Michaela Herr (47) leitet den Forellenhof Umkirch mit ihrem Bruder Jörg Fath in dritter Generation. Außerdem verantwortet die Fischsommelière den von ihr ins Leben gerufenen Marktverkauf mit dem Forellenhof-Mobil auf dem Münster- und Wiehre-Markt in Freiburg. Früher arbeitete die gelernte Hauswirtschafterin neben dem Familienbetrieb unter anderem als Hausdame im Freiburger Intercity-Hotel und als Betriebsleiterin bei der Büba-Gebäudereinigung. Hier gibt sie Einblick in ihren Arbeitsalltag.
Wo arbeiten Sie überall, und wie kommen Sie dahin?
Auf den Hof komme ich ganz klassisch mit dem Auto. Auf dem Weg setze ich meine Kinder an der Schule ab. Montag und Dienstag arbeite ich komplett im Betrieb, Mittwoch bis Freitag fahre ich später auf die Märkte, da meine Mitarbeiter mit dem Verkauf starten. Samstags fahre ich vom Hof direkt mit dem Forellenhof-Mobil los, damit ich spätestens um 6.20 Uhr auf dem Markt bin.
Was machen Sie alles?
Im Betrieb zerlege und räuchere ich mit meinem Bruder und unseren Mitarbeitenden Fisch, bereite Terrinen und Maultaschen zu, mache Bestellungen und nehme welche auf. Auf dem Markt verkaufe ich unseren Fisch, und nach dem Abendessen geht es daheim ins Büro.
Clean Desk oder kreatives Chaos – welcher Typ sind Sie?
Die Kombination von beidem. Im Büro ist es manchmal chaotisch, manchmal strukturiert. In der Produktion muss es strukturierter zugehen, da dort ja auch die Hygienerichtlinien eingehalten werden müssen.
Welche Werkzeuge dürfen an Ihrem Arbeitsplatz nicht fehlen?
Scharfe Messer und Kettenhandschuhe.
Wie machen Sie sich Notizen?
Auf Papier. Im Moment renne ich mit zehn Zetteln in den Hosentaschen herum.
Womit lenken Sie sich am liebsten ab?
Mit meinen Kindern.
In welchen sozialen Netzwerken sind Sie aktiv?
Auf Facebook und Instagram. Das macht der Senior, obwohl er eigentlich vor drei Jahren in Rente gegangen ist. Er beantwortet auch die E-Mails, wenn ich nicht dazukomme.
Was macht Ihnen am meisten Spaß – und was am wenigsten?
Am meisten mag ich, dass jede Woche anders ist, die vielen tollen verschiedenen Fische, die wir bekommen, und die Gespräche mit der Kundschaft. Die Schreibarbeit und die vielen bürokratischen Verpflichtungen, die ich nicht immer ganz nachvollziehen kann, mag ich am wenigsten.
Wie verbringen Sie Ihre Mittagspause?
Montags und dienstags gibt es ein Familienmittagessen bei uns auf dem Hof. Da holt der Opa die Kinder von der Schule ab. Sonst esse ich auf dem Rückweg vom Markt im Auto.
Wie bleiben Sie motiviert an langen Arbeitstagen?
Bei uns geht es lustig zu, wir haben eine tolle Mannschaft, mit der stressige, lange Tage kurzweilig werden.
Was wollten Sie als Kind werden?
Ich wollte einen Ponyhof aufmachen. Bis vor ein paar Jahren bin ich selbst regelmäßig geritten. Jetzt fehlt die Zeit dafür.
Protokoll: Susanne Maerz