• Schwerpunkte
  • Unternehmen
  • Kommunales
  • Bauen
  • Kultur
  • Menschen
    • Am Arbeitsplatz
    • Gut beraten
    • Espresso mit
    • Let’s Talk
  • Podcast
  • E-Magazin
  • PR-Dossiers
  • Über uns
  • Kontakt
  • Jobs
  • Corporate Publishing
  • Mediadaten
  • Magazin
  • Supplement
  • Immobilien
  • Abo
Facebook
Instagram
LinkedIn
Netzwerk Südbaden Logo
Netzwerk Südbaden
  • Über uns
  • Kontakt
  • Jobs
  • Mediadaten
  • Magazin
  • Supplement
  • Immobilien
  • Abo
Netzwerk Südbaden
  • Schwerpunkte
  • Unternehmen
  • Kommunales
  • Bauen
  • Kultur
  • Menschen
    • Am Arbeitsplatz
    • Gut beraten
    • Espresso mit
    • Let’s Talk
  • Podcast
  • E-Magazin
  • PR-Dossiers
0
  • Unternehmen

H2O in Steinen: Wasser aufbereiten statt nur verbrauchen

  • 3. August 2020
Blick in die Produktionshalle und auf das Innere einer kleinen Anlage. (Foto: A. Dietrich)
Total
0
Shares
0
0
0
0

Der Wille zur Nachhaltigkeit bildet sich auch in Industrieunternehmen immer weiter aus. Die Firma H2O aus Steinen bei Lörrach produziert Anlagen, die genau das verkörpern. Sie recyceln Abwasser aus dem Produktionsprozess, das dann erneut genutzt werden kann. 

Ein Industrieunternehmen, das sich nicht in der ein oder anderen Weise mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzt, „das gibt es heute nicht mehr“. Das ist eine nicht einmal allzu steile These, die Matthias Fickenscher da aufstellt. Sie speist sich aus einem Mix aus Hoffnung, Erwartungshaltung, aber auch unternehmerischen Erfahrungswerten. Der 50-Jährige ist Geschäftsführer des Unternehmens H2O aus Steinen bei Lörrach. Eine mittelständische Adresse, an der Anlagen zur Aufbereitung von industriellem Abwasser gebaut werden. „Das Umweltbewusstsein ist in den vergangenen Jahren größer geworden“, sagt Fickenscher, „das kommt uns natürlich zugute“.

Um über seine Firma zu sprechen, hat er in den Besprechungsraum mit Namen Schluchsee eingeladen. Nebenan gibt’s auch noch den Titisee, im Geschoss darüber sind die Räume nach Bergen der Region benannt. Wer das moderne Gebäude betritt, läuft an einer Miniaturausgabe von einer Vacudest vorbei, so heißt die Anlage, die hier in Größenvarianten vom Kühlschrank bis zum Schiffscontainer hergestellt wird.

„Das Umweltbewusstsein ist in den vergangenen Jahren größer geworden, das kommt uns natürlich zugute“.

Geschäftsführer Matthias Fickenscher

Darin wird wahlweise mit Ölen, Fetten, Salzen oder Schwermetallen verunreinigtes Industrieabwasser so recycelt, dass es erneut in den Produktionsprozess zurückgeführt werden kann. „Wir verdampfen das Wasser über eine Vakuumdestillation und trennen die Verschmutzungen heraus“, erklärt Matthias Fickenscher in einem Satz, was im Inneren der Anlage passiert. Für das Wie braucht es ein paar Sätze mehr: Bei der Vakuumdestillation wird das Industrieabwasser unter Vakuum bei einer Temperatur von etwa 80 Grad verdampft. Alle Substanzen, die einen höheren Siedepunkt als Wasser haben, verbleiben dabei im Verdampfungsrückstand. Der aufsteigende Dampf ist nahezu frei von Verunreinigungen und das Ergebnis am Ende nach der Kondensation eine glasklare Flüssigkeit. Aus 100 Prozent Industrieabwasser werden so 95 Prozent reines Destillat, das dann wieder in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden kann. Entsorgt werden muss letztlich nur noch die geringe Menge Schmutz, die Kosten dafür sind im Vergleich gering und durch den erneuten Einsatz des Wassers werden vor allem Ressourcen geschont. Wenn das Ganze auch noch mit Ökostrom betrieben wird, ist der Nachhaltigkeitskreis geschlossen.

120 Angestellte arbeiten für H2O an Entwicklung, Produktion und Vertrieb dieser vollautomatischen Anlagen. 85 davon sind in der südbadischen Firmenzentrale tätig, in der es wegen Corona derzeit ruhiger zugeht. In den Büros sitzen nur vereinzelt Leute an Computern, die meisten Kollegen sind im Home Office. In der Fabrikhalle dagegen ist Ende Juni schon etwas mehr los. Die Produktion geht weiter, auch wenn die Nachfrage wegen Corona aktuell geringer ist.

Geschäftsführer Matthias Fickenscher (Foto: A. Dietrich)

80 Prozent des Geschäfts machen die Exporte aus, vor allem innerhalb Europas. Vier ausländische Tochtergesellschaften in Frankreich, Polen, der Schweiz und seit fünf Jahren auch in China gehören deshalb noch zum Unternehmen. Hinzu kommt eine Vertriebsniederlassung in Mexiko. „Der Löwenanteil unseres Geschäftes findet innerhalb Europas statt, der asiatische Markt wird aber immer wichtiger“, sagt Fickenscher. Coronabedingt muss er in diesem Jahr auf seine regelmäßigen China-Reisen verzichten. In insgesamt 50 Ländern stehen Anlagen des südbadischen Mittelständlers inzwischen, der seit mehr als 20 Jahren eigenständig am Markt ist. Die Branchen, aus denen die Kunden kommen, sind vielfältig. Von Metallverarbeitung über die Automobilbranche bis hin zu Chemie und Pharma.

Entwickelt wurde der Vacudest bereits in den Achtzigern in einer Dependance der Industrie-Unternehmensgruppe Mannesmann Demag Wittig (MDW) im nahegelegenen Schopfheim. Mitte der Neunziger kam Matthias Fickenscher als Jungingenieur in jene Firma. Er schrieb hier seine Diplomarbeit in Umweltverfahrenstechnik. Dass er heute Geschäftsführer und Gesellschafter des Unternehmens ist, das diese Entwicklung aufgenommen hat, das liege vor allem an einer „kühnen Idee“, die er und zwei Arbeitskollegen Ender der Neunziger hatten. In Kurzform geht die Geschichte so: Ein amerikanischer Konzern hatte die gesamte MDW-Firmengruppe übernommen und es war schnell klar geworden, dass der Standort in Südbaden, in dem es um die Abwasseraufbereitung ging, bei den Amerikanern auf wenig Interesse stieß. „Die wollten uns nicht.“

Mehr oder weniger aus einer Laune heraus entwickelten Fickenscher, der damals für den Vertrieb zuständig war, und seine beiden Mitstreiter eben jene kühne Idee: Lasst uns die Firma kaufen und das Geschäft weiterführen. Das junge Trio schliff die Idee zum Plan und durfte ihn schließlich präsentieren, ihr Angebot für die Übernahme kam tatsächlich an. Nach einem Rundlauf durch mehrere Bankerbüros und der Sicherung der Finanzierung war das Management-Buy- Out perfekt. Rund 20 Jahre ist das her. Matthias Fickenscher ist als einziger des Trios übriggeblieben, der zweite Geschäftspartner zog sich vor ein paar Jahren zurück, der dritte Initiator war früh verstorben. „Ich habe quasi die ewige Diplomarbeit daraus gemacht“, sagt der gebürtige Franke im Rückblick seiner eigenen sowie der Geschichte der Firma.

Der Management-Buyout eines jungen Trios

Der technische Fortschritt und damit der Markt für nachhaltige Lösungen zu Industriezwecken hat sich in diesen Jahren vergrößert. Das ist auch aus Zahlen abzuleiten, die das Umweltbundesamt als aktuell verfügbarste nennt. Seit den Neunziger Jahren verbraucht die Industrie in Deutschland immer weniger Wasser. Im Vergleich zu 1995 etwa waren es demnach im Jahr 2016 mit rund 4,5 Milliarden Kubikmeter Wasser zum Beispiel satte 23 Prozent weniger, die für Produktionsprozesse verwendet wurden.

Nachdem die pragmatisch benannte Firma H2O damals mit sieben Mitarbeitern an den Start gegangen war, ist sie seither gesund gewachsen. Ein zentraler Schritt in der Historie war dann Anfang der Zweitausender der Bau des neuen Firmensitzes im Gewerbegebiet der Gemeinde Steinen. Dort sind die Produktionsvoraussetzungen auf die gewachsenen und etablierten Mittelständler bestens zugeschnitten. Zudem findet sich in vielen Details der eigene Anspruch auf nachhaltiges Arbeiten. Auf dem Dach sorgt zum Beispiel eine Photovoltaikanlage für den Strom, den es in der Produktionshalle braucht und auf dem Parkplatz steht eine öffentliche Ladesäule für Elektroautos. Beides Eckpunkte der eigenen Nachhaltigkeitsstrategie.

Die Coronakrise spürt H2O aktuell am Rückgang von Aufträgen. „Unseren Kunden geht es finanziell schlecht, da werden jetzt manche Investitionen aufgeschoben“, erzählt Fickenscher. In den vergangenen Jahren gab es stets Wachstum zu verzeichnen, zuletzt betrug der Jahresumsatz 22 Millionen Euro. Für 2020 rechnet Fickenscher mit zehn Prozent weniger Umsatz. Der Gesch.ftsführer blickt dennoch positiv in die Zukunft. Weil er an das Produkt und dessen Wirkung glaubt. „Mit unseren Lösungen helfen wir unseren Kunden einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und zur Schonung unserer Frischwasserressourcen zu leisten.“

Total
0
Shares
Teilen 0
Teilen 0
Teilen 0
Tweet 0
Teilen 0
Teilen 0

Schreiben Sie einen Kommentar Antworten abbrechen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ANZEIGE
FREYLER
    • Freiburger Mittelstandskongress 2023
    • PR-Anzeige

Freyler: Architektur für die Zukunft

  • Kathrin Ermert
  • 26. Juli 2023
Unser Podcast

Julica Goldschmidt interviewt Menschen aus der regionalen Wirtschaftswelt.
Unser Newsletter
Facebook
Instagram
LinkedIn
Anzeige
Weitere Beiträge
  • Frau mit Tuete ueberm Kopf
    Vom Reiz der negativen Nachricht
    • 19. Januar 2026
  • Lörrach
    Kein Geld, nirgends
    • 17. Dezember 2025
  • NWS Cover 12/2025 Familie
    Dezember-Ausgabe: Familie
    • 12. Dezember 2025
  • Gökhan Balkis
    Gökhan Balkis: „Wären wir nur in Deutschland vertreten, hätten wir massive Probleme“
    • 2. Dezember 2025
  • Duett Complett
    Akrobatik forever
    • 2. Januar 2026
Anzeige
Abo: Jetzt bestellen
  • Cover NWS Ausgabe 01/2026 Schwerpunkt Good News Netzwerk Südbaden Jahresabo print & digital 90,00 €

    inkl. 7% MwSt.

    Kostenloser Versand

    12 Ausgaben

Verlag

Netzwerk Südbaden GmbH

Bayernstraße 10

79100 Freiburg

Redaktion

Universitätsstraße 10

79098 Freiburg

T 0761 45002800

Services

Abo

Mediadaten

Jobs

Medienpartner
Bundesverband mittelständische Wirtschaft
Freiburger Mittelstandskongress
Marketing Club Ortenau-Offenburg
Netzwerk Südbaden
  • AGB
  • Widerrufsbelehrung
  • Datenschutz
  • Impressum
© Netzwerk Südbaden 2025

Geben Sie ein Suchwort ein und bestätigen Sie mit Enter