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  • Umdenken 12/2020

Interview Dejan Mihajlovic: „Bildung völlig neu definieren“

  • 24. Dezember 2020
Bildungsexperte Dejan Mihajlovic über Bildung und Digitalisierung
Dejan Mihajlovic sieht in der Digitalisierung der Schulen eine große Chance, doch diese dürfe nicht durchgejagt werden, sondern brauche ein langfristiges und nachhaltiges Konzept. Foto: ZVG
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Die Schulschließungen im März-Lockdwon haben gezeigt, dass Bildungseinrichtungen große Digitalbaustellen haben und mit der Umstellung auf den online- Unterricht kalt erwischt wurden. Dejan Mihajlović ist Realschullehrer, Fachberater für Unterrichtsentwicklung und Berater für digitale Transformation. Wie man die Digitalisierung nutzen kann, um Lernen neu zu lernen.

INTERVIEW: ANNA-LENA GRÖNER

Der erste Lockdown hat auch die Schulen hart getroffen. Die Umstellung auf den digitalen Fernunterricht gelang einigen gut, anderen weniger. Wie haben Sie das erlebt?

Allein in Freiburg gibt es 69 öffentliche Schulen und die Grundvoraussetzungen waren völlig unterschiedlich. Manche Schulen, zum Beispiel berufliche, waren gut ausgestattet, die große Mehrheit hatte aber eher schlechte technische Bedingungen und war dementsprechend in vielen Bereichen nicht gerüstet. Hinzu kam, dass einigen die Tragweite der Pandemie anfangs nicht bewusst war.

Sie setzten ausschließlich auf Kopiervorlagen, weil sie annahmen, nach ein paar Wochen wäre alles vorbei. Dass man komplett umdenken und neue Wege gehen muss, wurde oft erst später klar. Das war eine große Herausforderung, die aber auch gezeigt hat, dass an vielen Stellen die Bereitschaft da war, diesen Weg zu gehen. Es wurde experimentiert und Neues gewagt. Ich habe in der Anfangsphase durchaus viel Positives wahrgenommen.

Es heißt immer wieder, es stünde genug Geld für die Digitalisierung der Schulen bereit. Woran liegt es, dass es trotzdem so langsam vorangeht?

Ich habe erst kürzlich den Artikel von Dirk von Gehlen in der Süddeutschen Zeitung gelesen, in dem er sagt, dass in Deutschland eine antidigitale Politik betrieben wurde – das würde ich so unterschreiben. Klar, jetzt ist Geld da, die großen Summen werden genannt, aber allein die technischen und baurechtlichen Maßnahmen, die man für die digitale Infrastruktur umsetzen muss, sind langwierige Prozesse. Das jetzt einfach so durchzujagen, ist gar nicht möglich und nicht leistbar.

Gar nicht erst zu sprechen von den didaktischen und pädagogischen Konzepten, die notwendig sind und dem kulturellen Wandel, der damit einhergeht. Ich würde behaupten, dass der politische Wille nie ernsthaft da war und immer noch fehlt. Im Moment sind es meist einmalige Investitionen, von denen wir sprechen. Ich sehe diese noch nicht in den ganzen Programmen, Strukturen und Etats verankert, die es bräuchte. Wenn ich die Schulen nachhaltig umstellen möchte, muss ich Personalstellen schaffen und Ressourcen langfristig bereitstellen, das steht noch aus.

Hier kommt wahrscheinlich erschwerend hinzu, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht, da Schule in Deutschland immer noch Ländersache ist? Wäre ein bundesweites Konzept wünschenswert?

In gewissen Bereichen braucht es Einheitlichkeit, ja. Aber die individuellen Lösungen braucht es genauso. Es ist daher komplexer. Jede Schule ist unterschiedlich, von der Schülerschaft über die Lehrkräfte bis hin zur Ausstattung. Es gibt so vielfältige Situationen, dass man Schulen eigentlich viel mehr Freiheiten geben müsste, damit sie das Bestmögliche für sich entwickeln können. So gut ich viele Länder- und Bundeslösungen finde, haben sie häufig leider auch einen Ansatz von Kontrolle und bremsen dadurch aus.

Der Digitalisierungsschub kam für viele Lehrkräfte sehr abrupt. Gibt es für sie Schulungs- und Fortbildungsangebote?

Die gibt es über das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) und sie werden wahrgenommen. In den letzten Wochen und Monaten wurde hier sehr viel geschaffen. Die Frage ist, ob es so ausreicht oder ob es noch andere Formate und Konzepte braucht? Vielleicht muss sich auch das Berufsbild der Lehrkräfte ändern?

Meiner Ansicht nach müssten sich Lehrkräfte von sich aus stärker fortbilden, wie es in der Geschäfts- und Wirtschaftswelt üblich ist. Das sehe ich bei Lehrern noch nicht, es hat aber auch den Hintergrund, dass die Räume fehlen, in denen das angemessen stattfinden kann. Wenn ich mich selbstständig fortbilden möchte, dann geschieht das nicht selten on top. Und die Aufgaben, die Lehrkräfte bewältigen müssen, sind in den letzten Wochen nicht weniger geworden.

Lernen wird beeinflusst durch die Ausstattung der Schule, die Ausbildung der Lehrkräfte und das private Umfeld. Was gäbe es für Möglichkeiten, im privaten Bereich in Zukunft besser aufgestellt zu sein?

 Ein Problem bei der Umstellung zum Digitalen kann der aus der Soziologie bekannte Matthäus-Effekt sein (“wer hat, dem wird gegeben”, Anm. der Red.): Indem Privilegierte, die besser ausgestattet sind, erfolgreicher und privilegierter werden, weil sie mehr Aufmerksamkeit erhalten. Ich sehe das Potenzial darin, dass ich mit digitalen Settings asynchron Arbeiten kann. Zum Beispiel kann ich nicht nur Menschen unterstützen, die in meinem Unterricht anwesend sind, sondern zu einem anderen Zeitpunkt auch online, in Form von Erklärvideos oder über kollaborative Dokumente, in denen Arbeitsaufgaben oder Projekte dokumentiert, Entwicklungen verfolgt und ganz gezielt unterstützt werden können.

 Lernprozesse können so gestaltet werden, dass ich unabhängig vom Ort Schülerinnen und Schüler fördern kann. Dazu müssen Voraussetzungen geschaffen werden, damit junge Menschen zu Hause oder an anderen Orten gut und in Ruhe arbeiten können, Internetzugang haben und die Geräte zur Verfügung stehen. Wenn das über die Haushalte nicht gelingen sollte, müssen Möglichkeiten geschaffen werden, ob in der Schule oder in anderen öffentlichen Räumlichkeiten. Jeder Schüler muss die gleichen Chancen haben.

Welche Veränderungen sollten langfristig beim Thema Bildung stattfinden?

Wir reden über Technik, darüber ob Schulen W-Lan haben, welche Geräte sie nutzen, aber eigentlich geht es doch darum, dass sich Bildung völlig neu definieren muss. Es braucht keinen Nürnberger-Trichter, in den oben der Stoff hineingeschüttet wird, damit ihn die Schüler schnell aufs Blatt bringen. Dass ein großer Teil von Unterricht immer noch auf Wissensvermittlung angelegt ist und nicht auf Wissenserwerb, führt meiner Meinung nach unter anderem dazu, dass solche Dinge wie die ‘Querdenker’ zustande kommen.

Ich habe das Gefühl, die Menschen haben einfach nie richtig gelernt zu lernen. Das Ziel von Bildung muss sein, dass junge Menschen Lernen lernen, selbstständig und kritisch. Der Kontext, in dem sie das tun müssen, wandelt sich gerade. Darum spreche ich vom kulturellen Wandel, hin zu einer Kultur der Digitalität. Es kann nicht sein, dass die Schule der einzige Ort ist, wo das nicht stattfindet. Was müssen junge Menschen lernen, dass sie die Demokratie verteidigen und nicht unterwandern oder gar gefährden? Wie lehrt man, kritisch zu denken – was nichts mit querdenken zu tun hat? Das sind die Fragen, die man sich stellen muss und warum für mich Unterricht völlig anders ablaufen muss. Digitalität bietet viele Möglichkeiten, das zu erreichen.

Durch Covid-19 wurde außerdem noch einmal klarer, dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit notwendig ist. Dass wir aktuell drei verschiedene Impfstoffe haben, ist ein Produkt dessen, dass Daten in großer Menge international zugänglich gemacht und ausgetauscht werden und vernetzt gearbeitet wird. Das ist etwas, was sich in der Schule auch abbilden muss.

Der Wandel zur Kultur der Digitalität könnte eine enorme Chance für unser Bildungssystem sein. Wie können wir sie nutzen?

Man muss verstehen, dass es nicht darum geht, schnelle Notlösungen zu finden, sondern einen langfristigen Prozess einzuleiten. Deshalb kann ich nur an die politischen Entscheiderinnen und Entscheider appellieren, dass sie langfristig planen. Solche Planungen brauchen Zeit und die sollten sie sich nehmen, um es richtig zu machen. Das ist die große Chance, die vor uns liegt.  

 

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