Die Firma MSG Krandienst aus Kehl packt bei Bergungen mit an, vermietet Kräne und hilft beim Transport von Windrädern von Nord nach Süd. Ein Gespräch über grenzüberschreitende Schwerlasttransporte und die Auswirkungen der Industriekrise.
Text: Julia Donáth-Kneer
Das war ein Mammutprojekt mit unerwarteten Schwierigkeiten. 2022 machte im Europa-Park ein Großeinsatz Schlagzeilen, als die 65 Tonnen schwere Parabolantenne, die jahrelang mitten im Park stand, abgebaut wurde. Die Demontage des Bundesnachrichtendienst-Relikts, das aus den Jahren des Kalten Krieges übriggeblieben war, gestaltete sich kompliziert: „Da es keine Baupläne gab, konnte das Gewicht nur anhand alter Unterlagen geschätzt werden“, erklärt Björn Jatz, Geschäftsführer der MSG Krandienst aus Kehl. Aufgrund jahrelangen Farbauftrags wog die riesige Antenne 40 Tonnen mehr als angenommen. Am Ende war ein 700-Tonnen-Kran im Einsatz sowie zwei weitere 100-Tonnen-Mobilkräne, die sich exakt abstimmen und koordiniert arbeiten mussten. Insgesamt gingen die Hebearbeiten 21 Stunden ohne Unterbrechung, bis alles sicher am Boden war.
Aufträge wie diese sind sicherlich besondere für das Kehler Familienunternehmen. 55 Kräne und 20 Schwertransport-Lkws gehören zum Fuhrpark von MSG. Der größte ist ein 800-Tonnen-, der kleinste ein 40-Tonnen-Kran. Wobei sich die Angabe auf die Traglast, nicht auf das Gewicht der Maschine bezieht.


