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  • Pause 07/2021
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Aufforderung zum Müßiggang

  • 23. Juli 2021
Titelthema Pause
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Die Pause: Sie scheint neuerdings der kleinste gemeinsame Nenner zu sein, wenn es um einen Begriff geht, der Dinge wie Arbeitsunterbrechung, Erholungssuche, Urlaub, aber auch die große Auszeit unter einen Hut bekommt. Deshalb begegnet sie uns gerade überall.

VON ANNA-LENA GRÖNER UND RUDI RASCHKE

„Nirgends strapaziert sich der Mensch mehr als bei der Jagd nach Erholung.“

Laurence Stern

„Das beste am ganzen Tag, das sind die Pausen“

Roy Black und Anita, „Schön ist es, auf der Welt zu sein“

Unmittelbar nachdem wir als kleines Team mit ordentlich Arbeit unseren eigenen Pausenbedarf besprochen hatten und dieses Titelhema beschlossen war, begegnete sie uns plötzlich überall: „Ab in die Pause“ lautete ein Wochenend-Aufmacher der „Süddeutschen Zeitung“ vom 3. Juli (Titelseite: „Jetzt mal langsam“), „Wo geht’s raus?“ fragte das Cover von „brand eins“ und selbst das Magazin „fluter“ der Bundeszentrale für politische Bildung empfahl ganzseitig: „Mach mal Pause“.

Es war in diesem Sommer unser Eindruck auch bei allen Veranstaltungen von der großen Einweihung bis zum kleinen Spatenstich, vom wieder-gettogether bis zur Pressekonferenz: Wir brauchen jetzt eine Pause, nie war der Urlaub (so er denn stattfindet) so nötig, wir sind „überspielt“, wie es bei Sportlern nach 44 Partien ohne Unterbrechung heißt. Das hier fühlt sich nicht mehr wie in der Anfangsphase der Pandemie an, in der Stressbewältigung und Achtsamkeit in den Vordergrund kamen.

Das modische Training des Innehaltens wird den Anforderungen an uns alle nur noch schwer gerecht. Hinzu kommt unsere Sehnsucht, wieder physisch in andere Welten eintauchen zu können, ein Abenteuer zu suchen, Grenzen im Äußeren oder Inneren zu überwinden. Das hat mit den zurückliegenden Monaten zu tun und einer Flexibilisierung, die nicht an allen von uns gut bekommen ist.

Die Freiburger Professorin Katharina Domschke, Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Uniklinik, verwies im Frühjahr in einem Interview auf die Zunahme pathologischer Ängste um 30 Prozent in Deutschland. Mit Verweis auf eine große Nako-Studie beschriebt Domschke, dass bei vielen Menschen „Nervosität und Anspannung“ zugenommen haben, viele Menschen können „nicht mehr still sitzen, ihre Sorgen kontrollieren“. Ein „Grübelstopp“, wie sie es nennt, tut not.

Pausen sind schwer

Das grundsätzliche Pausieren fällt uns im Berufsleben immer schwerer. Was jedem Arbeitnehmer rechtlich zusteht, wird von den wenigsten genutzt. Die Fakten: 40 Prozent der Deutschen gelingt es nicht, gesetzlich vorgegebene Pausen einzuhalten. Verschnauft werden kann später. Die Konsequenzen kennen wir alle: wir sind gestresst, gereizt, ausgepowert und demotiviert.

Das war schon vor Corona so – Managersprüche, die fatal nach Rainer Werner Fassbinders „Schlafen kann ich, wenn ich tot bin“ klingen (er hat diesen Zustand bereits mit 37 Jahren erreicht), gibt es bis heute. Die Pandemie hat zusätzlich wie ein toxischer Stressor gewirkt, von dem wir dringend und endlich komplett in Ruhe gelassen werden möchten.

Wir gehen auf dem Zahnfleisch, sind von den zurückliegenden Monaten gebeutelter denn je und die seit wenigen Wochen vorsichtig wiederentdeckten Freiheiten befeuern die Sehnsucht nach einem Entkommen aus dem zermürbenden Alltag. Mittagspausen, Alltagsauszeiten und berufsfremde Ablenkungen tun zweifelsohne gut: sie fördern Konzentration und Kreativität, schaffen neue Perspektiven und helfen bei der persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung.

Aus Arbeitgebersicht steigern sie die Qualität und Effektivität der Mitarbeiter. Das ist heute wichtiger denn je. Vor einiger Zeit haben wir schon einmal darauf hingewiesen, welche Berufsbilder sich inzwischen sogar mit dem Gedanken an Auszeiten gegen das Ausbrennen tragen: Fußballtoptrainer wie Pep Guardiala haben ein Sabbatical eingelegt – ohne Angst, von der Bildfläche zu verschwinden, sondern mit einer kreativen Erneuerung bei der Rückkehr.

Pause vom Alltag
Blick über den Schwarzwald: noch besser als die Pause für mehr Effizienz ist das Innehalten ohne Absicht. Fotos: A. Dietrich

Andere machen es vor

Ein deutscher Papst hat gezeigt, dass man sich selbst in diesem Job zurückziehen darf und nicht darauf warten muss, dass der liebe Gott die Amtszeit beendet. Und auch die besten Köche der Welt pflegen inzwischen die Ruhe vor dem nächsten Ansturm: Gute Gründe dafür hat beispielsweise der Spitzenkoch René Redzepi am eigenen Leib erfahren.

Beim Chef des viermal zum weltbesten Restaurant ausgezeichneten „Noma“ in Kopenhagen war vor drei Jahren der Punkt erreicht, an dem nichts mehr ging, er war ausgebrannt. Zwei Monate hatte er sich damals eine Pause genommen, fünf Wochen davon marschierte er mit Freunden durch Japan. „Da konnte ich mich erstmals wieder spüren“, sagte der heute 43-Jährige dazu in einem Interview. Und er sagt auch: „Wer vorm Zehn-Meter-Brett springen will, sollte nie über die Tiefe nachdenken, sonst springt er nicht. Das ist der Spirit für Veränderung.“

Mut haben auch unsere Protagonisten dieser Ausgabe bewiesen, in dem sie sich beispielsweise eine Pause vom gewohnten Job nahmen, um beruflich völlig neue Wege zu gehen. Und das mit allen Konsequenzen: zum Beispiel dann arbeiten zu müssen, wenn andere Pause machen. Oder körperlich anstrengendere Arbeit zu leisten, um mehr Freiheiten zu genießen.

A propos Freiheit und was das mit „Pause“ zu tun hat: In der vordigitalen Zeit war die Pause (besonders bei Wiedergabegeräten) bekanntlich nur ein kurzes Anhalten, bevor es wieder an der selben Stelle weiter geht. Es gab Pause und Stop, die Pause war nur ein kurzer Unterbrecher. Heute ist die Pause alles, die Unterbrechung vor einem Umstieg, der Ausstieg mit offenem Ende, das kurze Innehalten. Sie wird zweifellos viel wertvoller, wenn sie nicht nur als Turbo-Boost für noch mehr Arbeitsbewältigung und Effizienz gesehen wird.

Keine Angst

Der Power-Nap-Schlaf als eine Art Druckbetankung für danach? Besser ist die Pause, in der ohne jede Absicht und ablenkende Gedanken Zeit verplempert wird. Schon gar keine Gedanken, wie diese Zeit jetzt besser genutzt sein könnte. Die Angst, etwas zu verpassen, als „Fomo“ (Fear of missing out) schon ein Kürzel gewordenes Phänomen, sollte ebenfalls pausieren.

Wenn wir in einem Ratgeber von weit vor der Corona-Zeit und in einer früherenPhase der Digitalisierung blättern, wird einem noch einmal einiges deutlich: Tom Hodgkinsons großartiges Buch „Anleitung zum Müßiggang“ von 2003 versammelt nicht nur im Titel Begriffe, die „out“ wirken, aber schleunigst wieder in Mode kommen sollten: Das „Mittagsschläfchen“ zum Beispiel, das „Flanieren“, aber auch das „Nichtstun daheim“.

Wir finden in Hodgkinsons Werk Erkenntnisse wie die, das Reichtum leider oft kein Ersatz für Fantasie sein kann. Und „die meisten Probleme der Welt scheinen von Leuten zu kommen, die zu umtriebig sind“ (Evelyn Waugh). Moderne Lebensführung bleibt eine Kunst, wichtig ist nicht das ständige Voranbringen, sondern die Unterbrechung. Denn wie erkannte bereits der Dichter Ovid vor mehr als 2000 Jahren: „Was keine Pause kennt, ist nicht dauerhaft.“

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