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Interview: Informatikprofessorin Hannah Bast

  • 24. Januar 2022
Hannah Bast im Interview
Grafik: Ann-Kristin Maier
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Die Freiburger Informatikprofessorin Hannah Bast ist Expertin für intelligente Informationssysteme und als Sachverständige im Berliner Politikbetrieb engagiert. Ein Gespräch über politische Mühen, wissenschaftliche Herausforderungen – und die Kreativität der Forschung.

VON KATHRIN ERMERT

Frau Bast, wieviel Kreativität braucht es in der Forschung, und wieviel Fleiß braucht es?

Forschung ist sehr kreativ. Ich würde meinen Job fast als Künstlerin bezeichnen. Dennoch braucht es viel Fleiß und Schweiß. Sie kennen bestimmt die Aussage von Edison: Forschung ist zu einem Prozent Inspiration und zu neunundneunzig Prozent Transpiration. Das stimmt. Aber, das eine Prozent ist wahnsinnig wichtig.

Was sind für Sie ideale Forschungsbedingungen?

Für Forschung braucht man Zeit. Das ist der Knackpunkt, denn unser Job ist ja eigentlich eine ständige Überforderung. Was nicht geht: mal zwischendurch eine Stunde für die Forschung zu nutzen. Das funktioniert nicht auf Knopfdruck und lässt sich schlecht planen. Es braucht Tage am Stück. Das merke ich, wenn ich mal Urlaub habe – da kommen mir oft die besten Ideen. Die Termine müssen weg. Man muss das Nichtstun einplanen.

Woran arbeiten Sie aktuell?

Mein Thema sind intelligente Informationssysteme. Da entwickelt sich wahnsinnig viel. Früher konnte man mit einer Suchmaschine nur nach Wörtern suchen, heute kann man Fragen stellen, und die werden auch immer komplexer und die Maschinen immer intelligenter.

Ich arbeite daran, dem Computer natürliche Sprache beizubringen, sodass er ganze Texte versteht. Wörter sind für ihn ja erstmal nur Zeichen. Dieses sogenannte Natural Language Processing ist der heilige Gral der Informatik und vor allem der Künstlichen Intelligenz. Meine Arbeit umfasst dabei das ganze Spektrum von der Theorie bis zur Umsetzung. Das ist unser Markenzeichen.

Sprechen Sie als Informatiker eine andere Sprache als Nicht-Informatiker? Sind Sie quasi auch ohne Fremdsprache zweisprachig unterwegs?

Natürlich. Wenn man sich in etwas extrem gut auskennt, kann man sich knapper ausdrücken und muss nicht bei Adam und Eva anfangen. Und wenn zwei dann auch noch am gleichen Thema arbeiten, versteht manchmal schon ein dritter Informatiker nicht viel.

Ich selber habe die eher ungewöhnliche Fähigkeit, dass ich sowohl ganz tief in die Technik eintauchen kann als diese auch Laien zu erklären. Vielen Wissenschaftlern fehlt es dafür, glaube ich, ein bisschen an Empathie.

Hannah Bast Interview
Hannah Bast ist seit 2009 Professorin für Algorithmen und Datenstrukturen an der Universität Freiburg. Foto: ZVG

Sie haben Mathematik und Informatik studiert. Was war ausschlaggebend für Ihre Fächerwahl?

Ich war sehr gut in Mathe und habe deshalb damit angefangen. Aber es war mir zu trocken, weshalb ich zur Informatik gewechselt bin und Mathematik parallel studiert habe. Das Tolle an Informatik ist: Es ist Mathematik, die man umsetzen kann. Da wird aus der Mathematik beispielsweise ein Routenplaner. Ich wollte immer, dass am Ende etwas rauskommt, das für andere nützlich ist.

Konnten Sie sich zu Beginn ihres Studiums vorstellen, wohin die Reise geht?

Nein, überhaupt nicht. Ich habe sehr damit gehadert, und ich habe mich lange sehr unwohl gefühlt. Es war mir alles zu theoretisch, und ich fand das Belohnungssystem in der Wissenschaft ungerecht und wenig sinnvoll. Auch heute noch fühle ich mich manchmal als Fremdkörper im System. Ich bin nicht die typische Wissenschaftlerin.

Sie waren von 2018 bis 2020 Mitglied der Enquete-Kommission des Bundestags zu den Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz. Haben Sie am Ende für deren Abschlussbericht gestimmt?

Selbstverständlich! Man muss den Hintergrund verstehen: Das ist ein langer, intensiver Konsensprozess. Es geht allen darum, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Außer vielleicht extremen Parteien. Deren Bereitschaft zur Mitarbeit ist nicht so groß. Und am Ende sind sie dagegen, obwohl es vorher genug Möglichkeiten gab, sich einzubringen.

Am Rand bemerkt: Ich habe unglaublich viel über den Politikbetrieb gelernt. Es ist schon verrückt, wie viele Vorurteile bestätigt wurden. Beim Abschlussbericht ist jedenfalls Konsens das Ziel, und das hat auch Nachteile im Ergebnis. Es steht stellenweise alles und nichts drin. Zum Beispiel soll zugleich Spitzen- und die breite Forschung gefördert werden. Das ist schizophren, aber so ist das oft in der Politik.

Wie viel Zeit haben Sie während der zwei Jahre für die Kommission aufgewandt?

Es war sehr zeitaufwändig. Im ersten Jahr vor der Pandemie war ich mindestens einmal pro Monat in Berlin, das kostete mitsamt der Hin- und Rückfahrt also minimum zwei Tage. Im zweiten Jahr gab es aufgrund der Pandemie zwar weniger Reisen, dafür aber sehr viel Schreibarbeit: dutzende Treffen in Schreibgruppen. Jeder Satz wurde abgestimmt.

Ich finde es nicht so gut, dass der Bericht so lang ist. 800 Seiten liest niemand. Mir war deshalb wichtig, dass es wenigstens einen 20-seitigen Vorab-Teil gibt, der halbwegs zugänglich ist. Daran habe ich intensiv mitgearbeitet.

Hat es sich gelohnt – sehen Sie, dass Dinge, die Ihnen wichtig sind, politisch umgesetzt werden?

So funktioniert das nicht, das wusste ich aber auch vorher schon. Demokratie ist ein System des Schneckentempos, da braucht es einen langen Atem. Der Bericht ist nicht das wichtigste. Sondern, dass 38 Leute sich zwei Jahre lang ständig ausgetauscht haben.

Da fließt ganz viel hin und her – das ist wichtig. Die Auswirkungen kann man nicht direkt sehen. Das ist nicht wie die Umsetzung eines Drei-Punkte-Plans. Aber langfristig wirkt das durchaus, das darf man nicht unterschätzen.

Hannah Bast (Jahrgang 1970) ist seit 2009 Professorin für Algorithmen und Datenstrukturen an der Universität Freiburg. Von 2018 bis 2020 war sie auf Berufung der Grünen-Fraktion in der Enquete- Kommission für Künstliche Intelligenz des Bundestags tätig. Bast hat in Saarbrücken Mathematik und Informatik studiert, am dortigen Max-Planck-Institut für Informatik promoviert und 2007 habilitiert. Anschließend arbeitete sie als Gastwissenschaftlerin bei Google. Ihre Schwerpunktthemen sind intelligente Informationssysteme und natürliche Sprachverarbeitung, zunehmend unter der Verwendung Künstlicher Intelligenz.
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