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  • Handel 12/2021
  • Schwerpunkte

Titelstory: Stadt der guten Hoffnung

  • 22. Dezember 2021
Die Wiederbelebung der Stadt
Vielfältig, geschäftig, sozial: Südbadens Innenstädte in unserer Titel-Illustration von Studio Wilma.
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Mehr als je zuvor machen sich Experten und Bürger Gedanken über die Zukunft ihrer Innenstädte. Und bringen trotz aller düsteren Nachrichten aus dem Handel beachtliche Ideen hervor.

VON RUDI RASCHKE

Ein kleiner Blick in die Werkstatt unseres Magazins: Nie zuvor in den vergangenen sechseinhalb Jahren haben wir ein Thema derart eingehend besprochen wie die Idee, ein Einzelhandels-Heft zu machen. Die Idee selbst war wenig außergewöhnlich.

Ausgelöst war sie durch jene Verwerfungen, in denen globale Ereignisse wie die Pandemie auf lokale Ereignisse wie die Aufgabe geschätzter Einzelhändler trafen. Das Thema zu Weihnachten und zum Jahresende war somit gesetzt. Und es war bald klar, dass es allein vom Umfang her eher ein grundsätzliches Innenstadt-Thema wird als eines, das speziell die Rettung des Einzelhandels betrifft.

Was sich ebenfalls schnell entwickelte, waren die Ideen und Ansprechpartner zum Thema. Am Anfang gab es durchaus auch Skizzen, wie die ganz realen Leerstände, die kaum ein Kommunalpolitiker gern zugibt, sichtbar zu machen sind. Verlodderte Bretterbuden, verfallende Läden, Schmuddel-Graffiti in 1B-Lage – diese Ecken werden nicht weniger.

Allerdings: Es gibt zahlreiche Initiativen, die diese Zustände schnell beenden wollen. Es gibt unzählige Akteure, die Ideen mitbringen. Und es gibt sehr viel Redebedarf, wie sich das Blatt vielleicht zum Guten wenden lässt. Viele Vertreter und Institutionen kamen ausgiebig ins Plaudern, als sie auf das Thema Innenstadt angesprochen wurden, ein ausführlicher Experten-Teil im Heft ist die Folge davon.

Die Fragen zur vielzitierten Steigerung von Frequenzen und Aufenthaltsqualitäten werden dort beantwortet. Aber auch, was wir andernorts lernen können, sei es in Kopenhagen oder in Endingen.

Die Sicht der Wirtschaftsförderung: Hanna Böhme

Eine der Akteurinnen und Akteure, mit denen wir ins Plaudern gerieten, war Hanna Böhme, die Gesch.ftsführerin der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe FWTM. Klar, dass es bei ihr häufigdarum geht, was Wirtschaftsförderung angesichts der City-Krise leisten kann. Die FWTM führt auch mehr Gespräche denn je, sie geht aktiv auf junge Unternehmen zu, die als Händler oder Gastronomen im Stadtkern pachten wollen, sie beschäftigt einen Innenstadt-Koordinator, der Präsenz zeigt.

Allerdings sagt Hanna Böhme auch, dass nach ihrem Selbstverständnis „Wirtschaftsförderung“ von ganz vielen Akteuren und Institutionen einer Stadt betrieben werde, nicht nur durch ihr Unternehmen: „Zur Wirtschaftsförderung tragen die Politik und städtische Ämter bei, aber auch sehr viele Ehrenamtliche, bei uns beispielsweise im Lokalverein Innenstadt oder z’Friburg“.

Letzteres ist eine Händlervereinigung. Zum Ehrenamt gehöre laut Böhme, dass sich Geschäftsleute mehrere Stunden die Woche dafür einbringen, dass die Stadt und damit ihre Geschäftsgrundlage erhalten wird. „Das ist umso bemerkenswerter, als sie sich damit auch für jene Unternehmen einbringen, die das nicht leisten möchten“, sagt Böhme. Und manchmal seien es eben nicht nur Bürokratie oder mühselige Abstimmungsprozesse zwischen Behörden und Initiativen, sondern schlicht, dass es am Einbringen von Ideen, aber auch deren Umsetzung scheitere:

Warum auf drögen städtischen Plätzen wie dem Freiburger Kartoffelmarkt nicht mal eben ein charmanter Platten- oder Bücherflohmarkt stattfindet? Das liege weniger an Vorgaben oder Verboten, sondern schlicht daran, dass sich niemand für die Ausführung findet. Wer unzufrieden ist, dürfe sich gern einbringen, sagt Hanna Böhme.

Der Einflussbereich ihres Unternehmens stoße dagegen dort an natürliche Grenzen, wo beispielsweise private Immobilienbesitzer „nach eigenen Kriterien“ vermieten. „Wir können aber den Austausch suchen und argumentieren, dass Regionalität, Nachhaltigkeit und ein Bewusstsein, was zur Nachbarschaft passt, sehr wohl erfolgversprechend sein können. Und wir können dafür sorgen, dass die Kommunikation insgesamt besser wird.“

Schöner werben: Eine Kommunikationsstrategie von know idea

Eine Einkaufsbeobachtung, die an jedem Samstag, ob vor Weihnachten oder unterm Jahr, so problemlos möglich ist: Warum haben wir heutzutage das Gefühl, als sei es etwas beinahe Schrulliges, am Wochenende einen ganz realen Stadtbummel zu unternehmen? Ist der Nachbar, bei dem sich die Amazon-Päckchen und -Benachrichtigungen stapeln, denn soviel moderner, lebensfreudiger, cooler?

Das war die Idee für eine „Nix zu danken“- Kampagne: Warum um Himmels Willen tun denn der angeschlagene Einzelhandel und die kaum zum Kreativen neigenden Stadtverwaltungen so wenig, um auf dieses Erlebnis hinzuweisen? Warum finden sich vergleichsweise wenig Argumente in der Marketingkommunikation der Handelsvereinigungen, die beispielsweise in Freiburg überwiegend aus Herzle, Blümle und Aufkleberle („buy local!“) zu bestehen scheint?

Warum wirbt praktisch niemand mit dem wunderbaren Mix aus Begegnung, Beratung, Gespräch mit Erzeugern, Flanieren, Probieren und Genuss auf der Gass’? Das Freiburger Büro know idea hat sich der visuellen Kommunikation verschrieben hat, vom Schulbuch über Ausstellungen bis zum Kompletterscheinungsbild einer Universitätsbibliothek.

Wenn die beiden Agenturchefs Sonja Schäfer und Uli Weidner eine Kampagne für die heutige Innenstadt aufsetzen dürften, wie sähe sie aus? Zunächst wäre das erstens die Abgrenzung zum Onlinehandel, sagt Uli Weidner. „Wir wissen, wie’s geht“ lautet die Überschrift zu zwei Plakatmotiven.

Sie thematisieren augenzwinkernd das, was es online schlicht nicht gibt: Dass ein Mann im Laden seine Hosengröße ermittelt bekommt. Dass man selbst mit der besten Sendungsverfolgung beim Paketdienst wohl kaum spontan eine Münsterwurst essen können wird.

In einer zweiten Idee wird allgemein die „Stadtmospähre“ herausgestellt, fast schon literarisch: Zitate, Geschichten, Geflüster, um die Poesie der „Stadt als Erlebnisraum“ einzufangen. „Was vielleicht ein wenig untergegangen ist“, sagt Weidner, denn schließlich ist der Ursprung von Städten in der Regel Markt und Handel.

Wenn eine Stadt ihr Jubiläum feiert, jährt sich in der Regel ja nicht das erste Haus, Bächle oder der Spatenstich der großen Kirche, sondern das Marktrecht. Dass die Kultur der Stadt aufs Einkaufen gründet, kann durchaus hervorgehoben werden. Die Punkte drei und vier der Kampagnenskizze sind dann bereits werbliche Detailideen: Eine Broschüre oder eine Website, die ebenfalls amüsant die Nachbarschaft unter Händlern würdigt.

Auch um zu unterstreichen, dass das städtische Nebeneinander von inhabergeführten Geschäften zwar manchmal zufällig, aber durchaus bereichernd sein kann. Wo man den Florist in der Altstadt über den Goldschmied nebenan sprechen lässt und umgekehrt, aber nicht über sich selbst. Und schließlich das Bündeln von Angeboten, die die 1B-Lagen oder auch City-Ränder etwas aufwerten.

Indem besondere Serviceleistungen wie Gratis-Änderungsschneider in einer hübschen Aufbereitung gezeigt werden. Oder auch die Werbung zum Verspazieren von „fünf Kilometer Genuss“ denkbar wird. Das alles sind Vorschläge, die durchaus umsetzbar wären, mehr Unterstützung als aktuell hatte der darbende Einzelhandel vermutlich nie zuvor.

Er könnte selbstbewusst zeigen, was online eben nicht möglich ist. Einen Spielzeug- oder Buchladen beispielsweise, in dem man sein Budget und das Alter des Beschenkten nennt und mit einer verlässlichen Entdeckung unterm Arm nach Hause geht, wird man bei Amazon vergebens suchen. Überall auf der Welt wird gerade in die Rettung des Handels mit aufwändigen Erlebnis-Konzepten investiert.

Das Pariser Kaufhaus La Samaritaine bietet ein lustiges Video-Souvenir in Form einer Gastrolle in einer Paris-Version des Films „King Kong“ an, wenn man sich kurz vor eine Kamera stellt. Die Kollegen von Lafayette am gleichen Ort haben eine Second-Hand-Boutique im Hochglanz-Kaufhaus eröffnet. Und im Berliner KaDeWe, dem Kaufhaus des Westens, schaut die Halle nach dem Umbau aus wie die des „Grandhotels unter den Kaufhäusern“ (Süddeutsche Zeitung), die Rolltreppen wie zu einer Riesenblüte arrangiert.

Die Mustereinzelhändlerin: Ulrike Steinfels

Das mögen die Nachrichten aus der Welt der Einkaufs-Champions-League sein. Was nichts daran ändert, dass an der Basis der kleinen Geschäfte nach den selben Regeln gekickt wird: Es braucht das Erlebnis. „Nur einen Kleiderständer rauszustellen, reicht heute nicht mehr“, sagt Ulrike Steinfels, Chefin des Ladengeschäfts Blickfang am Freiburger Augustinerplatz.

Bei Steinfels wird fast jede Kundin wie eine gute Bekannte behandelt und allein das ist an ihrem Laden etwas Besonderes. Freundliche Beratung, hier ein Plausch, da bisschen Philosophieren. Die Marken und Schnitte, die sie führt, sind das eine, das andere ist die Atmosphäre: Die kleine Kaffeemaschine ist so zentral platziert wie die Kasse.

Im schönen Hofeingang ist auch mal ein lokaler Eismacher zu Gast, es gibt Vernissagen befreundeter Fotografinnen wie Anja Limbrunner. Kürzlich hatte eine Kundin, die durch ein Feuer fast ihre ganze Garderobe verloren hatte, sich zum Großeinkauf bei Ulrike Steinfels eingefunden. Am Ende saßen beide im Hinterhof der Boutique und haben eine Flasche Wein entkorkt, hilft ja nix.

Ja, Einkaufen kann auch ein Trostspender sein. Man möchte es allen Lokalpolitikern zurufen, die immer noch das nicht-Kommerzielle und Konsumfreie auf menschenleeren Steinwüsten besonders lobenswert finden. Bei Ulrike Steinfels hat das Einkaufen durchaus etwas Kulturelles.

Kunden aus Basel, die regelmäßig vorbeischauen, werden nicht müde, den Laden mit „so etwas gibt es bei uns nicht mehr“ zu feiern. Steinfels ist übrigens auch eine jener Ehrenamtlichen, von denen die FWTM-Chefin Hanna Böhme spricht. Nicht jeder an der Gerberau wird vermutlich wie Ulrike Steinfels nach der Erziehung von fünf Kindern im Patchwork noch in Lokalvereins-Sitzungen für seinen Kiez kämpfen, sie tut es.

Und schafft damit den Gegenentwurf zum Online-Shopping, das sie allerdings seit einem Jahr auch anbietet. Hanna Böhme sagt zur Zukunft, dass es vielleicht in der Vorstellung des Facebook- Gründers Mark Zuckerberg und dessen Meta-Universum überhaupt nicht mehr nötig wäre, die Wohnung zu verlassen, eine Virtual-Reality-Brille würde für alles ausreichen. „Ich denke aber, dass die alte europäische Stadt, ihre Märkte und ihre Kultur, diesem Szenario sehr viel entgegenzusetzen und deshalb auch eine Zukunft hat.“

Und nicht zuletzt, dass sie sich wünsche, „dass wir auch nicht alles kaputt reden und eine selbsterfüllende Prophezeiung ausrufen, bei der am Ende wirklich keiner mehr die ‚City‘ betreten mag“. Dass dem nicht so sein wird, kann als sicher angenommen werden. Die Architektur der Stadt und die öffentlichen Räume sind immer noch ein großartiger Schauplatz, eine Bühne für große wie kleine Auftritte, für Kulturkonsum und Konsumkultur.

Das klassische Kaufhaus wird wohl verschwinden, was nicht nur am Online-Konsum liegt oder der Pandemie, sondern auch am Sortiment und der nachwachsenden Kundschaft: Der Markt für Tom-Tailor-Kurzarmhemden dürfte bald nicht mehr da sein. Ähnlich schaut es mit Malls und Zentren am Stadtrand aus, „auszehrend“ nannte sie die Publizistin Hannelore Schlaffer einmal in ihrem Essay „Die City“.

Was nicht sterben wird, ist das Quartier der kurzen Wege: In Paris entstand die Idee der „Viertelstunden-Stadt“: In einem solchen Radius sollte Leben, Arbeiten, Lebensmittel-, Arzt-, Bildungs- und kulturelle Versorgung möglich sein. Hoffnung macht auch, dass sich derzeit sehr viele Menschen mit solchen Ideen beschäftigen.

Egal, ob es das Innenstadt- Kolloquium ist, dass zum Jahresanfang von der Stadt Freiburg abgehalten wird oder ein geplantes Barcamp-Format des Bund Deutscher Architekten: Es geht kommunikativ zu, selbst wenn es für einige Händler zu spät kommt – der überwiegenden Mehrheit wird die offene Ideenwerkstatt allerdings gut tun.

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