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Das Montessori Zentrum Angell und Antoinette Klute-Wetterauer: Wie ein Krimi

  • 2. April 2020
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Im renommierten Freiburger Montessori Zentrum Angell fand ein Führungswechsel statt, der unfreiwillig kam: Die einstige Macherin Antoinette Klute-Wetterauer sieht sich im Zentrum einer groß angelegten Intrige. Ihre Gegner weisen auf grobe Pflichtverletzungen hin.

VON RUDI RASCHKE

Die von beiden Lagern präsentierte Faktenlage könnte unterschiedlicher kaum sein: Da ist zum einen Antoinette Klute-Wetterauer, über nahezu fünf Jahrzehnte hinweg eine der engagiertesten Akteurinnen in der südbadischen Bildungslandschaft. Sie sagt: „Ich will mich nicht aus dem Amt jagen lassen“. Ihr Sohn Robert Wetterauer unterstützt sie, beide haben sich an die Presse gewandt. Er sagt: „Es ist keine Gallionsfigur oder ein charismatischer Nachfolger in Sicht.“ 

Auf der Gegenseite stehen nahezu der gesamte Stiftungsrat, die beiden verbliebenen Mitvorstände der Angell-Schulstiftung und die zwischenzeitlich berufene neue Geschäftsführung des Montessori Zentrums. Sie sagen, dass sie handeln mussten – wegen einer Reihe von Alleingängen der zurückgetretenen Geschäftsführerin des Montessori Zentrums Angell und Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Klute-Wetterauer sei das „Vertrauen erschüttert“ worden. Mitarbeiter der Schule sprechen von „Gutsherrenart“, die in der Kultur des Unternehmens geherrscht habe.

Unstrittig, auch für die Gegner: Dass Antoinette Klute-Wetterauer, interner Kurzname „AKW“, als frühere Schulleiterin bis 2011 und Vorstand im früheren Trägerverein der Schulen bis 2013 riesige Verdienste hatte, übrigens auch, was das Image der Angell-Schule angeht. Die war in der Oberstufe in den 80er Jahren gefühlt ein Reservat für schlechte, aber betuchte Schüler. Mit dem Antritt von Klute-Wetterauer und dem Ausbau des Montessori-Gedankens wurden die Ergebnisse immer besser. Bei den Schülerzahlen wie bei den Abschlüssen. Antoinette Klute-Wetterauer sagt, dass sie 1,3 Millionen Euro an Spenden eingeworben habe, die unter anderem Stipendien zugute gekommen seien.

Unstrittig, auch für die Gegner: Dass Antoinette Klute-Wetterauer riesige Verdienste hatte, was das Image der Schule angeht

Bis zu ihrem 66. Lebensjahr war sie Schulleiterin in Gesamtverantwortung, zuletzt, mit fast 74 Jahren, noch in Geschäftsführung und als Vorsitzende der 2014 initiierten Stiftung aktiv. Zum Konflikt, der erst ihre fristlose, dann die ordentliche Kündigung, am Ende aber ihren eigeninitiativen Rücktritt von allen Ämtern nach sich zog, sagt sie, dass es im Sommer 2019 begonnen habe. Es ging um Baumaßnahmen am Haus. Eine Aufstockung, die sie im April auch den beiden ehrenamtlichen Stiftungsvorständen Helmut Bausch und Annette Schubert sowie dem achtköpfigen Stiftungsrat, einem repräsentativen Gremium um Mitglieder der Stadtgesellschaft, vorgestellt habe. „Keiner hat was gesagt“, erinnert sich Klute-Wetterauer. 

„Im Sommer kam dann ein Brief“ von den beiden Vorständen, sagt sie. Der Vorwurf sei gewesen, dass ihr Sohn Robert von ihr an der Schule installiert werden sollte. Tatsächlich habe sie angesichts einer Hörsaal-Renovierung lediglich gefragt, ob er ihr helfen könne bei der Bauplanung. Auch zur möglichen Aufstockung, die sie nach einer pädagogischen Inspirations-Reise nach Kopenhagen eingebracht hatte, sei noch vor konkreten Kostenschätzungen eine „kalte Dusche“ von Herrn Bausch gekommen. „Ich wurde vorgeführt.“

Was darauf folgte, hört sich heute wie ein Krimi an, vor allem, weil Klute-Wetterauer und ihr Sohn für ziemlich jeden Gegenspieler ein Motiv für sein Handeln nennen, von persönlichen Bereicherungen über Klüngelei bis Status. Am Ende sei es zu regelrechten „Tribunalen“ gegen sie gekommen, es habe „Vorverurteilungen“ gegeben, eine Schlichtung sei gescheitert. Klute-Wetterauer sei besagte Pflichtverletzung vorgeworfen worden, weil sie auf Anfrage eines Stuttgarter Bildungsträgers Gespräche über eine Übernahme des Montessori-Zentrums Angell geführt hatte, die sich rechtlich aber ohnehin nicht tragfähig präsentiert hatte. 

blickt aus höheren sphären auf Münsterturm und stadtgesellschaft: Antoinette Klute-Wetterauer (Foto: ZVG)

Von „verstörenden Nachrichten“ sei daraufhin ihr gegenüber die Rede gewesen, „mein privater Mail-Account wurde durchforstet“. Stand Anfang März ist sie daher aus allen Ämtern am alten Schulzentrum raus, berät aber weiterhin die Angell-Akademie, die zwischenzeitlich an das Stuttgarter Kolping-Bildungswerk übergegangen ist. Bei dieser Einrichtung aus dem Angell-Universum handelt es sich um ein Berufskolleg und eine Einrichtung für Wirtschafts- und technisches Abitur.

Klute-Wetterauer und ihr Sohn sehen es als nicht geklärt, wie es zum Zugriff auf die Mails der Chefin kam, Robert Wetterauer sagt, man wolle Strafanzeige stellen.

Ein Gespräch mit der Gegenseite, Helmut Bausch, Rechtsanwalt und Annette Schubert, Projektleiterin beim Baudezernat der Stadt Freiburg vertreten die Stiftung als Vorstände derzeit alleine. Die Herkunft der ihnen vorliegenden und dem Stfitungsrat vorliegenden Mails, aus denen sich „Anhaltspunkte für eine schwere Pflichtverletzung“ ergeben? Antoinette Klute-Wetterauer hatte vor Jahren Ihren Mitarbeitern den offiziellen Zugriff auf Ihre Mails zur weiteren Bearbeitung einrichten lassen. Im vorliegenden Fall seien Mitarbeiter des Montessori-Zentrums auf die Geschäftsführung und auf sie als Mitvorstände zugegangen, weil sie „befremdliche Vorgänge“ beobachtet hatten. Um ein Leak oder gar ein gehacktes Postfach handle es sich dabei nicht. Die Mitarbeiter hätten schlicht dazu nicht schweigen können, was da vor ihren Augen verhandelt wurde. Sie hätten im Sinne ihrer Verpflichtung für das Unternehmen gehandelt.

 Zum Inhalt dieser Mails: netzwerk südbaden wurde Material vorgelegt, das zeigen soll, wie die intern in der Kritik stehende Klute-Wetterauer versucht, das Montessori Zentrum Angell samt aller dazugehörigen Kindergärten und Schulen im Herbst 2019 an das Stuttgarter Kolping-Bildungswerk regelrecht zu „verhökern“. Als dies in der Korrespondenz rechtlich selbst von ihrem eigenen Anwalt angezweifelt wird, taucht in der Folge ein neuer, unterschriftsreifer Management-Vertrag auf.

In die Mail-Kommunikation mit dem Stuttgarter Partner Klaus Vogt eingebunden: Klute-Wetterauer, ihr Sohn Robert, Bernd Dallmann, der einstige Freiburg-Wirtschaftsförderer, der bereits bei Kolping in Stuttgart unter Vertrag steht. Und der Rechtsanwalt von Klute-Wetterauer. Im Management-Vertrag geht es auf zahllosen Seiten um ein Geschäft, das bereits in der Zeit vor der Stiftungseinrichtung 2014 aufgesetzt worden sein soll. Demnach sollten der gesamte Betrieb und die Leitung sämtlicher Kindergärten und Schulen des Montessori Zentrums auf lange Zeit dem Stuttgarter Kolping-Bildungswerk übertragen werden – faktisch auch das Ende der von Klute-Wetterauer mitgegründeten Stiftung. Die Beteiligten setzen scheinbar ganze Vertragsentwürfe aus dem Gedächtnis einer mündlichen Vereinbarung von vor fünf Jahren zuvor zusammen.

In den gescannten Entwürfen sind Daten mit Tipp-Ex und neuen Schrifttypen unübersehbar nachbearbeitet worden. Der Stuttgarter Vertragspartner Klaus Vogt schreibt einmal, dass er froh sei, dass sie diesen Vertrag hätten. Unterschriften liegen jedoch keine vor.

Nicht nur ein Krimi, sondern auch ein Lehrstück, wie Unternehmens­­nachfolgen besser nicht aufgestellt werden sollten.

Für Vorstände und Stiftungsrat reicht dies, um neben einer Freiburger Kanzlei, die die Pflichtverletzung bestätigt, das Regierungspräsidium als Aufsichtsbehörde einzuschalten.  Dort empfahl man eine gütliche Lösung mit gesichtswahrendem Ausscheiden von Klute-Wetterauer aus dem Vorstand der Schulstiftung, entschied sich aber gegen Eingriffe.

Für Bausch sind das eigenmächtige Vorgehen und die fingierten Vertragsentwürfe – beide Seiten bestreiten nicht, dass es Alleinverhandlungen von Klute-Wetterauer mit Stuttgart gab, ohne Vorstände und Räte zu informieren – der vorläufige Endpunkt einer Reihe von Verwerfungen. 

2014 ist die Stiftung ins Leben gerufen worden, deren Satzung ein Amt der drei Vorstände Klute-Wetterauer, Schubert und Bausch auf Lebenszeit vorsieht. Klute-Wetterauer sagt, sie sei damals im Rollstuhl gesessen und nicht gefragt worden, die Gründe für die Amtsdauer ihrer damaligen Mitstreiter sind für sie nicht nachvollziehbar. 

Bausch sagt dagegen, dass Stiftungen nunmal auf Ewigkeit angelegt seien. Und dass es eben nicht um die Befindlichkeiten ihrer Gründer gehe, die die Berufung ständig neuer Vorstände planen.

Das scheint kein ganz unerhebliches Detail. Tatsächlich ist den beiden Stiftungsvorständen anzumerken, dass sich etwas aufgestaut hat in der Amtsführung von Klute-Wetterauer. Nach „Jahren problemloser Zusammenarbeit“ (Bausch) sei 2018 erstmals das Vertrauen erschüttert worden: Die geplatzte Übernahme eines Gebäudes in der Wippertstraße, bei dem ein ursprünglicher Kauf sich als ungleich teurere Erbbau- Lösung herausgestellt habe. Und 120 Kita-Plätze bei der Stadt wieder abgesagt werden mussten. Dann die Idee von Klute-Wetterauer wegen der Niedrigzinslage ein Haus in Baden-Baden als Geldanlage zu kaufen, für das 2 Mio. € finanziert hätten werden müssen. Vermakelt hätte es ihr Sohn Robert. Der Deal kam nicht zustande.

Und schließlich der Versuch, 2018 Teile der Oberstufe in das einstige Studentenwerk an der Schreiberstraße zu verlagern, um am eigentlichen Angell-Zentrum an der Kronenbrücke Ausgleichsräume zu gewinnen. Mitarbeiter sagen, dass jeder, der derlei kostspielige Maßnahmen angezweifelt hätte, einfach bei der nächsten Sitzung nicht mehr eingeladen wurde.

Nur noch die Anwälte kommunizieren miteinander

Vor diesem Hintergrund gab es eine gewisse Sensibilisierung, als auf Wunsch von AKW mit Robert Wetterauer im März 2019 der Sohn im Stiftungsrat installiert werden sollte. Er wurde gewählt, zugleich aber vermittelt, dass weitere Engagements Robert Wetterauers in der Leitung des Hauses von der Chefin selbst vor Jahren ausgeschlossen worden seien. Am 25. Juni sei Bausch dann nach einem Besuch bei Klute-Wetterauer auf der Türschwelle eröffnet worden, dass ihr Sohn als Baubeauftragter eingestellt worden sei. Zusätzlich zum Amt des Gebäudemanagers, das bereits ihr Bruder Fritz Wetterauer bekleidete. Der Vertrag mit Robert Wetterauer wurde auf Betreiben der anderen Vorstandsmitglieder dann rückgängig gemacht.

Mit der aus dem Ruder gelaufenen Planung für eine Aufstockung der Schule an der Freiburger Mattenstraße begann ein weiterer Konflikt, bei dem inzwischen nur noch die Anwälte miteinander kommunizieren. Auslöser war die Anfrage der beiden Mitvorstände an Klute-Wetterauer nach Planungsstand und Kostenrahmen.

Einen Dominoeffekt um Klute-Wetterauers Rücktritt hat es nicht gegeben, ihr ist neben ihrem Sohn lediglich ein Stiftungsrat gefolgt. Das Montessori-Zentrum wurde neu organisiert, der bisherige Leiter der Finanzabteilung übernimmt den kaufmännischen Teil, der bisherige Leiter des Gymnasiums die pädagogische Gesamtleitung.

Antoinette Klute-Wetterauer sagt, sie sei immer „Teamplayerin“ gewesen. Ganz unüberh.rbar empfindet ihr einstiges Personal die gegenwärtige Situation dagegen als Befreiung. „Wir respektieren das Lebenswerk, sind aber gleichzeitig in der Pflicht, zum Wohle der Stiftung und des Montessori-Zentrums zu handeln, sagt Annette Schubert. Die Geschichte ist nicht nur ein Krimi, sondern auch ein Lehrstück, wie Stiftungen, aber auch Unternehmensnachfolgen aufgestellt und reflektiert werden sollten. Vor allem, wie es besser nicht getan werden sollte. „Meine Mutter denkt immer zehn Jahre weiter“, sagt Robert Wetterauer am Ende eines Gespräch über die Vorgänge am Angell, über geplante und verhinderte Investitionen. Überp Jahre ihres Wirkens traf dies zu. Zur Gestaltung ihres Abschieds vom Lebenswerk hat das Weiterdenken offenbar nicht gereicht.

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