ADA Cosmetics produziert in der Ortenau Hotelkosmetik für den Weltmarkt. Das Unternehmen kombiniert industrielle Präzision mit Nachhaltigkeit.
Text: Christine Weis
Es sieht aus wie in einer Küche: Rührbesen, Töpfe, Schaufeln, Schaber und Messbecher liegen blitzblank und ordentlich bereit. „Zuhause koche ich Suppe, hier mache ich Seife“, scherzt Yves Vogel beim Betriebsrundgang. Er bleibt im Bild: „Wir arbeiten streng nach den Rezepten, die wir von den Kollegen aus der Forschungs- und Entwicklungsabteilung bekommen.“ Die Zutatenliste umfasst in der Regel zwischen 10 und 25 Rohstoffe. Yves Vogel ist Verfahrenstechniker und leitet die Produktion sowie den technischen Bereich von ADA Cosmetics in Kehl. Der 46-Jährige ist seit 13 Jahren im Unternehmen und kennt die Prozesse aus dem Effeff.
Wir gehen weiter, die Werkzeuge und Behälter werden größer. In zwei hohen Edelstahlbehältern entstehen gerade zwei Tonnen Bodylotion der Eigenmarke für die Kreuzfahrtflotte von Aida. „Hier befinden wir uns im Emulsionsbereich. Wie bei der Herstellung von Mayonnaise werden Fett und Wasser zusammengeführt und sorgfältig vermischt, sodass eine homogene Creme entsteht“, erklärt Yves Vogel. Nach dem gleichen Verfahren fertige man auch Gesichtsmasken, Hand- und Fußcremes sowie Conditioner.
In der Abteilung Tensid werden Shampoo, Duschgel und Flüssigseife hergestellt. „Duschgel und Shampoo produzieren wir am meisten, sie werden einfach am häufigsten gebraucht“, sagt Yves Vogel. In Hotels gehören sie zur Grundausstattung, Bodylotion und Conditioner würden nicht überall angeboten. In der nächsten Halle füllt eine Maschine Shampoo und Co. vollautomatisch ab, codiert und etikettiert die Flaschen und verpackt sie in Kartons – bereit für den Weg in Hotelbäder auf der ganzen Welt.
Der Prozess beginnt jedoch viel früher beim Wareneingang. Bevor sie ins Lager kommen, werden die 400 Rohstoffe wie Glycerin, Farbstoffe, Parfümöle und Öle geprüft. Erst nach der Freigabe durch die Qualitätssicherung dürfen sie in die Produktion. „Sicherheit steht für uns an erster Stelle“, betont Vogel. „Das gilt für die Produkte – und vor allem für die Menschen, die hier arbeiten.“
ADA Cosmetics ist in Hygienezonen gegliedert, wie es in der Kosmetik-, Pharma- und Lebensmittelindustrie üblich ist. Je näher man dem Produkt kommt, desto strenger sind die Vorschriften. Die Produktion ist ein Weißbereich, erkennbar an der weißen Arbeitskleidung von den Schuhen bis zum Haarnetz. Logistik und Labor gelten als grau, Büros und Lager als schwarze Bereiche.
„Wir erfinden die Rezepte“, sagt Andreas Picker, der die Abteilung Forschung und Entwicklung leitet. WEITERLESEN



