ANZEIGE | Michael Pawellek startete Eltroplan in einer Garage. Heute beschäftigt das Hightech-Unternehmen für Elektroniklösungen rund 100 Mitarbeitende in Endingen und Stockach. Im Interview spricht der Gründer über die Firmengeschichte, Erfolgsfaktoren, Mitarbeiterbindung sowie darüber, wie sich Eltroplan für die Zukunft aufstellt.
Herr Pawellek, Sie gründeten Eltroplan als Ein-Mann-Betrieb. Erinnern Sie sich noch an den Moment, an dem Sie beschlossen haben: Ich mache mich selbstständig?
Michael Pawellek: Das war für mich schon im Studium klar. Durch meine Ausbildung und verschiedene Jobs hatte ich schon viel Berufserfahrung gesammelt. Dabei habe ich auch Negatives erlebt, etwa, dass Führungskräfte nur dann die Verantwortung an Mitarbeitenden abgaben, wenn Fehler passierten. Das wollte ich besser machen. Denn ich bin mir sicher: Maßgeblich für den Erfolg eines Unternehmens ist ein guter Umgang mit den Menschen.
Von der Hochschule Furtwangen wechselten Sie dann direkt in die Selbstständigkeit?
Pawellek: Das Gewerbe meldete ich bereits während des Studiums an. Mein Vermieter in Holzhausen stellte mir eine Garage zur Verfügung, in der die ersten Leiterplattenlayouts entstanden. Von meinem Cousin bekam ich eine große Glasplatte, darunter montierte ich eine Glühbirne – fertig war der Leuchttisch. Darauf klebte ich die Leiterbahnen auf transparente Folien. Mein erster Kunde war der Messtechnikspezialist Endress+Hauser.
Gleich ein namhafter Kunde. Ein Start wie im Lehrbuch.
Pawellek: Wobei ich kein Lehrbuch dafür hatte. Ich füllte mit der Technik damals eine Lücke. Der Bedarf an Leiterplattenkonstruktionen war Ende der Siebzigerjahre groß. Es gab zwar schon Computersysteme dafür, die aber noch sehr teuer waren. Anfang der Achtziger folgte dann die nächste Entwicklungsstufe von der Klebetechnik zum CAD-System. Mit der Software ließen sich technische Zeichnungen und 3D-Modelle am Computer erstellen.
Sie hielten mit jeder Entwicklung Schritt?
Pawellek: Ja, ich würde sagen, das ist eines unserer Erfolgsrezepte. Allerdings verlief nicht jede Neuerung reibungslos. CAD beispielsweise setzten wir als eines der ersten Unternehmen am Markt ein. Ausgebildete Fachkräfte in dem Bereich gab es damals noch nicht. Der Umstieg von der Klebetechnik auf CAD war deshalb eine Herausforderung, aber ein entscheidender Schritt. Es folgte der Einstieg in den Musterbau und die Platinenbestückung mit Verfahren wie THT und SMD. Heute entwickeln wir für unsere Kunden komplette Systeme, von der Hard- und Software bis hin zu elektronischen und mechanischen Komponenten. Aktuell ist künstliche Intelligenz ein wichtiges Thema.
Was sind weitere Wachstumsfaktoren neben den technischen Entwicklungen?
Pawellek: Wir sind in kleinen gesunden Schritten gewachsen. Als der Standort in der March zu klein wurde, zogen wir 1988 in meinen Heimatort Endingen. Zunächst war der Betrieb im Wohnhaus untergebracht, im Jahr 2000 eröffneten wir dann den Neubau im Gewerbegebiet. Unser Erfolg beruht vor allem auf Qualität, Kundennähe, einem guten Gespür für Veränderungen am Markt und der Fähigkeit, uns immer wieder auf Neuerungen einzustellen. Unser breites Leistungsspektrum und der Branchenmix machen uns unabhängig und krisenfest. Wir schauen immer auch voraus, und checken, wo sich zukünftig Märkte auftun, die wir mit unserer Expertise bedienen können.
Für welche Branchen ist Eltroplan tätig?
Pawellek: Anfangs kamen unsere Kunden vor allem aus der regionalen Industrie, etwa aus dem Maschinenbau. Ab den Neunzigerjahren kamen wir in den Automotive-Bereich. Wir waren beispielsweise für VDO tätig, einen Spezialisten für Tacho- und Anzeigeinstrumente, sowie für den Navigationshersteller Harman Becker. Ein bedeutender Meilenstein folgte Anfang 2000, als wir Baugruppen für Porsche und BMW produzierten. Gleichzeitig begannen wir, den Bereich Verteidigungstechnik auszubauen. 2015 übernahmen wir die Firma ML-Industrieelektronik in Stockach und erweiterten damit unser Portfolio um die Medizintechnik.
Was sind die spezifischen Anforderungen in diesen Branchen?
Pawellek: Die Eintrittskarten sind entsprechende Zertifizierungen und ein konsequentes Qualitätsmanagement. Beispielsweise sind wir nach EN 9100 zertifiziert. Das ist die Voraussetzung, um als Lieferant in der Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie tätig zu sein. Vereinfacht gesagt geht es dabei um hohe Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen entlang aller Prozesse.
Dafür braucht es entsprechendes Fachpersonal. Wie locken Sie dieses an den Kaiserstuhl und ins Hegau?
Pawellek: Wie den Kunden geht es auch den Mitarbeitenden um Sicherheit. Und die können wir bieten, ebenso wie gute Entwicklungsmöglichkeiten. Wir haben Aufträge bis weit über 2030 hinaus und stabile Wachstumsraten. Auch unsere ländlichen Standorte sehe ich als Vorteil. Hier lässt es sich gut leben, ein Pluspunkt gerade junge Menschen, die eine Familie gründen möchten. Mir ist es zudem wichtig, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich die Mitarbeitenden wohlfühlen. Schließlich verbringen wir einen großen Teil unserer Zeit im Unternehmen mit Kolleginnen und Kollegen. Dazu gehören schöne Räume und ein gutes Miteinander. Wo Menschen gerne arbeiten, entsteht Innovation.
Michael Pawellek (74) machte eine Ausbildung zum Elektromechaniker und studierte anschließend Informatik an der FH Furtwangen. Schon als Schüler meldete er kurzerhand ein „Planungsbüro für Elektronik“ an, um an die Schaltpläne für das Autoradios seines Bruders zu kommen, das er reparieren wollte. Eltroplan nannte er sein heutiges Unternehmen, das seit 1978 mit Elektroniklösungen erfolgreich am Markt agiert.

Weitere Informationen: www.eltroplan-group.com