Wer nur informiert, wenn es etwas zu verkaufen gibt oder die Notlage schon akut ist, verschenkt Potenzial. Gastautorin Andrea Kühne zeigt, warum Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gerade für kleine und mittlere Unternehmen wichtig ist – und was sie von Marketing und Werbung unterscheidet.
Text: Andrea Kühne
„Es läuft doch“ oder „Was bringt mir das?“ höre ich in kleinen und mittleren Unternehmen häufig, wenn es um Presse- und Öffentlichkeitsarbeit geht. Beides sind nachvollziehbare Einwände. Schließlich lässt sich ein redaktioneller Artikel nicht so einfach in einen konkreten Auftrag umrechnen. Anders als bei einer Werbekampagne sind die Ergebnisse guter Pressearbeit nicht immer unmittelbar sichtbar oder messbar – ihre Wirkung ist langfristiger. Ohne Monitoring und Auswertungssysteme bleibt der konkrete wirtschaftliche Effekt zudem schwerer greifbar.
Bekanntheit entsteht nicht durch einen einzigen Beitrag. Vertrauen schon gar nicht. Beides wächst über viele Kontakte, Informationen und Geschichten. Ein Unternehmen, das regelmäßig relevante Inhalte liefert, ansprechbar ist und transparent kommuniziert, baut sich nach und nach ein öffentliches Profil auf, dessen Wert besonders in Krisenzeiten sichtbar wird. Ein gut funktionierendes Krisenmanagement braucht eine offene und nachvollziehbare Informationspolitik. Es braucht Zuständigkeiten und idealerweise feste Ansprechpersonen. Das Prinzip „Sprechen aus einem Mund“ hilft dabei, widersprüchliche Aussagen zu vermeiden und Orientierung zu geben. WEITERLESEN

Andrea Kühne war 17 Jahre als Redakteurin in einem Stuttgarter Verlag und anschließend zehn Jahre als Pressereferentin eines mittelständischen Unternehmens in Freiburg tätig. Die promovierte Geografin kennt daher sowohl die Perspektive von Unternehmen als auch die von Medienschaffenden. 2010 machte sich Kühne mit ihrem „k-two Presse- und Redaktionsbüro“ selbstständig. Seither arbeitet sie vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen sowie Vereine. Zudem ist sie Integrations- und Ehrenamtsbeauftragte des Gemeindeverwaltungsverbands Vorderes Kandertal und engagiert sich im Vorstand der Genossenschaft Bürgerenergie Dreiländereck im Bereich PR.