Sie sind in Freiburg und Furtwangen angesiedelt, in Offenburg und Weil – und ihre Abnehmer in der ganzen Republik oder dem Rest der Welt. Unternehmen, die hier mit unterschiedlichen Ausprägungen Künstlicher Intelligenz arbeiten. Sie digitalisieren Maschinen, Steuerbelege, Medizinbefunde oder regionale Ansiedelungen. Mit Software, die aus sich selbst immer mehr Daten generiert. Wir stellen acht spannende KI-Firmen vor. Darunter auch „Learning Machines“ aus Freiburg.
VON ANNA-LENA GRÖNER
Der Firmenname lässt es vermuten: dieses Freiburger Unternehmen beschäftigt sich mit maschinellem Lernen. Software also, die sich fundamental von anderen unterscheidet, indem sie aus Daten lernt, statt nur Kenntnisse vom Programmierer umzusetzen. Mit Daten gefüttert und schlau aus Erfahrungen, kann so die Qualität von Prozessen und Produkten verbessert werden, können Unternehmen ökonomischer und ökologischer arbeiten oder sogar völlig neue Geschäftsmodelle entstehen.
Die Data Scientists Boris Lau und Jochen Sautter sind Geschäftsführer des 2019 gegründeten Start-ups „Learning Machines“. Mit ihrem Wissen bieten sie Mittelständlern aus den unterschiedlichsten Bereichen passende Lösungen, um gewonnene Daten sinnvoll einzusetzen. Dabei sind sie sowohl beratend tätig, zeigen auf, in welchem Bereich KI-Technologie überhaupt sinnvoll ist, als auch in der Entwicklung von smarter Software.
Boris Lau übernimmt vor allem die Anwendungs-Workshops und die Datenaufbereitung, während Jochen Sautter als „Deep Learning“ Experte den KI-Kern trainiert. Erster großer Kunde war „Edeka Digital“ mit Sitz in Hamburg. Für sie hat das Zwei-Mann-Unternehmen eine Lösung entwickelt, die die Arbeit mit den über eine Million Artikeldaten, das Importieren, die Aufbereitung und die Kategorisierung, deutlich vereinfacht. Nicht nur für Unternehmen, die ihre Daten sinnvoll nutzen wollen, ist „Learning Machines“ ein passender Ansprechpartner. Auch, wenn Unternehmen für ihre eigenen Kunden etwas entwickeln möchten, wozu es eine KI-Komponente braucht.
Natürlich spielt das Thema Datenschutz immer eine sensible und wichtige Rolle. „Damit wir arbeiten können, brauchen wir selbstverständlich Daten“, sagt Lau. „Das kann in anonymisierter Form sein, zum Beispiel bei Kundendaten. Technisch kann das verschiedene Spielarten haben: entweder die Kunden schicken uns die Daten nach Unterzeichnung einer Geheimhaltungsvereinbarung, oder wir arbeiten auf Maschinen, die unter Kontrolle des Unternehmens sind.“ Den beiden Geschäftsführern ist es ein Anliegen, maschinelles Lernen vor allem bei Projekten einzusetzen, die einen positiven Effekt für Mensch und Natur haben. Somit richten sie ihren Fokus besonders auf die Nachhaltigkeitssektoren Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und nachhaltiges Ressourcenmanagement.
Bei einem aktuellen Projekt, das Boris Lau und Jochen Sautter technisch unterstützen, geht es um das Monitoring von Borkenkäfern in den Wäldern. „Wir versuchen Satellitendaten, die täglich verfügbar sind, mit KI-Methoden auszuwerten und so möglichst frühzeitig vorherzusagen, wann einzelne Bäume oder kleine Wald-Regionen von Borkenkäfern befallen sind“, sagt Sautter. Lau fügt hinzu: „Wir denken, dass es viele Anwendungsmöglichkeiten für KI gibt, die einen positiven Impact haben; nicht nur aufs Bankkonto der Unternehmen, sondern auch für unsere Gesellschaft und unseren Planeten.“