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  • Krise 06/2020
  • Schwerpunkte

„Es gibt keinen Plan B im Beerenanbau“

  • 29. Juni 2020
Stefan Dietsche und Milena Dietsche-Reynaud mit Nachwuchs. (Fotos: Alex Dietrich)
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Stefan Dietsche und Milena Dietsche-Reynaud bewirtschaften den 60 Hektar großen Hollihof in Hartheim. Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren und Buschbohnen: mit Frost, Hitze oder Trockenheit müssen sie im Obstbau immer rechnen – eine Pandemie ist eine ganz neue Herausforderung.

INTERVIEW: CHRISTINE WEIS

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf Betriebsabläufe, Absatz und die Ernte aus?

Stefan Dietsche: Bis jetzt sind wir mit einem blauen Auge davongekommen. Die Sorge schwingt aber immer mit, denn sollte jemand von unseren Saisonarbeitskräften oder die Familie an Covid-19 erkranken, dann sieht es gleich ganz anders aus. Das belastet uns, aber man darf sich nicht reinsteigern. Unsere Devise ist: weitermachen und optimistisch bleiben. Generell haben wir Umsatzverluste aufgrund von Ernte-Einbußen, und die Corona-Regelungen verursachen enorme Aufwendungen. Durch das verspätete Eintreffen der Erntehelfer mussten wir auf rund 40 Prozent der Anbauflächen verzichten. Im Moment ernten wir Erdbeeren und Himbeeren für den Lebensmitteleinzelhandel, da ist der Absatz bis jetzt stabil. Aufgrund der Grenzschließungen konnten wir die Wiederverkäufer aus der Schweiz und dem Elsass zeitweise nicht beliefern. Der Absatz für die Konfitüre-Herstellung ist ebenfalls etwas rückläufig. Andererseits war auf unseren zwei Selbstpflücker-Erdbeerfeldern mehr los als die Jahre zuvor. Gerade zum Pflückfeld beim Keidelbad in Freiburg kommen täglich viele Familien. Zudem haben wir einen Erdbeerautomaten hier am Hof, der sehr gut angenommen wird. Anfang April hat die Bundesregierung die Einreisebestimmungen für Erntehelfer aus Osteuropa gelockert. Für viele Landwirte war das eine Art Befreiungsschlag. Hätten Sie ohne die Saisonarbeiter die Ernte einfahren können? Milena Dietsche-Reynaud: Wir waren sehr erleichtert, als die Meldung kam. Zwischenzeitlich hatten sich Freiwillige über die vom Maschinenring organisierte Vermittlungsplattform www.daslandhilft.de gemeldet. Das hat uns sehr gefreut und positiv überrascht. Die 14 Helfer, hauptsächlich Studenten, waren alle motiviert und für ihr Engagement sind wir dankbar. Allerdings wurde uns auch schnell klar, dass wir die ganze Saison nicht mit heimischen Helfern bestreiten können. Wer körperliche Arbeit nicht gewohnt ist, streicht auf dem Feld schnell die Segel. Die meisten der Freiwilligen hatten auch nur begrenzt Zeit, wir müssten ständig wieder neue Leute einarbeiten, das ist von den Abläufen her gar nicht möglich. Fakt ist: Ohne erfahrene Saisonarbeitskräfte aus Rumänien und Polen wäre die Ernte dieses Jahr ausgefallen. Umgekehrt sind sie auch dankbar, dass sie kommen konnten, denn davon hängt auch deren Existenz ab – es ist ein Geben und Nehmen. Wir arbeiten seit vielen Jahren mit denselben Teams zusammen, das hat sich eingespielt und man verlässt sich aufeinander. 

Wie lassen sich die strikten Hygienestandards umsetzen?

Milena Dietsche-Reynaud: Vieles ist für die Saisonarbeitskräfte wie für uns auch neu. Normalerweise reisen sie mit dem Bus an, jetzt mussten sie fliegen, davor hatten einige Angst. Am Flughafen gab’s dann gleich einen Gesundheitscheck und hier durften sie 14 Tage das Betriebsgelände nicht verlassen. Wir haben ausreichend Platz in den Wohneinheiten, so dass die vorgeschriebene Zimmerbelegung kein Problem darstellt. Die einzelnen Arbeitsgruppen müssen separiert voneinander sein – sowohl im Wohntrakt wie auch bei der Arbeit. Es gibt  Masken und Desinfektionsmittel und für den Fall der Fälle, der hoffentlich nicht eintritt, haben wir einen Quarantäne-Wohncontainer. Es wird alles gut angenommen und alle haben sich auf den veränderten Alltag eingestellt. Organisatorisch und logistisch ist es mehr Aufwand, aber wir sind froh, dass bis jetzt alles gut läuft.

Auf dem Erdbeerfeld an der Hofeinfahrt steht ein grünes Kreuz, das Zeichen der Landwirte, Verbraucher zum Nachdenken anzuregen. Damit wehren sie sich gegen den generellen Vorwurf, sie seien verantwortlich für den Verlust der Artenvielfalt und die Umweltverschmutzung. Schafft es Corona, den Blick auf Landwirtschaft zu verändern?

Stefan Dietsche: Wir Landwirte können die Gesellschaft nicht ändern, ob das die Corona-Krise schafft, da wage ich noch keine Prognose. Eine kleinstrukturierte Landwirtschaft ist umweltverträglicher, aber sie hat ihren Preis, den der Kunde bereit sein muss zu zahlen. Generell sind Lebensmittel in Deutschland zu günstig. Ich würde mir wünschen, dass hier tatsächlich ein Umdenken stattfindet. Die weitere Problematik ist, dass die Produktion von Lebensmitteln wie in unserem Fall Obst und Gemüse sehr arbeitsintensiv ist, eine Arbeit, die der hiesige Arbeitsmarkt nicht bedienen kann. Daher sind wir auf die Saisonarbeitskräfte angewiesen.

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