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  • Kultur

Anselm Kiefers Rückkehr nach Rastatt 

  • 18. Februar 2026
Anselm Kiefer 2021 in seinem ehemaligen Kinderzimmer in Ottersdorf
Anselm Kiefer 2021 in seinem ehemaligen Kinderzimmer. Im selben Jahr war auch Wim Wenders für sein Filmportrait „Anselm – Das Rauschen der Zeit“ vor Ort. Foto: Elias Wallach
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Der international bekannte Künstler Anselm Kiefer hat aus seinem Elternhaus im beschaulichen Rastatt-Ottersdorf einen besonderen Ausstellungsort geschaffen. Ein Museumsbesuch. 

Text: Christine Weis 

„Haus Kiefer“ steht in schlichten Buchstaben über der Eingangstür des eingeschossigen Gebäudes mit Satteldach und Fensterläden, das 1875 als Schulhaus errichtet wurde und auch die Lehrerfamilie beherbergte. In Ottersdorf, einem Ortsteil von Rastatt, stehen alte Fachwerkhäuser, die Kirche Ägidius mit einer eigenwilligen Kuppel sowie Wohnhäuser mit gepflasterten Einfahrten und akkuraten Vorgärten. 2400 Menschen leben hier. Wüsste das Navigationsgerät nicht, dass sich an der Friedhofstraße 1 das Museum von Anselm Kiefer befindet, man könnte glatt daran vorbeifahren. Von außen lässt sich kaum erahnen, dass im Inneren Werke hängen, die bereits in der Royal Academy of Arts in London oder im Centre Pompidou in Paris zu sehen waren. 

Anselm Kiefer gehört zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. Seine hochdotierte Kunst findet sich in vielen namhaften Museen und privaten Sammlungen weltweit. Mit teils monumentalen Bildern, Skulpturen, Installationen, Fotografien und Schriften behandelt er ein vielschichtiges thematisches Terrain – von Nationalsozialismus und Holocaust über Fragen von Heimat, Mythos, Natur, Religion und Philosophie bis hin zu Krieg, Atomphysik sowie der grundlegenden Reflexion darüber, was Kunst zu leisten vermag. Seit den 1990er-Jahren lebt er in Paris und bei Barjac, nördlich von Nîmes. Dort hat er ein rund 40 Hektar großes Ateliergelände namens „La Ribaute“ geschaffen, das man ebenfalls besichtigen kann. 

Das Haus sollte wieder so werden, wie es war.
Eine Glühlampe pro Raum genügt auch heute für die Beleuchtung.

Zurück ins Badische: Anselm Kiefer wurde 1945 in Donaueschingen geboren, als erstes von drei Kindern des Ehepaars Albert und Cilly Kiefer. Zunächst lebte er bei den Großeltern. 1951 zog er zu seinen Eltern nach Ottersdorf, wo sein Vater eine Stelle als Volksschullehrer hatte. Die Familie wohnte bis 1957 in dem besagten Haus, ehe sie nach Rastatt-Niederbühl umzog. Albert Kiefer wurde später Studienrat, ab 1972 war er Professor für Kunstpädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt und starb 2018 fast hundertjährig. Anselm Kiefer besuchte ihn oft in Niederbühl. Dabei fuhr er zum Spazierengehen an den Rhein und kam auf dem Weg dorthin immer wieder an dem alten Schulhaus vorbei. Mit der Zeit sei in ihm der Wunsch entstanden, das Gebäude wieder in den Zustand zu versetzen, in dem er es selbst erlebt hatte, schildert Anselm Kiefer in einem Interview mit dem SWR. 2019 kaufte er die Immobilie und ließ sie sanieren oder vielmehr zurückbauen. Terrasse, künstliche Bodenbeläge und Heizkörper wurden entfernt. Tannendielenboden, Flügelfenster und Drehlichtschalter sind jetzt die neuen Zeugen der alten Zeit.  

Das Haus ist mit Alarmanlagen gesichert, aber auf sonstige museale Standards wurde verzichtet: Es gibt keine Klimaanlage, keine abgedunkelten Räume, keine Strahler zur Ausleuchtung der Exponate und auch keine Bodenmarkierungen für die Besucherführung. In jedem Raum hängt lediglich eine nackte LED-Birne von der Decke, so wie es in den Fünfzigerjahren üblich war. Auch Konservierung im klassischen Sinn scheint Kiefer nicht zu interessieren. Vielleicht, weil seine Materialien selbst vom Vergehen erzählen: Stroh, Blei, Holz, Asche, Pflanzen, Samen. Dinge, die sich verändern, die altern, die zerfallen können. 

„Des Malers Atelier“ (1979/80)
„Mohnfeld“ (1974/75)
„Für Julia – Himmel und Erde“ (1972)
„Die Meistersinger“ (1981)

Wort und Pinselstrich  

Bevor man die sieben Ausstellungsräume mit insgesamt 26 Exponaten betritt, sollte man in der Garderobe über den Schließfächern die Kinderzeichnungen Kiefers nicht übersehen. Während der etwa einstündigen Führung erfährt man, dass der Vater die Zeichnungen sammelte und ihn in seiner künstlerischen Entwicklung förderte. Bereits als Schüler des Rastatter Gymnasiums gewann Anselm Kiefer 1963 einen europäischen Kunstpreis für seine Reise auf den Spuren van Goghs. Studiert hat er dann allerdings zunächst Jura und Romanistik an der Universität Freiburg. Bald schon wechselte er an die Staatliche Akademie der Künste Karlsruhe, war erst bei Peter Dreher in der Außenstelle Freiburg und später in Karlsruhe bei Horst Antes. Dort lernte er seine erste Frau Julia kennen, die inzwischen verstorben ist. Die Werke dieser ersten Ausstellung im „Haus Kiefer“ aus den Jahren 1971 bis 1986 gehörten ihr. Nach ihrem Tod gingen sie an die drei gemeinsamen Kinder über. Anselm Kiefer verwaltet sie heute.  

„Für Julia – Himmel und Erde“ heißt auch eines der Landschaftsbilder. Der Titel steht in krakeliger Schrift auf der Arbeit wie bei vielen seiner Werke. Text und Malerei, Wort und Pinselstrich: Ausdrucksformen, die keine einfachen Erklärungen liefern, sondern Raum für Interpretation lassen. Im Handout zur Führung finden sich jedoch Anhaltspunkte als freundliche Hilfen, um die Bilder besser deuten zu können. Die Inschrift, heißt es dort bei diesem Werk, spiele auf die Rolle der Kunst als Mittlerin zwischen Himmel und Erde an, zwischen Spirituellem und Materiellem. 

In mehreren der gezeigten Arbeiten erscheint die Palette als Symbol für Kunst und Künstler. In „Resumptio“ hat sie Flügel und steigt aus einem mit Steinbrocken beschwerten Grab empor. In „Engel“ hält ein schwarzes Flügelwesen die Malerpalette in die Lüfte, und in „Des Malers Atelier“ leuchtet eine weiße Palette hinter schwarzen Gitterstrukturen, umrankt von mohnblumenartigen roten Farbtupfen. Die Szene wirkt besonders beklemmend und düster und eröffnet bei längerer Betrachtung immer neue Assoziationen.  

„Eberbach“ (1973/74)

Zu sehen sind auch zwei Exponate aus Kiefers Werkgruppe zur „Todesfuge“ von Paul Celan. Das Gedicht beschreibt in symbolischer Verdichtung das Schicksal der Juden und den Alltag eines deutschen Offiziers in einem Konzentrationslager. Celan, ein deutschsprachiger Jude aus Czernowitz im heutigen Rumänien, der in der Nachkriegszeit eine enge Beziehung zu Freiburg hatte, schrieb die „Todesfuge“ 1944/45 während seiner Zeit in einem Arbeitslager in seiner Heimatstadt. Seine Eltern starben in Konzentrationslagern. 1970 nimmt er sich in Paris das Leben. 

„Dein aschenes Haar, Sulamith“ (1981), dies ist Teil der Werkgruppe zur „Todesfuge“ des Dichters Paul Celan

In „Dein blondes Haar, Margarethe“ und „Dein aschenes Haar, Sulamith“ greift Kiefer das Gegensatzpaar zweier Frauen auf, ein zentrales Motiv der „Todesfuge“. Margarete, sinnbildlich die blonde, deutsche Frau, verweist auf Gretchen aus Goethes Faust. Auf dem Bild ist keine Frau, sondern ein Weg zu erkennen. Aufgeklebtes Stroh deutet das blonde Haar an. Sulamith nimmt Bezug auf das Hohelied im Alten Testament. Ihr „aschenes“ Haar steht für den Holocaust. Auf dem Bild sitzt eine nackte Frau, der Kopf verschwindet unter einer Masse dunkler Haare. Im Hintergrund ragen drei säulenartige Formen mit weißen Tupfen auf, es könnten Ofenschlote mit Ascheregen sein. 

Man verlässt das „Haus Kiefer“ anders, als man es betreten hat. In der Schau entfaltet sich ein Kosmos zwischen historischer Gewalt und ästhetischer Kraft. Kunst zeigt hier ihre Fähigkeit, Raum und Zeit zu überschreiten, geografisch wie geistig, und das kann sie in Ottersdorf wie an jedem anderen Ort. Anselm Kiefer stellt im Rastatter Ortsteil Ottersdorf in seinem Elternhaus aus. Das eingeschossige Gebäude wurde 1875 erbaut, Kiefer lebte dort von 1951 bis 1957. Vor einigen Jahren kaufte er das Haus und ließ es so umbauen, wie er es aus den 1950er-Jahren in Erinnerung hat. 

Die Eröffnungsausstellung mit Anselm Kiefers frühen Werken von 1971 bis 1986 läuft noch bis Ende März. Die Öffnungszeiten sind freitags von 10 bis 17 Uhr und samstags von 14 bis 17 Uhr.  Ab dem 20. März bis zum 31. Dezember folgt die nächste Schau: „Anselm Kiefer – Aquarelle und Bücher 1969 –2017“. 

www.haus-kiefer-rastatt.de 

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