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Die Radmesser vom Radlabor Freiburg

  • 11. September 2019
Vermessen, vermessen, vermessen. (Foto: Alexander Dietrich)
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Ob man gesund im Fahrradsattel sitzt, hat nicht nur mit der eigenen
Verfassung, sondern vor allem mit Winkeln und Abständen zwischen Sattel, Lenker und Pedalen zu tun. Das Freiburger Radlabor stellt seit mehr als zehn Jahren Fahrräder auf die Körper ihrer Besitzer ab. Wahlweise mit Laser oder einem neuen Online-Tool.

Mittwochvormittag Ende Juli in einem großen Bürogebäude in der Freiburger Heinrich-von-Stephan-Straße. Als sich die Aufzugstür öffnet, schiebt eine Frau in voller Fahrradmontur vorsichtig ihr Rennrad auf den Flur im dritten Stock in Richtung der Türe mit dem blauen Logo: Radlabor. Die Radschuhe klackern auf dem Boden, die Hinterradnabe ihres Rennrads knattert, während sie es um die Ecke schiebt. Sie hat einen Termin zum Bike Fitting. Wenn sie später wieder aufs Rad steigt, will sie anders, besser, gesünder auf dem Sattel hocken.

Ein paar Minuten später steht die Frau in einem großen hellen Raum auf einem Gerät, das aussieht wie eine Miniatur-Bühne mit angeschraubter Messlatten-Konstruktion – womit man bei einem Was-ist-das-Ratespiel gar nicht mal so weit von der Lösung entfernt wäre. Smartfit Q4 nennt sich das Konstrukt, ein vom Freiburger Unternehmen Radlabor selbst entwickeltes Vermessungssystem speziell für das Duo Radfahrer/Fahrrad. Mit einem Laser wird der Körper der Frau vermessen, an Knie und Hüfte sind Markierungen angebracht, und anschließend ihr Fahrrad gescannt, das dafür aufs Podest gestellt und in einer Öffnung fürs Vorderrad eingeparkt wird.

Begonnen hat er als Sportwissenschaftler an der Uni, heute arbeiten 18 Angestellte an drei Standorten für Björn Stapelfeldts Firma. (Foto: Alexander Dietrich)

Die Messergebnisse landen im angedockten Rechner und werden in Einstellwerte umgemünzt: Wie weit der Abstand vom Sattel zur Lenkermitte sein sollte, wie hoch der Sattel eingestellt werden sollte, den optimalen Winkel für die Knie und die Handgelenke und so weiter.

Die Sportwissenschaftlerin Tanja Willersinn beobachtet, wie die Kundin an einer festen Station auf ihrem Rad mit den alten Einstellungen fährt und von da an geht es ins Handwerkliche über. Der Sattel wird verstellt, mit einem großen Winkel wird geschaut, wie sich die Beine beim Treten positionieren. Schraube anziehen hier, Pedal einstellen da. Willersinn stellt das Fahrrad nach und nach so ein, bis die Einstellwerte erreicht sind und die Kundin sich  damit wohl füllt. Nach rund 90 Minuten ist alles erledigt, die Frau schiebt ihr Rennrad sichtlich gut gelaunt zurück Richtung Aufzug. 195 Euro hat der Service gekostet, inklusive einer digitalen Analyse und den Einstellwerten im E-Mailfach. Für Freizeitradler mit Trekking- oder E-Bike gibt es das Paket ab 125 Euro.

Anhand von Messergebnissen, die mit einer Laservermessung ermittelt werden, wird das Fahrrad eingestellt. (Foto: Alexander Dietrich)

Die klassischen Probleme von Radfahrern, das sind vor allem bei langen Strecken Schmerzen im Gesäßbereich oder einschlafende Hände. „Fahrradfahren soll ja Spaß machen, aber so macht es eben keinen“, umschreibt Björn Stapelfeldt, Gründer und Geschäftsführer des Radlabors, die Aufgabenstellung seines Unternehmens: diese nervigen Schmerzen zu minimieren. Ob es da jetzt um den Freizeitfahrer geht, der am Wochenende für eine gemütliche Tour in Richtung Kaiserstuhl radelt oder um den Triathleten, der möglichst aerodynamisch zwischen Schwimmen und Marathon unterwegs sein will, „das spielt da gar keine Rolle.“

Der 50-Jährige vermittelt, und das ist durchaus positiv gemeint, den Eindruck eines erwachsenen Zappelphilipps, der begeistert ist von dem, was er da macht.

Nach einem Bike-Fitting im Radlabor sitze man fortan ohne Beschwerden, dafür mit verbesserter Bewegungsergonomie und Kraftübertragung im Sattel, so die Ansage. „Wenn man ein Fahrrad für deutlich mehr als tausend Euro kauft und dann Schmerzen hat beim Fahren, dann ist es auch das Geld für eine Sitzanalyse wert, um keine Schmerzen mehr zu haben, das ist doch klar.“

Die Firma, die seit zwölf Jahren als eigenständige GmbH auf dem Markt aktiv ist, greift in ihrem Tun (dazu zählt unter anderem auch Leistungsdiagnostik und Fitness-Beratung für Freizeit- und Wettkampfsportler) auf ein wissenschaftlich fundiertes Datenarchiv zurück, was daran liegt, dass das Radlabor eine Ausgründung der Uni Freiburg ist.

Ende der Neunziger Jahre arbeitete Björn Stapelfeldt dort als promovierender Sportwissenschaftler an Leistungsdiagnostik und wissenschaftlichen Untersuchungen rund um das Radfahren. Im sogenannten Radlabor wurde die Deutsche Rad-Nationalmannschaft betreut, die Leistungsfähigkeit der Profis untersucht. Und jetzt kommt’s: Auch ein Jan Ullrich saß zu dieser Zeit auf dem Ergometer vor Stapelfeldt. Dass eben jene Leistungsfähigkeit durch die Ärzte Andreas Schmid und Lothar Heinrich, mit denen Stapelfeldt auch zu tun hatte, im großen Stil durch Doping hochgetrieben und zum großen Skandal führten, hinterlässt bei ihm noch heute einen faden Beigeschmack. Da seine Arbeit keine medizinische war und ist, hat die Causa-Doping dem Radlabor und Stapelfeldt auf lange Sicht aber nicht geschadet. „Der Name Radlabor hat damals aber nicht gerade geholfen“, erinnert er sich halb ironisch.

Zur Uni Freiburg hat er noch ein gutes Verhältnis, bis vor zwei Jahren war das Radlabor nach der GmbH-Gründung 2007 auch noch auf dem Campus angesiedelt. Die Profi-Radfahrer der Nationalmannschaften kommen weiterhin zwei Mal jährlich nach Freiburg, um hier Leistungsdiagnostik zu betreiben. Seit einigen Jahren gibt es auch in München und Frankfurt weitere Standorte. Insgesamt 18 Mitarbeiter arbeiten fürs Radlabor – wenig überraschend sind im Grunde alle Fahrrad-Freaks. In der Zentrale in Freiburg wird entwickelt und vertrieben.

Das System Smartfit Q4 (Sie erinnern sich: Die Miniatur-Bühne mit Laser-Messlatte), das es in kleiner Ausführung auch als Q1 gibt, verkauft das Radlabor an Fahrradhändler. Gebaut wird es direkt in Freiburg, auch die Zulieferer finden sich in der Region. Verschickt wird weltweit. In rund 500 Geschäften kommt es bislang zum Einsatz, etwa auch in Dubai. Dort hat der Heitersheimer Unternehmer Wolfgang Hohmann sein Radgeschäft in den vergangenen Jahren auf- und ausgebaut. Gerade war er wieder für ein Meeting da. Anhand des Smartfit-Systems können geschulte Verkäufer ein neues Fahrrad direkt ergonomisch perfekt für den Kunden einstellen. Ein Service, der beim Fahrradkauf natürlich sehr geschätzt wird.

Nach rund 90 Minuten ist die perfekte Sitzposition gefunden und eingestellt. (Foto: Alexander Dietrich)

Das neueste Produkt aus dem Radlabor läutet für die Firma derzeit eine neue Ära ein: das sogenannte Online-Sizing. Ein Tool, mit dem Kunden bei Fahrradshops im Netz mit Hilfe von ein paar Klicks die für sich passende Rahmengröße vor einer Bestellung herausfinden können. Die Daten von tausenden Vermessungen, die das Radlabor über die Jahre durchgeführt hat, fließen mit ein. Im Einsatz ist das Tool bislang in rund 20 Online-Shops aus der DACH-Region. „Wir wollen da weltweit aktiv werden, der Markt ist groß“, sagt Björn Stapelfeldt. Rund zwei Millionen Mal wurde das Tool im ersten halben Jahr genutzt. Jeweils sieben Cent pro Online-Kunde, der es verwendet, landen beim Radlabor. Macht zum Start 140.000 Euro. „Unser Ziel ist, dass dieses Online-Sizing das größte Umsatzvolumen bei uns erreicht.“ Im einstelligen Millionenbereich bewegen sich die Umsätze des Radlabors pro Jahr, erzählt der 50-Jährige Gründer, der in Andreas Bruch inzwischen einen zweiten Geschäftsführer an der Seite hat. Genauere Zahlen nennt er nicht.

Stapelfeldt hat vor fünf Jahren nebenbei noch im Gründerbüro der Uni Freiburg gearbeitet, wo er mit vielen neuen und digitalen Geschäftsideen in Kontakt kam. „Aus dieser Zeit stammt auch der Gedanke, selbst eine Geschäftsidee für den digitalen Bereich zu finden“.

Auch das Ordern von Fahrrädern online nehme zu, erzählt er, und damit müssten sich die stationären Händler natürlich auseinandersetzen. „Wir sind seit mehr als zehn Jahren am Markt und fühlen uns etabliert, gleichzeitig schnuppern wir gerade Startup-Luft durch das digitale Produkt“, so Stapelfeldt. Und mit den Daten, die das Labor in all den Jahren gesammelt hat und nun in noch größerem Umfang sammelt, können sich auch neue Geschäftsfelder auftun. „Der Kundennutzen ist entscheidend, und wir wissen genau, was für ein Fahrrad der Kunde braucht.

Text: Daniel Ruda

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