ANZEIGE I Fabian Schüler ist Geschäftsführer der Freiburger SIRIUS GmbH, die auf Digitalisierung und Optimierung von Geschäftsprozessen spezialisiert ist. Im Interview spricht der 37-Jährige sehr persönlich über strategische Entscheidungen, eine neue Businessplattform sowie über seine ADHS-Diagnose.
Wenn Sie auf die Entwicklung Ihrer Firma Sirius blicken – was hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert?
Fabian Schüler: Wir beschäftigen uns nach wie vor mit den Themen, mit denen wir groß geworden sind: Print, IT, Infrastruktur. Aber wir haben uns Schritt für Schritt weiterentwickelt, weil sich unsere Kunden verändert haben und auch, weil wir intern Kompetenzen aufgebaut haben.
War das ein bewusster Strategiewechsel?
Fabian Schüler: Es war eher eine logische Konsequenz. Wenn man gute Leute im Team hat, die Lust auf neue Themen mitbringen, dann entwickelt sich ein Unternehmen weiter. Früher waren wir stärker produktorientiert. Heute verstehen wir uns als Transformationsbegleiter. Wir unterstützen Unternehmen bei der Digitalisierung von Prozessen, bei Dokumentenmanagement, Cloudlösungen und strategischen Fragen rund um Daten und Automatisierung. Dafür gibt es auch den Smiling Data Club.
Was genau ist der Smiling Data Club?
Fabian Schüler: Eine Community-Plattform für mittelständische Unternehmen, die sich ehrlich mit Digitalisierung und Datenqualität auseinandersetzen wollen. Dafür schaffen wir einen Raum – digital oder vor Ort –, in dem Führungskräfte offen über ihre Herausforderungen sprechen können.
Was unterscheidet das Format von klassischen Business-Netzwerken?
Fabian Schüler: Es geht nicht primär um Verkauf, sondern um Orientierung. Unternehmerinnen und Unternehmer stehen oft vor ähnlichen Herausforderungen, wissen aber nicht, wo sie ansetzen sollen. Der Smiling Data Club ist eine Community, in der alle Fragen diskutiert werden können – auch untereinander. Manchmal bringt es mehr, wenn ein anderer Unternehmer von seinen Erfahrungen berichtet, als wenn wir als Dienstleister sagen, wo es langgehen soll.
„Die ADHS-Diagnose war für mich ein Aha-Moment. Bestimmte Verhaltensweisen, die mich schon lange begleiten, ergaben plötzlich Sinn.“
Wie steht SIRIUS insgesamt wirtschaftlich da?
Fabian Schüler: Wir wachsen seit Jahren stabil – etwa zehn Prozent pro Jahr. Aktuell liegen wir bei rund 3,7 bis 3,8 Millionen Euro Umsatz. Aber Umsatz allein war nie unser Ziel. Mir ist es wichtiger, wie rentabel wir arbeiten – und vor allem, wie die Stimmung im Team ist. Wenn Umsatz und Gewinn steigen, aber keiner mehr gerne zur Arbeit kommt, ist das kein nachhaltiges Wachstum.
Wie würden Sie Ihre Ausrichtung beschreiben?
Fabian Schüler: Ich möchte, dass wir als Spezialisten wahrgenommen werden – technisch stark, aber auch menschlich klar positioniert. Wenn jemand sagt: ,Die können Digitalisierung – und dort passt auch die Kultur‘, dann haben wir viel erreicht.

Zur Unternehmenskultur von SIRIUS gehört auch Ihr Umgang mit Ihrer ADHS-Diagnose. Warum sind Sie damit an die Öffentlichkeit gegangen?
Fabian Schüler: Weil Offenheit bei der Auseinandersetzung mit dem Thema wichtig ist. Ich wusste selbst lange selbst nicht, was es bedeutet. Meine Diagnose kam erst vor ein paar Jahren – ausgelöst durch den Alltag mit meinen Kindern, die ebenfalls ADHS haben. Für mich war das ein Aha-Moment. Bestimmte Verhaltensweisen, die mich schon lange begleiten, ergaben plötzlich Sinn, zum Beispiel mein Hang zur Impulsivität.
Sind Sie durch die ADHS im Berufsalltag beeinträchtigt?
Fabian Schüler: Sie bringt Herausforderungen und Stärken mit sich. Es gibt Aufgaben, die mir schwerfallen, obwohl sie objektiv klein wirken. Eine Mail, die andere in zehn Minuten schreiben würden, kann mich enorm viel Energie kosten. Dafür kann ich mich stundenlang in ein Thema vertiefen und Dinge mit großer Intensität vorantreiben. Diese Impulsivität hat uns als Unternehmen auch schon geholfen. Ich treffe Entscheidungen oft aus Überzeugung, gehe voran, probiere Neues aus. Natürlich nicht ohne Risiko – aber für mich ist Stillstand immer das größere Risiko.
Hat sich mit der Diagnose auch Ihr Führungsstil verändert?
Fabian Schüler: Ja. Ich erwarte keine Perfektion. Ich möchte, dass Menschen ihre Stärken einsetzen können. Wenn jemand eine Aufgabe besser kann, übernimmt er sie. Offenheit schafft Vertrauen. Wenn ich zugebe, dass ich in bestimmten Situationen Unterstützung brauche, ermutigt das auch andere, ehrlich zu sein. Und genau das stärkt ein Team. Ich finde, wenn der Geschäftsführer sagt: ,Es gibt Momente, da komme ich allein nicht weiter‘, dann öffnet das Türen. Es signalisiert: Schwächen dürfen sein – wir gleichen sie gemeinsam aus.
Was ist Ihr langfristiges Ziel mit SIRIUS und dem Smiling Data Club?
Fabian Schüler: Wir möchten als Impulsgeber für den Mittelstand wahrgenommen werden. Nicht nur als IT-Dienstleister, sondern als Sparringspartner für strategische Fragen. Wenn Unternehmen durch den Austausch im Club klarer sehen, wo sie stehen und welche Schritte sinnvoll sind, dann haben wir unser Ziel erreicht. Natürlich freuen wir uns, wenn daraus Projekte entstehen. Aber der Kern ist: Orientierung, Austausch und ehrliche Diskussion.
Weitere Informationen: www.sirius-gmbh.de
PR-Dossier: SIRIUS