Noch ist Tempeh eine Nische. Andreas Probst entdeckte das fermentierte Sojaprodukt vor 40 Jahren in den USA. Heute produziert er es in der Ortenau und glaubt an den Durchbruch des proteinreichen Lebensmittels.
Text: Christine Weis • Fotos: Santiago Fanego
Es riecht nach Curry und Thymian, rattert, zischt und klappert. Wasserdampfwolken lösen sich im Durchzug auf. Türen und Fenster stehen weit offen. Zwei Mitarbeiterinnen wiegen Gewürze ab, verteilen gekochte Sojabohnen auf große Bleche. Es ist acht Uhr morgens an einem Dienstag im August. Noch liegen die Temperaturen unter 30 Grad, doch die Sonne streckt schon ihre heißen Strahlen in die Kirchstraße von Ottenheim. Hier im Ortskern, in den Räumen der ehemaligen Dorfbäckerei Hatt, produziert Abeentoo seit Anfang 2023 Tempeh in Bioqualität.
„Jahr für Jahr haben wir das Volumen verdoppelt, aktuell sind es 300 Kilo in der Woche“, sagt Firmengründer Andreas Probst. Anfangs machte er alles alleine, seit 2023 beschäftigt er zwei Teilzeitkräfte und einige Aushilfen. Seine Frau Andrea unterstützt ihn, wenn es viel zu tun gibt, vor allem auf Märkten und Messen.
„Der Absatz steigt und der Bekanntheitsgrad nimmt zu, doch im Vergleich zu Tofu ist Tempeh ein Nischenprodukt“, sagt Probst. Dabei haben beide Lebensmittel Sojabohnen als Basis. Der Unterschied liegt in der Verarbeitung. Tofu entsteht durch geronnene Sojamilch, ähnlich wie Quark. Für Tempeh werden die Bohnen mit einer Pilzkultur fermentiert, was mit der Käsereifung vergleichbar ist. Wie das funktioniert, erklärt Andreas Probst beim Rundgang durch die Produktion. WEITERLESEN





Das Ehepaar Andrea und Andreas Probst arbeitet gemeinsam am Auf- und Ausbau von Abeentoo. Der Firmenname ist ein Fantasiewort, das sowohl an das englische „Bean“ für Bohne als auch an „Bee“ für Biene angelehnt ist.