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  • Kultur

Akrobatik forever

  • 2. Januar 2026
Duett Complett
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Artist bis ins Rentenalter? Dass das geht, zeigen die Freiburger Thomas Schaeffert und Simon Flamm. Als Duett Complett traten sie jüngst beim Varieté am Seepark auf. Und erzählten backstage, wie sie von ihrer Kunst leben können.

Text und Fotos: Nils Theurer

13.30 Uhr. Thomas Schaeffert und Simon Flamm sind zum Seepark geradelt und treffen auf der Hinterbühne ein. Durch eine Lücke im Vorhang erreichen sie den Backstagebereich. Was nach Champagner und Plüsch klingt, ist im Bürgerhaus am Seepark eher schmucklos und gleicht einer Sporthallenumkleide. Am Tag zuvor liefen die ersten beiden Varieté-Vorstellungen. Am Ende werden es 20 Shows sein, täglich zwei. „Wenn alles läuft, reicht es, um 14 Uhr zu kommen“, sagt Simon Flamm. „Aber aufwärmen müssen wir uns immer.“

Die zwei Freiburger sind Akrobaten, Jongleure und Musiker und treten seit mehr als dreißig Jahren als Duett Complett auf. Flamm und Schaeffert zählen zu den Vintage-Artisten, beide sind über sechzig Jahre alt. Neben ihnen wärmt sich Mercedes Martín Garcia aus Argentinien auf, vielleicht zwanzig Jahre jünger. Alle sprechen sich hier mit Vorname an. Mercedes kann noch den Knotenhandstand – mit beiden Händen auf dem ausgestreckten Arm ihres Partners Pablo Raffo Durruty. Wie lange noch? Die Kraft mag bleiben, aber mit den Jahren wird das Runterkommen entscheidend, also das Landen aus den hohen Figuren.

Jetzt nur keinen Fehler an der Technik. „Unsere Jonglierkeulen leuchten abwechselnd, und der Lichtwechsel ist in jeder Keule programmiert“, stöhnt Thomas. „Gestern haben wir eine Stunde vor der Premiere aus Versehen alle Codes gelöscht.“ Noch während des Aufwärmens mussten sie neue Abläufe einspeichern. „Heute schauen wir zweimal.“ Er checkt die Akkus der Gitarrenfunkverbindungen. Den Sound ausprobieren können sie nun nicht mehr. Die ersten Gäste sind schon im Saal.

Stagemanager Dirk raunt: „Noch fünf Minuten.“ Alle neun Künstlerinnen und Künstler zeigen sich zu Beginn dem Publikum, bereits im Kostüm. Zurück von der Bühne haben die meisten frei bis zu ihrem Auftritt. Einer der ersten: die akrobatische Gitarrennummer von Duett Complett. Aus ihrer Perspektive erkennen die Artisten im Saal, dessen 322 Plätze etwa zu dreiviertel besetzt sind, keine Details. Aber sie hören Aaahs und Beifall, wenn Simon zuletzt auf Thomas Schultern steht – denn beide spielen dabei weiter ihr Gitarrenduo. Auch ein Handstand gehört zu den Nummern. „Wenigstens einmal pro Woche machen wir spezielles Handstandtraining. Auch Einarmer. Und eine Minute im Handstand stehen“, erläutert Simon die Erfolgsformel. Frei versteht sich, ohne Wand. Auf zwei parallelen, ein Meter hohen Stahlstangen und deswegen draußen. „Die Wohnung ist nicht hoch genug. Aber im Handstand wird’s einem ja nie kalt.“

Gegenseitiges Helfen steht im Vertrag

Auf ihren ersten Auftritt folgt der Cooldown in Garderobe zwei. Garderobe drei ist für Frauen reserviert, Zauberer Jay Niemi und Jade Devine logieren in Garderobe eins mit einem halben Dutzend Vögel und zwei Papageien. „Das Handstandgestell!“, ruft Thomas und zieht Simon mit hinter den Vorhang. Während Conférencier Michael Parléz am Rand der Bühne überleitet, wuchten sie im Dunkel das Stahlmonstrum auf seine Position, die mit weißem Acrylstift markiert ist. „Es steht im Vertrag, dass wir uns gegenseitig helfen“, erklärt Simon. „Wenn wir es nach Ruslans Nummer zurücktragen, ist sein mit Motor ausfahrbarer Handstand-Pin montiert, dann ist’s mir eigentlich zu schwer.“ Zauberer Jay hat Bandscheibenvorfall, Akrobat Pablo ist mittags mit den beiden Kindern beschäftigt, aber immerhin hilft er bei der Abendvorstellung schleppen.

Als Teil des Varietés am Seepark traten Flamm (rechts) und Schaeffert im November zweimal täglich auf. Der Backstagebereich im Bürgerhaus am Seepark ist wenig glamourös. Dort wärmen sich die Künstler auf und proben.

„Was war denn mit den Monitorboxen los? Ich hab gar nichts gehört.“ Thomas konnte nur ahnen, was er auf der Gitarre spielt, denn die zur Bühne gerichteten Lautsprecher, mit denen sich die Artisten selbst hören können, blieben stumm. Die Zuschauer haben das vermutlich nicht bemerkt. Für die Artisten war’s nicht lustig. Stagemanager Dirk erkundigt sich beim Tontechniker am Mischpult. Der bringt in der Pause neue Monitorlautsprecher. Auch die zweite Nummer von Thomas und Simon trifft die Gunst der Zuschauer. Dann noch einmal hinter die Bühne. Umziehen können sie sich erst nach dem Finale, bei dem alle kurze Kunststücke zeigen. Die beiden von Duett Complett stehen aufeinander und jonglieren mit sechs Ukulelen. Um 17 Uhr haben alle Artisten bis zur Abendvorstellung kurz frei.

„Das sieht nach leicht verdientem Geld aus, aber man muss für Buchungen sehr kommunikativ sein.“ — Simon Flamm

In der Pause zwischen den beiden Aufführungen berichtet Varieté-Chefin Adelheid Hetzel-Mack über die annähernd gleichen Gagen, die sie den Künstlerinnen und Künstlern bezahlt und von den Anfängen vor vierunddreißig Jahren, als ihr Partner Christoph auf der Bühne stand. Gemeinsam hatten sie damals Licht, Ton, Einlass und alle Überleitungen auf der Bühne gerockt. „Der Weihnachtszirkus Circolo und das Varieté haben heute 1,7 Millionen Euro Umsatz“, sagt sie. Die Technik übernehmen seit Jahrzehnten Dienstleister, die Künstler bucht sie aktuell eineinhalb bis zwei Jahre im Voraus. „Es gibt heute viele junge Künstlerinnen und Künstler, die die Chance haben, von diesem Beruf auch leben zu können“, sagt Adelheid Mack und fügt an: „Wenn sie täglich sechs Stunden proben: Unfertige Nummern kann der Markt nicht brauchen“.

Yoga in der Pause

Simon verbringt die meiste Zeit zwischen den zwei Shows auf der Yogamatte. Am Vormittag hat er zwei Stunden Beachvolleyball gespielt. Thomas trifft sich in der Pause mit seiner Partnerin im Seepark-Restaurant gegenüber. Sie wird sich die Abendshow ansehen. In ihren Nummern narren und lachen die beiden miteinander. „Das sieht nach leicht verdientem Geld aus, aber man muss für Buchungen sehr kommunikativ sein“, sagt Simon. Wichtig sei es, für Veranstalter präsent zu bleiben und Agenturen zu suchen, über die Engagements tatsächlich zustandekommen. „Wir haben Europa richtig gut kennengelernt durch unsere Auftritte“, erzählt er. „Ich fand das super.“ Deswegen würde er seinen drei Kindern künstlerische Berufe nie ausreden. Auch die Absicherung über die Künstlersozialkasse sei gut, dabei übernimmt der Staat die Arbeitgeberanteile zu Rente, Pflege und Krankenversicherung.

„Man muss Rücklagen bilden, aber das gilt ja für alle Selbstständigen.“— Thomas Schaeffert

Thomas sieht das ähnlich. Er hat ebenfalls drei Kinder. Sein Tipp an Jüngere: „Rücklagen bilden, aber das gilt ja für alle Selbstständigen.“ Sechs Wochen war er im vergangenen Jahr krank. So lange gibt es keine Gage, die Finanzhilfe von der Künstlersozialkasse greift erst ab der siebten Woche. Einen Auftritt spielte Thomas deshalb einmal mit gebrochenem Zeh. „Verkauft euch nie unter Preis“, empfiehlt er außerdem. Der Spruch, dass das, was nichts kostet, nichts wert ist, gelte auch für Artisten. Aufgrund ihrer langen Erfahrung beraten Thomas und Simon manchmal auch Veranstalter: „Wenn der Zauberer besser zum Event passen sollte, dann sagen wir das ehrlich.“

Duos verdienen nicht die doppelte Gage einzelner Artisten. Dennoch war eine Solonummer nie ein Thema, sagen die beiden. Mit wem soll man denn nach der Show oder auf den langen Heimfahrten durchkauen, ob ein Gag nun gelungen war oder nicht? Nur gelegentlich hatte Simon sich als Conferencier buchen lassen. Freilich hatten Thomas und Simon auch dürre Jahre mit wenigen Engagements – vor allem während der Coronazeit. „Aber das war ja bei allen so“, sagt Simon. Er ist Diplom-Biologe und arbeitet seit ein paar Jahren regelmäßig als angestellter Lehrer an einer Schule. Thomas gibt Zirkuskurse und hilft seiner Partnerin, einer promovierten Chemikerin, in deren Seifenmanufaktur. In den Weihnachtsmarktwochen teilt er sich die Schichten mit ihr.

Um halb sieben geht es im Varieté weiter: Umziehen, Akrobatik, das Handstandgestell, Leuchtkeulen kontrollieren, Jonglage, Finale, Umziehen. Das argentinische Duo Laos hat parallel die beiden Kinder bettfertig gemacht. Während die Eltern aufeinander Handstand machen, schauen die Kleinen einen Film auf dem Tablet. Alle vier werden gleich als erste in die Ferienwohnung ganz in der Nähe verschwinden, die ihnen Adelheid Mack angemietet hat. „Jetzt ist die richtige Zeit für den Kaffee“, findet Thomas. Neben dem bereitgestellten Obst und Kuchen gibt es eine Espressomaschine. Es ist 22 Uhr, als die beiden die Akkus für die Funkübertragung der Gitarren in die Ladegeräte stecken. Sie schließen die Fahrräder auf. In einer halben Stunde werden sie zu Hause sein.

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