Der Kulturwissenschaftler Christoph Balzar aus Berlin (links bei der jüngsten Übergabe von Human Remains an Abgesandte der Marschallinseln im September in Göttingen) forscht seit Kurzem in Freiburg zur Herkunft der Schädel in der Sammlung der Universität. Seine Arbeit ist auf fünf Jahre angelegt und wird zur Hälfte vom Land finanziert.
Text: Ralf Deckert
Geschehenes Unrecht kann man nicht mehr ungeschehen machen. Aber man kann sich der Vergangenheit stellen, sie aufarbeiten und beispielsweise Gerechtigkeit wiederherstellen, indem man zurückgibt, was man sich nicht hätte nehmen dürfen. NS-Raubkunst ist so ein Beispiel. Auch die Debatte um die Rückgabe von Kulturgütern aus der Kolonialzeit ist in vollem Gang. Und dann ist da noch die Frage, was mit sogenannten Human Remains zu tun ist. Das sind menschliche Überreste, die Kolonialmächte wie Deutschland sich einst aus ihren Kolonien über Händler, Beamte, Forschungsreisende oder auch Missionare beschafften. Um damit Handel zu treiben zum Beispiel. Oder um sie anthropologisch zu untersuchen, was im 19. Jahrhundert ein großes Thema in der Wissenschaft war und – nicht nur – in Deutschland die Grundlagen für die „Rassenkunde“ des NS-Regimes schuf.
In Freiburg gründete damals zum Beispiel …