ANZEIGE | Viele Menschen checken erst wenige Jahre vor der Rente ihre Vorsorge und prüfen ihre Einkommenslücken. Philipp Danner und Johannes Seidler empfehlen, den Ruhestand langfristig zu planen. Und wichtiger als den Zeitpunkt des Renteneintritts gewichten sie die Frage: Wie soll das Leben danach aussehen?
Was bedeutet es finanziell, wenn aus einem Selbstständigen ein Ruheständler wird?
Philipp Danner: Während des Berufslebens geht es meist darum, Vermögen aufzubauen. Im Ruhestand steht nicht mehr der Aufbau im Vordergrund, sondern die sinnvolle und nachhaltige Verwendung. Gerade Selbstständige müssen dann klären, wie sie ihr finanzielles Polster in ein verlässliches Einkommen umwandeln können. Das ist etwas anderes als reine Geldanlage. Es geht nicht mehr nur um Rendite, sondern darum, das Vermögen so zu strukturieren, dass es den gewünschten Lebensstandard langfristig finanziert.
Welche Fragen müssen dafür beantwortet werden?
Johannes Seidler: Im Kern geht es darum, wie viel Geld ich wann zur Verfügung haben möchte. Daraus lässt sich dann ableiten, welche Mittel regelmäßig benötigt werden und welche langfristig investiert bleiben können. Wie hoch darf die monatliche Entnahme sein? Welche Reserven brauche ich? Welche Anlagen eignen sich für regelmäßige Auszahlungen? Und welche Ausgaben kommen möglicherweise zusätzlich auf mich zu? Diese Fragen müssen zusammengedacht werden.
Dabei weiß niemand, wie lange das Geld reichen muss. Im Idealfall bleiben den Menschen nach Renteneintritt noch viele gesunde Jahre. Inwiefern muss das berücksichtigt werden?
Danner: Das Thema Longevity – also ein möglichst langes, gesundes Leben – ist in aller Munde. Aber: Wer länger lebt, braucht auch länger Geld. Tatsächlich unterschätzen die meisten Deutschen ihre persönliche Lebenserwartung deutlich. Deshalb reicht es nicht, eine bestimmte Vermögenssumme anzustreben und daraus einen festen Betrag abzuleiten. Entscheidend ist es, lebenslang vorhandene Ausgaben mit lebenslangen Einnahmen zu decken. Dazu gehören langfristig investierte Kapitalanlagen ebenso wie Rentenlösungen. Gleichzeitig sollte die Planung flexibel bleiben, weil sich Bedürfnisse und Ausgaben im Ruhestand immer wieder verändern können.
Seidler: Eine große Rolle spielt auch die Liquidität. Sicherheit bedeutet nicht einfach, ein großes Depot zu besitzen. Das Geld muss auch unabhängig vom Stand der Börse verfügbar sein. Größere Anschaffungen oder unerwartete Kosten dürfen nicht dazu führen, dass man langfristige Anlagen zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen muss. Deshalb sollte vorher feststehen, welcher Teil des Vermögens kurzfristig verfügbar sein muss und welcher langfristig arbeiten kann.
Welche Fehler beobachten sie häufig bei der Ruhestandsplanung?
Danner: Viele unterschätzen die steuerlichen Auswirkungen. Der Zeitpunkt von Auszahlungen, der Verkauf von Vermögenswerten und unterschiedliche Einkommensquellen beeinflussen beispielsweise die Steuerbelastung. Man sollte diese Wechselwirkungen berücksichtigen, um finanzielle Spielräume zu erhalten. Deshalb betrachten wir Entscheidungen nie isoliert, sondern immer in der Gesamtsicht.
Seidler: Außerdem sollte man nicht nur an sich selbst denken. Zur Gesamtplanung gehört es unbedingt, die Partnerin oder den Partner abzusichern. Dabei sollte man auch überlegen, was passiert, wenn einer von beiden früher stirbt. Welches Einkommen fällt dann weg, welche finanziellen Mittel stehen dem anderen noch zur Verfügung? Und ist genügend Liquidität vorhanden?
Gerade Menschen in der Wirtschaft sind es gewohnt, ihr Vermögen immer weiter zu vermehren. Wann ist genug genug?
Danner: Viele Unternehmerinnen und Unternehmer haben ebenso wie vermögende Privatpersonen jahrzehntelang optimiert, investiert und Vermögen aufgebaut. Damit aufzuhören, fällt manch einer oder einem nicht leicht – selbst wenn die finanzielle Unabhängigkeit längst erreicht ist. Mit der Ruhestandsplanung schaffen wir deshalb Klarheit darüber, was das vorhandene Vermögen ermöglicht.
Lässt sich die Ruhestandsplanung von der Nachfolgeplanung trennen?
Seidler: Bei jemandem, der ein Unternehmen besitzt, eigentlich nicht. Beide Themen betreffen dieselbe Vermögensstruktur und beeinflussen sich gegenseitig. Wenn ein Vermögen oder ein Unternehmen übertragen werden sollen, muss gleichzeitig geklärt sein, welcher Teil für den eigenen Lebensstandard und die Absicherung des Partners benötigt wird. Sonst besteht die Gefahr, Vermögen weiterzugeben, das einem später für die eigene Versorgung fehlt.
Wann ist eine Ruhestandsplanung gelungen?
Danner: Wenn der Lebensabend frei von finanziellen Sorgen und das Vermögen so strukturiert ist, dass es zum eigenen Leben passt. Das Ziel ist nicht, möglichst viel anzuhäufen. Der Erfolg zeigt sich vielmehr darin, das Erarbeitete mit Gelassenheit nutzen und genießen zu können.
Weitere Informationen: www.danner-seidler.com
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