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  • Energie 10/2021
  • Schwerpunkte

Die verschleppte Energiewende

  • 16. Oktober 2021
Energiewende
Solarpark der Solarkomplex AG: Die Energiewende kann nicht unsichtbar sein. Foto: Solarkomplex AG
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Die Energiewende ist beschlossene Sache. Spätestens seit dem Wahlkampf im Zeichen des Klimas und „Fridays For Future“ ist die zügige Umstellung auf erneuerbare Energien erklärtes Ziel aller Entscheidungsträger, auch in Südbaden.

Doch vor Ort, im Konkreten, stellt sich die Lage oft komplizierter dar, als es Wahlwerbespots und Experten-PR vermuten lassen. Die Akteure sind Global Player, Lobbyisten, Visionäre, Regierungspräsidien und wütende Anwohner. Die Fragen sind: Wie ist die Energie-Lage in Südbaden? Wer will was? Und wo hakt es noch? Wir haben uns umgeschaut.

VON MAXIMILIAN HESS

Grüne Lobby?

Energie ist in erster Linie ein Business. Und es gibt kaum ein Business, das politisch so gut vernetzt ist wie die Energiewirtschaft. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gilt als eine der mächtigsten Organisationen im Energiesektor. Dem Lobbyverband zusammen gehören rund 1.900 Unternehmen an, darunter auch die Lokalmatadore Badenova und EnBW. Geleitet wird er von Kerstin Andreae, der ehemaligen Grünen-Bundestagsabgeordneten aus Freiburg.

Ihr Wechsel in die Organisation 2019 hatte überregional Wellen geschlagen. Eine Grüne an der Spitze der Energie-Lobby? Die einen sehen im Wechsel Andreaes zur BDEW einen Niedergang grüner Integrität und einen weiteren Ausverkauf von Idealen. Andere, beispielsweise auch Andreae selbst, argumentieren, dass eine Grüne an der Spitze des Verbands den angestrengten Wandel in der Energiepolitik viel aktiver mitgestalten kann.

Zwei Jahre später scheint es, dass die BDEW unter Andreae tatsächlich grüner geworden ist. Die Agenda des Verbandes hat sich für die Öffentlichkeit stark gewandelt. Bei ihrer Tagung Mitte September waren die Schwerpunkte so grün wie noch nie: Smart Cities, Windkraftausbau, Klimaneutralität: Im Schlagwortverzeichnis fehlte auch das Thema Innovation im kommunal Klimaschutz nicht.

Kerstin Andreae Energiewende
Aus der Grünen-Fraktion an die Lobby-Spitze: Kerstin Andreae. Foto: ZVG

Zu Gast auf diesem Podium: Martin Horn, Oberbürgermeister der Stadt Freiburg. Er sei überzeugt, dass kommunale Energieversorger eine Schlüsselrolle auf dem Weg zur Klimaneutralität einnehmen müssen, schreibt Horn im Anschluss an die Diskussion auf seinem Leitmedium Instagram.

Nicht nur der BDEW-Verband steht inzwischen öffentlichkeitswirksam an der Spitze der Energiewende, auch Vertreter von Unternehmen wie EnBW haben das Thema für sich entdeckt. Erst am 15. September forderte EnBW-Produktionsvorstand Georg Nikolaus Stamatelopolus öffentlich ein höheres Tempo beim Ökostrom. Knapp 30 Milliarden Euro stehen als potenzielle Unterstützung des Bundes für die Energiewende im Raum. Vertreter der Energiewirtschaft haben sich dabei in den letzten Jahren einen neuen Shootingstar der grünen Brückentechnologien gefunden: Fabrikgroße Gaskraftwerke, betrieben mit Wasserstoff.

Wasserstoff : Die Möchtegern-Zukunft

Im Jahr 2020 beschloss der Bund eine nationale Wasserstoffstrategie, mit dem Ziel, der lange bekannten, aber wenig ertragreichen Technologie zum Durchbruch zu verhelfen. Die Vorteile von Wasserstoff scheinen auf der Hand zu liegen: Wasserstoff kann „grün“ hergestellt werden. Konventionelle Gaskraftwerke können mit wenig Aufwand umgerüstet werden. Selbst Umweltexperten sehen in grünen Gaskraftwerken eine Reservetechnologie für die Zukunft.

Reserve deshalb, weil die eigentliche Stärke des Wasserstoffs in seiner Energie-Speicherkapazität liegt. Wenn es im Sommer also zum Beispiel eine Überproduktion von Strom aus Sonnenenergie gibt, kann diese Energie langfristig als Wasserstoff gespeichert und im Winter in Gaskraftwerken in Energie umgewandelt werden. Wasserstoff hat parteiübergreifend viele Unterstützer. Großes Augenmerk in Südbaden liegt dabei auf dem Standort Fessenheim an der deutsch-französischen Grenze.

Der CDU-Abgeordnete Matern von Marschall aus Freiburg setzte sich in der zu Ende gehenden Legislatur dafür ein, auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks ein deutsch-französisches Zentrum für Wasserstoff zu schaffen. Auf Nachfrage erklärt der Noch-Abgeordnete, dass er Wasserstoff nicht nur in der Stahlindustrie und in der Mobilität sehe, sondern für ihn Wasserstoff auch ein Mittel sei, Energie international zu speichern und zu verteilen. „Die in anderen Teilen der Welt – beispielsweise in den sonnenreichen Regionen Nordafrikas – erzeugte Energie könnte als Wasserstoff nach Deutschland transportiert werden,“ schreibt er.

Energiewende Wasserstoff Matern von Marschall
Sieht Wasserstoff als Zukunftstechnologie: Matern von Marschall. Foto: ZVG

Für von Marschall ist Fessenheim nicht nur deshalb „ein Idealer Ort“ für ein solches Zentrum, weil es nahe an relevanten Forschungseinrichtungen wie dem KIT in Karlsruhe, dem Fraunhofer-Institut in Freiburg und der Universität Straßburg liege. Fessenheim sei auch deshalb attraktiv, weil es an der Route Rotterdam-Genua gut an den internationalen Warenverkehr angebunden sei.

Wasserstoff als Energie-Handelsgut der Zukunft – aus Fessenheim in die ganze Welt. Wie aber soll es mit dieser Vision konkret weitergehen? „Der nächste wichtige Schritt wird die Veröffentlichung einer Machbarkeitsstudie im März 2022 sein. Vor der Veröffentlichung werden wir die Rahmenbedingungen für das Gelingen des Projektes setzen und dafür sorgen, dass keine endgültigen Entscheidungen getroffen werden, die den Zukunftsprozess Fessenheim behindern könnten“, sagt von Marschall. Die CDU an der Spitze der Energiewende – ein bisher ungewohntes Bild.

Der Senkrechtstarter Wasserstoff scheint es möglich zu machen. Dabei ist vieles, was die konkrete Umsetzung solcher Wasserstoff-Pläne angeht, noch komplett unklar. Ein Problem bei Wasserstoff sind nicht die tatsächlichen technischen Möglichkeiten, die ihm innewohnen. Sondern die Potenziale, die ihm angedichtet werden.

Wasserstoff ist als Energiespeicher nicht sehr effizient, es müsste immer noch wesentlich mehr grüner Strom produziert werden, als am Ende dann zur Verfügung steht. Es ist fraglich, ob Wasserstoff als Technologie-Allheilmittel alle Anforderungen überhaupt erfüllen kann. Der Plan: Wasserstoff soll auch in der Schwerindustrie flächendeckend zum Einsatz kommen und sogar noch, wie von manchen Politikern gefordert, im Auto ein Comeback feiern.

Das würde so große Anforderungen an die Infrastruktur rund um Wasserstoff stellen und einen so immensen Bedarf an grüner Energie erfordern, dass schon auf dem Papier sichtbar wird, wie sehr Wasserstoff als Energieträger in der Breite aktuell nur Zukunftsmusik ist. Wieso gibt es denn dann diese Aufregung um Wasserstoff? Der Schulterschluss, so scheint es, findet vor allem zwischen Industrie und Politik statt.

Auch Forscher und Umweltspezialisten stehen der Technologie positiv gegenüber, die Treiber des Wandels sitzen allerdings in den Verbänden. Dabei ist nicht nur Andreaes BDEW ein wichtiger Lobbyist, sondern auch die Organisation „Zukunft Gas“, ein Zusammenschluss aus Unternehmen und Verbänden aus dem Energiesektor. Zukunft Gas hat erst 2020 seinen Namen geändert, zuvor hieß der Verband „Zukunft Erdgas“.

Der Verband musste sich in der Vergangenheit den Vorwurf des „Greenwashing“ gefallen lassen: Greenwashing ist eine Kommunikationsstrategie, in der mithilfe eines grünen „Anstrichs“ über die eigenen, meist weniger grünen Ziele, hinweggetäuscht wird. „Zukunft Gas“ sei laut eines Berichts von Lobbycontrol gut vernetzt in Berlin. Genau wie die BDEW hat auch diese Organisation Hausausweise im Bundestag und pflegt gute Kontakte zu Abgeordneten und ins Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Insofern ist es wenig verwunderlich, dass auch die lokalen Wasserstoff -Unterstützer Badenova und EnBW Ostwürttemberg Donau Ries Mitglieder von Zukunft Gas sind. Man zieht an einem Strang.

Windkraft: So tot wie die Vögel im Rotor?

“Windkraft ist aktuell ein Debakel“, sagt Solarcomplex-Vorstand Bene Müller. Er muss es wissen. Schon seit 21 Jahren ist die Solarcomplex AG aus Singen am Markt. Angetreten war sie damals mit dem edlen Ziel, die Energieversorgung in der Bodenseeregion bis 2030 auf erneuerbare Energien umzustellen. Ein Ziel, das nicht mehr zu erreichen sei. Gerade beim Thema Windkraft ist dabei für Müller das Land selbst der größte Bremser.

Solarkomplex Bene Müller
Solarkomplex-Vorstand Bene Müller: Unzufriedenheit über das Ausbautempo. Foto: Solarkomplex AG

„Wir hatten zwei, drei gute Jahre, da haben wir viel gebaut. Und dieses Tempo hätten wir halten müssen. Haben wir aber nicht“, sagt er. Tatsächlich ist der Neubau von Windkraftwerken in Baden Württemberg stark zurückgegangen. 2017 wurden noch 123 neue Anlagen in Betrieb genommen, 2020 waren es 12.

Woran liegt der, so gar nicht ins Bild der emsig vorangetriebenen Energiewende passende, Absturz der Windenergie? „Die technischen Möglichkeiten haben wir eigentlich. Und auch am Kapital hapert es nicht“, sagt Müller. Vielmehr fehle der politische Wille. Man müsse bei Themen wie Naturschutz und Tierwohl einen Ausgleich schaffen und Kompromisse finden.

„Man kann die Energiewende nicht unsichtbar machen“, sagt Müller. Wenn man das Land wirklich auf erneuerbare Energien umrüsten wolle, wird es Solar- und Windparks geben müssen, die nicht versteckt werden könnten. Damit müssen Vögel und Anwohner leben. Windkraft kann aus dem Energiemix der Zukunft aber auch nicht einfach verschwinden. Im Sommer scheint die Sonne, im Winter windet es. So ließe sich, ganz pauschal, die Arbeitsaufteilung zwischen Solar- und Windenergie beschreiben.

Sollte eine der beiden Energiearten ausfallen, müsste die Energie der anderen langfristig gespeichert werden. Batterien sind noch nicht für saisonale Speicherung geeignet, damit bleibt nur Wasserstoff. Es mag ernüchternd klingen, aber: Es ist ein Lösungsansatz, der nicht funktioniert.

Solarkraft – Beim Besten nichts Neues

Runde Tische, Diskussionsrunden und Informationsveranstaltungen: Das Kompetenzzentrum Energie des Regierungspräsidiums berät Privatpersonen, Kommunen und Unternehmen bei Fragen zu erneuerbaren Energien. Ein Ortsbesuch in der Freiburger Bissierstraße. Der Bedarf nach solcher Beratung ist da. „Wir bringen uns proaktiv ein und wollen dies weiter ausbauen“, sagt Annika Nußbaumer vom Kompetenzzentrum Energie.

Dabei unterscheiden sich Wind- und Solarkraft in ihren klassischen Problemen. Bei Solarenergie sei das meistgehörte Problem das der Flächenverfügbarkeit. Dabei geht es nicht um Unternehmer oder Privatpersonen, die Solarpanels auf ihre Dächer bauen möchten, sondern um große Solarparks.

Dabei würden die Flächen für Solarparks noch oft mit den Agrar-Flächen konkurrieren. Flach, sonnig, groß – Agrarwirtschaft und Solaranlagen haben ähnliche Anforderungen an Flächen. Eine Vereinbarkeit ist erst langsam auf dem Vormarsch (siehe auch den Beitrag in dieser Ausgabe). Doch nicht nur bei Bauern, sondern auch in den Kommunen gibt es oft eigene Pläne mit vorhandenen freien Flächen.

Die Kommunen müssen verschiedene Nutzungsinteressen berücksichtigen. Ist die Fläche vielleicht schon als Ausgleichsfläche für ein Gewerbegebiet vorgesehen? Wie sieht es aus mit der Wohnbebauung?“, berichtet Nußbaumer. Auch das Thema Anwohner ist bei Solarkraft wichtig.

Anders als bei Windkraft sind allerdings weniger Leute direkt betroffen, da Solarparks weniger prominent sind im Landschaftsbild. „Da geht es dann auch um Tourismus, wenn zum Beispiel ein Wanderweg daneben entlang führt“, sagt Nußbaumer. Es gebe inzwischen aber immer mehr Ideen, wie diese Probleme umgangen werden könnten. In Renchen gibt es einen Solarpark, der auf einem See schwimmt.

Die Bebauung von Lärmschutzwänden mit Solarpanels nimmt zu, auch Konzepte für duale Nutzungen von Flächen, sowohl für Landwirtschaft als auch für Solar stehen in den Startlöchern und werden teils schon umgesetzt. Solarenergie ist in Baden-Württemberg der Leistungsträger unter den grünen Technologien. 2018 lag der Anteil von Photovoltaik in der Brutto- Stromerzeugung in Baden-Württemberg bereits bei 9,2 Prozent, Tendenz steigend. Dennoch hat das Land eine Solaroff ensive ins Leben gerufen, mit der der Anteil von Photovoltaik noch schneller steigen soll.

Das Land vergibt Förderprogramme, Wettbewerbe und durch angepasste Verordnungen soll die Zahl der Neubauten weiter steigen. Dabei ist gerade für Privatpersonen und Unternehmen die eigene Solaranlage finanziell immer lukrativer. Der offene Wettbewerb sorgt für fallende Preise (und vereinzelt auch bankrotte Solarfi rmen), gleichzeitig wird die Technik immer sicherer und effizienter.

2021 lohnt es sich, als Unternehmer oder Privathaushalt auf Solarenergie zu setzen. In der Summe helfen diese kleinen und mittleren Ausbauten. Die enorme Rolle, die der Solarkraft in der Energiewende zukommt, kann von diesen Projekten aber nicht getragen werden. Dafür braucht es großflächige Nutzungen.

Windkraft für Energiewende
Windrad-Bau im Solarkomplex-Windpark in Verenafohren. Foto: Hegauwind/DesignConnection

Zwischen Naturschutz und Kompetenzgerangel – Der „grüne“ Energiemix

Die Entwicklung der Windkraft stagniert, Photovoltaik hat aktuell die Nase vorn in der Region. Ist es nicht möglich, die Energiewende auch mit ungleichen Anteilen in der Energiegewinnung zu schaffen? „Nein, es braucht einen Mix“, sagt Julian Kolbe, Aktivist und Experte bei Greenpeace Freiburg. Auch Greenpeace kritisiert die bürokratischen Hürden, die auf kommunaler und Landesebene immer wieder für Verzögerungen oder gar Abbrüchen von vielversprechenden Projekten führen würden.

Zwischen Bund, Land und Kommunen kommt es beim Ausbau erneuerbarer Energien dabei immer wieder zu Problemen. Die einen formulieren hoch gesteckte Ziele, die anderen verweisen auf ihre kommunalen Bau-Regelungen. Zum Beispiel beim Artenschutz: Der Rotmilan ist ein in Baden Württemberg heimischer Vogel, eine geschützte Art. Dabei ist der Bestand der Rotmilane in Baden-Württemberg nicht gefährdet, deutschlandweit jedoch schon.

Da der Rotmilan verhältnismäßig oft Opfer von Schlägen durch Windräder wird (32 mal in Baden-Württemberg) hat die Landesanstalt für Umwelt letztes Jahr die Richtlinien für den Schutz des Rotmilans angepasst. Die Folge: Da die Reviere der Rotmilane den idealen Baufl ächen für Windkraftanlagen sehr ähnlich sind, hat die neue Regelung einen großen Teil der potenziellen Bauflächen für Windkraftanlagen in der Region blockiert.

„Natürlich muss man das abwägen,“ sagt Julian Kolbe: „Aber wenn wir nichts gegen den Klimawandel tun, werden weltweit sehr viele Arten aussterben.“ Zu argumentieren, wir könnten keine Windkraft installieren, weil die Arten dadurch bedroht sind, sei ein kleiner Widerspruch in sich: „Man sollte das nicht gegeneinander ausspielen.“ Der Artenschutz ist nur ein Beispiel dafür, was Zielkonflikte zwischen verschiedenen staatlichen Institutionen Negatives bewirken können.

Und es zeigt, wie schwierig sich die Umsetzung eines so gigantischen Infrastrukturprojektes durch die beteiligten Stellen hindurch gestaltet. Dabei ist – da sind sich die Akteure der Branche einig, nicht das große Ziel das Problem, sondern dass der Austausch zwischen den Landesministerien, Regierungspräsidien und Rathäusern immer schwieriger wird.

Und nun? – Die Uhr tickt, die Anträge setzen Staub an

„Das Thema Energiewende hat oberste Priorität, das hat man im Wahlkampf gesehen“, sagt Heiko Hogenmüller, der ebenfalls im Kompetenzzentrum Energie tätig ist. Egal ob politische Entscheidungsträger, lokale Agenturen oder die Wissenschaft – alle sind einig in ihrem Tatendrang und sich der Probleme bewusst. „Das Ziel muss sein, die Verfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Erste Schritte hierfür wurden gemacht“, sagt Hogenmüller mit Blick auf die Bürokratie beim Ausbau von Solar- und Windkraft. Und mit den mittlerweile möglichen Effizienzsteigerungen bei Neubau und Instandsetzung von Windrädern ist die gesunkene Zahl neu gebauter Windräder zum Teil auch kompensierbar. Nahezu alle sind sich einig, dass sie wollen.

Die zeitlichen Ziele werden allerdings von Tag zu Tag utopischer. Wieso? Politik und die großen Energieanbieter bieten den Wasserstoff als Lösung für die Speicher- und Transportprobleme an, wohlwissend, dass gerade für die großen Energiekonzerne Wasserstoff ein Feld mit immensem Gewinnpotenzial ist. Abseits von Visionen und Konferenzen ist davon allerdings noch nicht viel zu sehen.

Die Energiewende zerbröselt aufgrund von Genehmigungsverfahren, Kompetenzgerangel und nicht ausgeschöpften Subventions- und Investitionstöpfen. Dabei ist die Zeit ein unbarmherziger Gegner. Zumindest das scheinen die politischen Entscheidungsträger mittlerweile zu erkennen. Institutionen wie das Kompetenzzentrum versuchen, Prozesse zu vereinfachen und Unterstützung zu leisten – ein Symbol dafür, für wie dringlich genau diese Unterstützung gebraucht wird und eine wichtige Hilfestellung.

Denn ohne Unterstützung, ohne Entschlackung politischer und bürokratischer Prozesse und ohne gewisse Abstriche, die ganz Südbaden zu tragen haben wird, scheint es, dass die Energiewende im angedachten Zeitrahmen nur scheitern kann.

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