Till Vogel ist gerade mal 37 Jahre alt, hat zwei große Töchter und eine Steuerberatungskanzlei mit fast 50 Mitarbeitenden. Sein privater und beruflicher Werdegang hat viel mit der Devise zu tun, die sein Vater ihm vorgelebt hat.
„Ich mag Mathe und Worte. Dazu passt der Beruf des Steuerberaters und Wirtschaftsprüfers perfekt, das habe ich schon früh erkannt. Mit 13 oder 14 Jahren habe ich bei einer Feier meiner großen und verstreuten Familie eine Cousine kennengelernt, die als Wirtschaftsprüferin arbeitete, und anschließend gedacht: Das werde ich auch. Ein Schulfreund des Vaters, selbst Steuerberater, wollte mich davon abbringen, aber ich dachte: Lass mich mal machen. Dinge einfach erledigen, nicht viel darüber reden: Das ist meine Devise, das hat mein Vater mir so vorgelebt.
Er war ursprünglich Kfz-Mechaniker und hat sich bei Endress + Hauser hochgearbeitet, hat technische Vertriebsgesellschaften in mehreren Ländern aufgebaut. Unter anderem in Japan, wohin er meiner Mutter gefolgt war. Sie arbeitete als Fremdsprachenkorrespondentin fürs ZDF, und so kam es, dass ich in Tokio geboren wurde. Mein Vater hat Dinge einfach erledigt. Das hat mir immer gefallen, aber ich wollte weniger unterwegs sein als er. Selbstständig und unternehmerisch arbeiten, aber nicht so viel reisen: ein weiterer Grund, der für die Steuerberatung gesprochen hat.
Der Plan wurde noch konkreter, als meine Frau und ich mit 16 und 18 Jahren während der Schulzeit Eltern wurden. Auch da war uns klar: Wir machen das einfach, wir übernehmen Verantwortung für dieses Kind. Es war zwar nicht geplant, aber gewollt. 2007 kam unsere Tochter zur Welt, 2008 habe ich Abi gemacht. 2009 haben wir geheiratet und 2010 unsere zweite Tochter bekommen. Um Steuerberater zu werden, habe ich zunächst Jura studiert, dann aber gemerkt, dass es so ewig dauert, bis ich Geld verdiene. Deshalb bin ich zur Dualen Hochschule gewechselt. 2016 konnte ich mein Examen als Steuerberater machen, 2020 als Wirtschaftsprüfer. Der Freund des Vaters, der mir damals abgeraten hatte, rief mich nach der bestandenen Prüfung an und gratulierte.
Jetzt helfe ich unseren Mandanten, ihre gesetzlichen Pflichten zu erfüllen, begleite sie im gesamten Finanzprozess, sodass sie sich auf ihr Kerngeschäft fokussieren können. Ich habe Freude am Unternehmertum. Dass wir selbst mittlerweile zu einem kleinen Unternehmen herangewachsen sind, macht unsere Expertise umso glaubwürdiger. Mit der Größe sind wir schon ungewöhnlich. Es reizt mich, auszuprobieren, wie es anders funktioniert. Kann man als Steuerberatung ein großes Unternehmen sein? Im Spaß sage ich gern: Wir fangen gerade erst an. Natürlich hatten wir auch Glück. Aber es ist nicht alles Zufall. Es hat auch damit zu tun, die Dinge einfach zu erledigen.“
Protokoll: Kathrin Ermert
Till Vogel (37) hat nach seinen Abschlüssen als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer einige Jahre für die Steuer- und Unternehmensberatung TSO gearbeitet und für sie das Geschäft in Freiburg aufgebaut. 2023 hat er es übernommen und seine eigene Steuerberatung Vogelplus gegründet, die mittlerweile knapp 50 Mitarbeitende beschäftigt.