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  • Wissen 02/2026

Gute Frage

  • 25. Februar 2026
Rene Waßmer
Breites Wissen: René Waßmer mit Pokal. Insgesamt hat der Lörracher vierzehnmal die deutsche Meisterschaft gewonnen.
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Ein gebürtiger Lörracher gehört zu den besten deutschen Quizzern und richtet Wettbewerbe in der Region aus. Wie er dafür trainiert und was eine gute Runde ausmacht, verrät er hier. Außerdem geht es um die großen deutschen Kreuzworträtselagenturen und die Frage: Wie funktioniert der Markt rund ums Knobeln und wie entsteht ein Rätsel?

Text: Julia Donáth-Kneer

Seit zehn Jahren liest René Waßmer jeden Tag den Teletext. Für ihn die ideale Informationsquelle. „Ich brauche ein Medium, bei dem eine Redaktion bereits das Tagesgeschehen auf kleinstem Platz zusammengefasst hat“, sagt der 31-Jährige. Dass das auch online ginge, geschenkt. Für ihn ist es ein erprobter Weg – und der Erfolg gibt ihm Recht. René Waßmer gehört zu den erfolgreichsten Quizsportlern des Landes. Er hat vierzehnmal die deutsche Meisterschaft gewonnen – im Einzel-, Doppel- und Teamwettkampf –, ist amtierender baden-württembergischer Quizmeister und hat in den Jahren 2023 und 2025 den Deutschland-Cup des Deutschen Quizvereins, dessen Mitglied er ist, für sich entschieden. Teilnehmen können alle, knapp 1400 sind es derzeit. Sie müssen jeden Monat 100 Fragen zu verschiedenen Themengebieten innerhalb einer Stunde beantworten. Gespielt wird an mehr als 50 Standorten, die beiden in der Region in Lörrach und Freiburg hat Waßmer gegründet.

Natürlich ist da breites Wissen gefragt – von Sport über Lifestyle und Technik bis zu Literatur und Geschichte. Alles abrufen kann niemand. 100 richtige Antworten gab es noch nie, sagt Waßmer. Um zumindest nahe ranzukommen, ist Training nötig. Für den promovierten Literaturwissenschaftler ein Teil des Alltags. Am Morgen des Interviews hat er bereits seine tägliche Dosis absolviert. 600 Fragen habe er in 30 Minuten durchgerätselt, 20 Fragen pro Minute. Heutige Kategorie: Film und Fernsehen. „Nicht unbedingt mein Steckenpferd“, sagt Waßmer, der sich eine eigene riesige Trainingsdatenbank angelegt hat. Dafür sucht er ein Thema, checkt Listen, schreibt die wichtigsten Fakten raus, überlegt, was fragenswert wäre, und notiert das alles auf Karteikarten – „damit lerne ich dann, wie früher in der Schule“.

Kandidat bei „1, 2 oder 3“

Die Leidenschaft fürs Quiz begleitet ihn schon lange. Als Neunjähriger war er mit seiner Schulklasse bei der beliebten Fernsehsendung „1, 2 oder 3“. Schon damals wusste René Waßmer mehr als die meisten und holte den Tagessieg. „Seither hat mich das nicht mehr losgelassen“, sagt er heute. 2016 nahm er an seiner ersten echten Meisterschaft teil, die er auch gleich gewann. Inzwischen schreibt er auch selbst die Fragen. Was ist denn eine gute Frage? „Sie muss beantwortbar sein. Das heißt, sie darf keine Zweideutigkeit zulassen und muss inhaltlich stimmen“, zählt Waßmer auf. „Außerdem sollte sie gesellschaftlich relevant sein, also in irgendeiner Form zur Lebenswelt der Menschen gehören. Das lässt natürlich auch historische Fakten zu.“ Zudem seien Kreativität und Frische wichtig. „Man kann ja nach einem bekannten Fakt auch mal anders fragen“, sagt er. „Zum Beispiel nach Goethe mit einem Werk aus zweiter Reihe.“

„Im Quizverein gelte ich nicht als Besserwisser, sondern als Sportler“ – René Waßmer

René Waßmer selbst hat keine speziellen Gedächtnismethoden, um sich alles zu merken. Aber: „Ich kann mir Dinge besser einprägen, wenn ich sie aufschreibe, deshalb die Karteikarten“, erklärt Waßmer, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Tübingen arbeitet. Auch Eselsbrücken helfen. „Die Reihenfolge der Baltischen Staaten zum Beispiel. Die sind von Nord nach Süd alphabetisch sortiert: Estland, Lettland, Litauen. Wenn man sich das einmal eingeprägt hat, vergisst man das nicht wieder.“ Hat denn einer wie er auch mal den Ruf als Klugscheißer? „Kann schon vorkommen“, sagt Waßmer, der ein 1,0-Abitur schrieb und promoviert gewesen ist, bevor er 30 Jahre alt war. „Aber im Quizverein gibt es solche Kategorien nicht. Da gelte ich nicht als Besserwisser, sondern als Sportler.“ Dennoch nimmt er nicht an Hobby-Wettkämpfen teil. „Das kann man jetzt glauben oder nicht, aber ich war noch nie beim Pubquiz.“

Den Duden abgeschrieben

Nicht nur beim Pubquiz sieht man: Die Menschen lieben das Rätseln. Kinder verfolgen Labyrinthe mit krakeligen Bleistiftzeichnungen, um herauszufinden, welche Leine zu welchem Hund gehört. Und schon in weit früheren Epochen gab es Rätsel wie beispielsweise das der Sphinx. Im Märchen muss man Fragen lösen – wer sie weiß, bekommt die Prinzessin, wer danebenliegt, verliert den Kopf. Um Leben und Tod geht es im realen Leben nicht, aber dennoch gibt es Knobelfans, die regelrecht um die Auflösung kämpfen. Besonders gerne bei den kryptischen „Um die Ecke gedacht“-Rätseln vom Zeit-Magazin oder dem Magazin der Süddeutschen Zeitung. Beide von Anfang an riesige Erfolge. „Die Leute wurden süchtig“, sagte Udo Pini, ehemaliger Zeit-Magazin-Redakteur, in einem Interview mit der Zeitung: „Weil es ein stiller Zweikampf ist mit dem Autor. Und den will man gewinnen.“

Die Autoren indes bleiben selbst ein Rätsel: Die Identität von „cus“ (Curt Schneider), der mehr als 1600 Rätsel für das SZ-Magazin erdachte, wurde erst nach seinem Tod im Oktober 2022 enthüllt. Vom Kollegen Eckstein vom Zeit-Magazin ist bis heute nicht mal der echte Name bekannt. Vor einigen Jahren gab er der „Zeit“ ein sehr seltenes, aber ausführliches Interview. Darin verriet er unter anderem, wie er arbeitet. Er gebe die Gitter ebenso wie die Begriffe selbst per Hand ein. Um schnell zu finden, welche Wörter er braucht – also zum Beispiel eins, das mit D beginnt und ein A als dritten Buchstaben hat – nutze er einen ausführlichen Computer-Wortschatz, den er sich selbst angelegt hat und den er ständig aktuell hält. Dafür habe er sowohl den Duden als auch ein Rätsel-Lexikon vollständig abgetippt. Verwunderte Nachfrage der Redakteurin: „Sie haben den Duden abgetippt?“ – Eckstein: „Ja. Das klingt nach mehr Arbeit als es ist.“ Es habe sich gelohnt, denn seither könne er einfach eingeben, wie viele Buchstaben ein Wort haben und wo welcher stehen soll, dann spucke der Computer alle infrage kommenden Begriffe aus.

Alte Männer mit Bleistift

Mit einer ähnlichen Datenbank arbeiten auch professionelle Rätselagenturen, die als Dienstleister Sudokus, Kreuzwort- und viele andere Rätsel für Printmagazine, Tageszeitungen oder Webseiten erstellen. Eine davon ist das Pressebüro Kanzlit aus Lübeck, das unter anderem die Badische Zeitung beliefert. Inhaber Peer-Gunnar Timm führt das 1929 gegründete Familien­unternehmen in dritter Generation und berichtet von einer Branche in Bewegung. Die Rätselanfänge seines Unternehmens liegen lange zurück: 1957 lernten sich sein Großvater Ernst Timm und Gustav Lübbe, Inhaber des Bastei-Verlags kennen, und entwickelten die ersten Hefte mit Rätselinhalten, die in Nachkriegsdeutschland schnell große Beliebtheit erfuhren.

Heute versorgt Kanzlit die großen Verlage in Deutschland (darunter Springer, die Funke Mediengruppe und das Redaktionsnetzwerk Deutschland), in Österreich (Krone und Kurier) und der Schweiz (Ringier). Mit den Corona-Lockdowns erlebten Onlinerätsel einen enormen Schub. Sie machen dennoch nur rund 10 Prozent des Umsatzes aus. Das meiste fließt in Zeitungen, eigene und fremde Rätselhefte oder in Publikumszeitschriften. Obwohl es weit mehr als vierhundert gängige Rätselarten gebe, sind die beliebtesten immer noch die klassischen Kreuzwort- und Schwedenrätsel, sagt Timm. Für alle, die es genau nehmen: Beim Kreuzworträtsel steht der Hinweis im Gitter selbst, beim Schwedenrätsel sind die Fragen länger und am Rand gedruckt.

Manchmal ändern sich nicht die Wörter, aber das allgemeine Wissen dahinter: „Knabe ist ein gutes Beispiel. In den 80er-Jahren ein leichter Begriff, heute eher Kategorie Spezialwissen“, sagt Peer-Gunnar Timm

Doch wie läuft die Erstellung? „Bevor wir mit dem Rechner arbeiten konnten, gab es Autoren, die alles per Hand gemacht haben“, berichtet der Geschäftsführer. „Oft alte Männer mit Bleistift, die ihr Leben lang Rätsel gelöst haben. Die haben alles verwendet, was ihnen einfiel – meist Wörter mit drei, vier Buchstaben, damit das Gitter gut passt.“ Dann kamen die Computer, Printprodukte wurde günstiger, die Zielgruppen größer und die Rätsel tendenziell immer leichter, sagt Timm.

Kernstück der Arbeit ist die Datenbank voller Begriffe. „Die muss gut gepflegt werden“, betont der 61-Jährige. Was neu im Sprachgebrauch ist, kommt hinzu – wie Mundschutz beispielsweise –, was zu alt ist, fliegt raus. „Den Begriff Burgfriede haben wir kürzlich eliminiert“, berichtet Timm. „Das kennt heute kein Mensch mehr.“ Manchmal ändern sich nicht die Wörter, aber das allgemeine Wissen dahinter: „Knabe ist ein gutes Beispiel. In den 80er-Jahren ein leichter Begriff, heute eher Kategorie Spezialwissen.“ Vor allem die Rechtschreibreform im Jahr 1996 habe zu umfangreichen Überarbeitungen der Datenbank geführt: Rund 300.000 Einträge, einschließlich Begriffe und Definitionen, mussten angepasst werden.

KI kann nicht um die Ecke denken

Aber was macht der Mensch, was der Computer und was die KI? „Die Datenbank zu steuern, welche Begriffe je nach Verbreitungsgebiet und Schwierigkeitsgrad für ein Rätsel verwendet werden, ist menschliche Arbeit“, sagt Timm. Das heißt, wie die Maske zu füllen ist, entscheidet zwar der Mensch, das Füllen und Bauen macht aber die Maschine. Die KI tue jedoch weniger als man denkt, denn sie kann weder Wortspiele verstehen noch um die Ecke denken. „Als Konkurrenz sehen wir die KI noch nicht, eher als Hilfe bei Recherchen, Listen oder beim Erstellen von reinen Suchrätseln wie Buchstaben im Versteck“, erklärt der gelernte Verlagskaufmann. Was für Wörter gerade interessant sind und auf welche Arten sie neu erfragt werden können, wisse ein Computer schließlich nicht. Peer-Gunnar Timm nennt ein Beispiel: Mailand. Ein Klassiker in Schweden- oder Kreuzworträtseln, weil er so gefällige Buchstaben enthält, die in vielen Wörtern vorkommen. „Bislang in unserer Datenbank gespeichert je nach gewünschter Schwierigkeit: als Automobilstandort, Modemetropole oder norditalienischer Großstadt. Nun finden dort aber die Olympischen Winter­spiele statt und damit gibt es eine weitere Fragemöglichkeit nach derselben Antwort.“

Peer-Gunnar Timm
Peer-Gunnar Timm leitet das Familienunternehmen Kanzlit in dritter Generation. Bundesweit gebe es nur zwei weitere Rätselagenturen in ähnlicher Größe, sagt Timm.

Wurde ein Begriff in einem Rätsel verwendet, wird er für eine gewisse Zeit gesperrt, damit sich die Fragen nicht ständig wiederholen. Der Output von Kanzlit ist immerhin enorm. Die genaue Anzahl zu beziffern, sei unmöglich, aber mehr als 40.000 Seiten fülle man jährlich, schätzt der Agenturchef. Sicher ist: Der Rätselmarkt verändert sich. „Andere Agenturen hören nach vielen Jahren auf, oft altersbedingt“, berichtet Timm. „Wir füllen dann mehr Quadratzentimeter im Print, aber merken es nicht am Umsatz, weil wir uns so anpassen müssen, damit die Preise nicht steigen.“ Die Rahmenbedingen werden von den Zeitungen und Verlagen vorgegeben. „Man darf alles machen, nur nicht teurer werden“, sagt der Geschäftsführer achselzuckend. Seine gute Laune hat er dennoch nicht verloren: „Seit Jahrzehnten bewegt sich der Markt durch Aufs und Abs. Die Auflagen schrumpfen, die Krise des Prints ist auch unsere Krise. Aber mit einigen Dellen haben wir alle Transformationen bislang ganz gut gelöst. Das sieht man daran, dass wir zu denen gehören, die übrig geblieben sind.“

Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen, bleibt sein Anspruch an das Produkt über die Jahre derselbe: „Ein Rätsel muss Spaß machen, nur positiv assoziiert werden und es muss lösbar sein. Das Erfolgserlebnis gehört dazu“, sagt Timm. Es gehe um die Freude am Knobeln. Da unterscheidet sich der Lübecker Agenturchef nicht vom badischen Quizmeister. Womit wir bei einer Schlussfrage wären: Wissen Sie noch die Reihenfolge der Baltischen Staaten?

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