Das Jahr 2020 war auch für den Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) ein herausforderndes Jahr. Schöne Momente hatte es dennoch. Ein kurzer Rückblick aus der badischen Perspektive des VdU.
VON DANIEL RUDA
Gleich die erste gute Nachricht zu Beginn: Das Jahr 2020 endet für den Landesverband Baden mit einem Mitgliederrekord, wieder einmal. Gleich 20 Unternehmerinnen schlossen sich zwischen Lörrach und Heidelberg dem Verband an. Mit nun 160 Frauen ist der badische weiterhin der größte Landesverband im ganzen VdU (1200 Mitglieder). Allein im Raum Freiburg finden sich 80 Geschäftsfrauen in diesem Netzwerk.
Die schlechten Nachrichten haben natürlich mit Corona zu tun. Viele Unternehmerinnen litten und leiden wirtschaftlich unter den Folgen der Pandemie. Der Lockdown im Frühjahr sowie der aktuelle sogenannte „Lockdown light“ zwang einige dazu, ihre Türen zeitweise zu schließen. Ihr Geschäft aufgeben musste zum Glück aber keine einzige. Andere wiederum, etwa jene im Gesundheitswesen, mussten zeitweise eine riesige Arbeitslast schultern.
Die Unternehmerinnen sind füreinander da
„Gerade in diesem schwierigen Jahr hat sich aber wieder gezeigt, dass im VdU eine unheimliche Hilfsbereitschaft und ein Zusammenhalt herrscht“, sagt Tanja Santner über die wichtigste Bilanz der vergangenen Monate. „Die Unternehmerinnen sind füreinander da“, bricht es die Kommunikationsberaterin, die im fünfköpfigen Landesvorstand für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, herunter.
Es habe viel Austausch und Solidarität untereinander gegeben, erzählt Santner. Die Unternehmerinnen-Stammtische wurden zeitweise ins Virtuelle verlegt und als Videokonferenzen abgehalten, im Newsletter wurden Dienstleistungen untereinander zu günstigeren Konditionen angeboten. Dazu gab es auf der Verbands-Homepage Informationen in der Krise und auch zahlreiche Webinare zu Themen wie Wirtschaftshilfen, politischen Forderungen oder auch zur Digitalisierung wurden vom Bundesverband aufgesetzt.
Der Landesverband Baden ist eigentlich bekannt für seine große Frequenz an Events, die war natürlich in diesem Jahr stark eingeschränkt. Ein paar Präsenz-Veranstaltungen kamen über das Jahr gesehen aber doch zusammen.
Darunter war auch jene, die das inhaltliche Highlight des Jahres war: Der gemeinsame Freiburg-Besuch von VdU-Präsidentin Jasmin Arbabian-Vogel und Rosely Schweizer, Ehrenpräsidentin und Enkelin der VdU-Gründerin Käte Ahlmann. Ein unbeschwerter Abend Anfang März, an dem die Pandemie noch ein einigermaßen diffus entferntes Etwas war.

bevor die Pandemie alles lahmlegte. Foto: Ulla Rudolphi Kaiser
Nina Hartmann zur neuen Landesvorsitzenden des VdU Baden gewählt
Die Unternehmerinnen und ihre Gäste verbrachten ein paar schöne Stunden zusammen. Arbabian-Vogel und Schweizer erzählten von ihrem eigenen Werdegang und tauschten sich mit den regionalen Geschäftsfrauen über die Rolle der Frau in Führungspositionen aus. Auch beim VdU Baden selbst gab es in diesem Jahr Veränderungen in der Führungsposition. Nach sechsjähriger Amtszeit von Martina Feierling-Rombach wurde Nina Hartmann (Südvers GmbH Assekuranzmakler in Au) zu ihrer Nachfolgerin als Landesvorsitzende gewählt. Hartmann war bis dato Regionalleiterin des Verbandes und macht sich seither mit ihrem Vorstandsteam daran, weiter an der positiven Entwicklung des Landesverbandes Südbaden zu arbeiten.
Im Juli war es dann auch möglich, unter Einhaltung der Corona-Regeln, ein Sommerfest auf dem Flugplatz in Freiburg zu feiern. Rund 60 Unternehmerinnen und Partner waren zu Gast bei VdU-Mitglied Julia Harter von der Firma FFH Aviation Training. „Bei jeder Menge Abstand, Frischluft und schöner Atmosphäre war das ein Highlight“, erinnert sich Santner. Bei einer Tombola kamen dann auch noch 1000 Euro für eine Spende an das Kuratorium Augustinermuseum Freiburg zusammen. Nur aus den vorgesehenen Rundflügen wurde leider nichts.

Zudem gab es in den warmen Sommertagen unter anderem noch eine Stadtführung durch Freiburg quasi auf den Spuren der dortigen Unternehmerinnen sowie einen Business-Lunch. Bei diesem saß VdU-Mitglied Karin van Mourik im Mittelpunkt. Im „Roten Bären“ erzählte sie von ihrer außergewöhnlichen Lebensgeschichte, der Gründung ihres Medizin-Unternehmens „Van Mourik Medical GmbH“ in Russland in den Achtziger Jahren und erinnerte sich, wie sich weltweite politische Entwicklungen sowie kulturelle Gegebenheiten verschiedener Länder auf die Erfolge und Schwierigkeiten ihrer Unternehmen auswirken, inzwischen betreibt sie fünf in Russland, China und Dubai.
Auch praktisch ging es zu: In einem kleinen Seminar brachte Wirtschaftsprüferin, Steuerberaterin und VdU-Mitglied Caroline Eichin (Bansbach GmbH) ihren Kolleginnen die Eckpunkte von Unternehmensbewertungen nahe. Im Herbst wurden Veranstaltungen dann wieder zurückgefahren und im „Lockdown light“ eingestellt. Ein letzter Termin steht aber noch auf dem Plan: Eine digitale Weihnachtsfeier per Videokonferenz. Danach endet dieses Jahr, in dem vieles gewackelt hat, der VdU in sich aber noch standfester geworden ist.
