit diese ein kleines Mädchen war. Damals stand sie in der Gärtnerei und hat Sträuße gebunden, später als Jugendliche hat sie im Verkauf mitgearbeitet. „Es war schon recht früh klar, dass ich richtig einsteigen werde.“ Nach dem Abitur und einem dualen BWL-Studium im Handel- und Dienstleistungsmanagement ging es dann los.

„Es war schon recht früh klar, dass ich richtig einsteigen werde.“

Sarah Bronner-Müller über ihr verhältnis zum Familienunternehmen

Rund zehn Jahre ist das her, da standen die Zeichen im Familienunternehmen gerade auf Veränderung. Für die Umwandlung zu einem Gartencenter mit großem Sortiment investierten die Müllers drei Millionen Euro in einen Neubau. Das Unternehmen verdoppelte sich quasi. Damit wuchsen auch Aufgaben und Verantwortung, Vater und Gärtnermeister Peter Müller holte die Tochter vor sechs Jahren schließlich in die Geschäftsführung. „Er lässt mir freie Hand“, sagt sie über die funktionierende Zusammenarbeit.

Sarah Bronner-Müller kümmert sich im alltäglichen Geschäft um das Finanzielle, den Wareneinkauf, die Entwicklung des Gartencenters, die Mitarbeiter und das Marketing. Bruder Daniel ist für den Geschäftsbereich des Garten- und Landschaftsbaus verantwortlich, auch die Mutter hilft noch mit. Der Generationswechsel kommt langsam näher.

Bei einem Rundgang über das Areal, auf dem die Familie auch ihr Wohnhaus hat, betont die Gesch.ftsführerin immer wieder, dass die Firma den Kunden auch ein „kleines Erlebnis“ bieten will. Nicht zuletzt, weil man der Konkurrenz der großen Baumärkte etwas Eigenes entgegensetzen müsse. In Eigenregie wird gerade ein großer Kinderspielplatz gebaut, und das sogenannte Schmetterlingshaus, in dem große tropische Falter schlupfen und umherschwirren, steht wie jeden Sommer da. Auf Familienfreundlichkeit legt die Chefin Wert, sie ist selbst Mutter eines dreijährigen Jungen und erwartet in rund fünf Monaten ihr zweites Kind. Das ans Gartencenter angegliederte und verpachtete Glashaus-Restaurant Vinolivio hilft in Sachen Attraktivität auch noch. Zu hoch hängen will sie das Schlagwort „Erlebnis“ aber nicht. „Die Kunden sollen sich einfach wohlfühlen.“

Mit regelmäßigen Workshops und Kunden-Events sowie einem guten Social-Media-Auftritt soll zudem Kundenbindung hergestellt werden, das funktioniert gut. Dazu kommen noch Maßnahmen, die zur Nachhaltigkeit beitragen sollen. Sarah Bronner-Müller ist es wichtig, eine moderne Unternehmerin zu sein, auch in einer traditionellen Branche.

Von Vorbildern im VdU

Seit Anfang vergangenen Jahres ist die Hobbyläuferin Mitglied im Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU), was für sie selbst auch eine gewisse Art der Nachhaltigkeit darstellt. „Dort sind Powerfrauen dabei, die für mich auch Vorbilder sind.“

Die Eindrücke aus dem weiblichen Wirtschaftsverband mit der guten Atmosphäre helfen ihr im eigenen Tun weiter, der Austausch mit anderen Unternehmerinnen sei unheimlich wertvoll. „Offenheit, Aktualität, Weitsicht“, sind daher nicht nur Begriffe, mit denen sie den VdU umschreiben würde. Sarah Bronner-Müller versucht, sich selbst daran zu orientieren. Es ist quasi die persönliche Systemrelevanz.  

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