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  • Unternehmen

Beckesepp: Damit die Menschen weiter dort einkaufen können, wo sie leben 

  • 30. März 2026
Beckesepp-Supermarkt in Sölden
Der Supermarkt am Ortsrand von Sölden im Hexental ist fast komplett aus Holz gebaut.
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Beckesepp wächst weiter. Das Unternehmen aus St. Peter baut derzeit in Oberried einen weiteren Supermarkt. Inhaber Johannes Ruf treibt zudem hybride Lebensmittelgeschäfte voran und im Freiburger Quartier Kleineschholz ein Food-Rescue-Restaurant. Über neue Konzepte in einem alten Familienbetrieb. 

Text: Christine Weis 

Lebensmittelversorgung vor Ort ist heutzutage gerade auf dem Land nicht mehr selbstverständlich. In Simonswald hatte man sich gerade daran gewöhnt, dass mit dem Beckesepp-Edeka ein Vollsortimenter täglich von 6 Uhr morgens bis Mitternacht und sonntags von 8 bis 22 Uhr offen hat. Dann war Anfang Februar plötzlich wieder Schluss – zumindest mit dem Einkauf an Sonn- und Feiertagen. Der Grund: eine Änderung des baden-württembergischen Ladenöffnungsgesetzes. Demnach dürfen die Verkaufsstellen ohne Personal maximal 150 Quadratmeter groß sein. Der Laden in Simonswald hat mehr Fläche. Die Gemeinde reagierte prompt und beruft sich auf einen Paragrafen des Gesetzes, der vorsieht, dass Verkaufsstellen in Kur- und Erholungsorten jährlich an 40 Sonn- und Feiertagen geöffnet sein dürfen. 

„Das Gesetz geht an der Lebenswirklichkeit und dem Versorgungsbedürfnis der Menschen vorbei.“ Johannes Ruf, Geschäftsführer Beckesepp

In Waltershofen allerdings, wo es ebenfalls einen kleinen personallos funktionierenden Beckesepp-Markt gibt, bleibt die Tür sonntags zu. Johannes Ruf ist verärgert: „Das Gesetz geht an der Lebenswirklichkeit und dem Versorgungsbedürfnis der Menschen vorbei“, sagt der Inhaber und Geschäftsführer von Beckesepp. Einerseits wolle der Gesetzgeber die ländliche Nahversorgung stärken, andererseits schränke er diese durch solche Detailregelungen ein. Der Geschäftsmann will das nicht hinnehmen und hat eine Unterschriftenaktion gestartet. Besonders störe ihn die Unlogik der Ausnahmen. „Warum darf ein Klosterladen sonntags mit Personal verkaufen, egal wie groß er ist – und wir nicht, obwohl in unseren teilautomatisierten Märkten niemand am Sonntag arbeiten muss?“  

Vier Märkte, ein Prinzip: Nahversorgung im regionalen Raum – hier in Simonswald und St. Peter (oben) sowie in Waltershofen und Oberried (unten).

Tatsächlich funktionieren die Geschäfte in Waltershofen und Simonswald ohne Sonntagsschicht. Es sind sogenannte Walk-in-Stores. Der Zugang läuft via Bankkarte, bezahlt wird an den SB-Kassen. In Waltershofen ist das System noch ausgefeilter. Dort erfassen nach dem Check-in via Karte oder App Kameras und Sensoren die Produkte, der Rechnungsbetrag wird beim Rausgehen automatisch abgebucht. 

Und doch will Johannes Ruf keine reine Automatenwelt. In den weiteren acht Supermärkten, die er im Freiburger Stadtgebiet, in Hinterzarten, Kirchzarten, Sölden und St. Peter betreibt, sind die Öffnungszeiten etwas kürzer. Sie enden je nach Standort zwischen 20 und 22 Uhr und die Märkte sind durchgehend mit Personal besetzt. „Wir brauchen und wollen Mitarbeitende in den Märkten. Unsere Filialen sind auch ein wichtiger Ort für Begegnung und Austausch“, betont der 57-Jährige. Die Selbstbedienungstechnik sei lediglich eine Ergänzung und schaffe Flexibilität für Kundschaft wie Angestellte. Außerdem sei sie eine Antwort auf den zunehmenden Fachkräftemangel. WEITERLESEN

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