• Schwerpunkte
  • Unternehmen
  • Kommunales
  • Bauen
  • Kultur
  • Menschen
    • Am Arbeitsplatz
    • Gut beraten
    • Espresso mit
    • Let’s Talk
  • Podcast
  • E-Magazin
  • PR-Dossiers
  • Über uns
  • Kontakt
  • Jobs
  • Corporate Publishing
  • Mediadaten
  • Magazin
  • Supplement
  • Immobilien
  • Abo
Facebook
Instagram
LinkedIn
Netzwerk Südbaden Logo
Netzwerk Südbaden
  • Über uns
  • Kontakt
  • Jobs
  • Mediadaten
  • Magazin
  • Supplement
  • Immobilien
  • Abo
Netzwerk Südbaden
  • Schwerpunkte
  • Unternehmen
  • Kommunales
  • Bauen
  • Kultur
  • Menschen
    • Am Arbeitsplatz
    • Gut beraten
    • Espresso mit
    • Let’s Talk
  • Podcast
  • E-Magazin
  • PR-Dossiers
0
  • Familie 12/2025
  • Schwerpunkte

Schritt für Schritt

  • 23. Dezember 2025
Elztalhotel
Vertreter zweier Generationen führen derzeit das Elztalhotel in Winden gemeinsam: Ulrike und Bernd Tischer, ihre Tochter Julia und deren Partner Johannes Grandy (von links). Foto: Santiago Fanego
Total
0
Shares
0
0
0
0

Eine der großen Herausforderungen in der Historie von Familien­unter­nehmen ist die Übergabe an die nächste Generation. Welche Hürden es zu nehmen gilt und wie sie gelingt, zeigt das Beispiel des Elztalhotels in Winden.

Text: Susanne Maerz • Fotos: Santiago Fanego

Es ist gar nicht so einfach, alle vier an einen Tisch zu kriegen: Ulrike und Bernd Tischer, ihre Tochter Julia und deren Partner Johannes Grandy gehen an diesem Vormittag alle ihren verschiedenen Aufgaben im Elztalhotel in Winden nach. Mutter und Tochter fungieren als Gastgeberinnen, Vater und Schwiegersohn verantworten alles Technische. Der Hotelkomplex mit seinen acht Gebäuden, rund 100 Zimmern sowie weitläufigen Restaurant- und Wellnessbereichen ist groß. Doch dann sitzen sie zusammen zum Interview in der Bauernstube. Seit fünf Jahren sind Julia und Johannes, heute 33 und 35 Jahre alt, mit im Betrieb und übernehmen nach und nach mehr Verantwortung, die die Eltern stückweise an Tochter und Schwiegersohn abgeben.

Seit wann stand fest, dass die Älteste der beiden Kinder einmal in die elterlichen Fußstapfen tritt? Einen Familienrat oder ein anderes entscheidendes Gespräch fand nicht statt. „Irgendwann kam Julia von sich aus und sagte, dass sie Restaurantfachfrau lernen möchte“, berichtet Bernd Tischer. Damit waren die Weichen gestellt – erstmal für die Branche und dann wie selbstverständlich einige Jahre später auch für die Nachfolge.

Ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder Michael hingegen sei schon früh klar gewesen, dass er eine andere Richtung einschlagen wolle. Nur den Eltern zuliebe habe er ein Kochpraktikum absolviert, weiß die große Schwester. Heute arbeitet er als Steuerberater. Julia Tischer hingegen machte nach der Restaurantfach- noch eine Kochlehre und wurde 2017 als Deutschlands beste Jungköchin ausgezeichnet. Sie sammelte im Europa-Park und in einem Hotel in Biberach an der Riß Berufserfahrung, wo ihr Partner in einer Werbeagentur arbeitete. Dort gemeinsam sesshaft zu werden, stand aber nicht zur Debatte. „Es war von Anfang an klar, dass Julia wieder hierherkommen wird“, sagt Johannes Grandy. Und er beschloss, mit ihr umzuziehen.

Keine Selbstverständlichkeit mehr

Dass ein Kind, noch dazu mit Partner, in den elterlichen Betrieb einsteigt, ist nicht mehr selbstverständlich. Christina Gehri, die bei der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein den Fachbereich Standort und Branchen leitet, sagt: „In der Beratung höre ich immer wieder: Meine Kinder wollen nicht.“ Oft würden diese eigene Wege gehen und andere Berufe wählen. „Viele denken auch: Das Unternehmen saß meine ganze Kindheit mit am Tisch, sogar an Heiligabend und im Urlaub, und die Familie musste immer zurückstehen. Das möchte ich nicht“, berichtet Gehri.

Dass die Zahl der Nachfolgerinnen und Nachfolger aus der Familie abnimmt, ist eine Entwicklung, die das Ifo-Institut mit Sorge beobachtet – vor allem vor dem Hintergrund, dass die geburtenstarke Babyboomer-Generation zunehmend in den Ruhestand geht. „Fast die Hälfte der Familienunternehmen steht vor der Übergabe an die nächste Generation“, heißt es von der Stiftung Familienunternehmen, in dessen Auftrag das Ifo-Institut die Zahlen im Jahr 2023 ermittelt hat. In Deutschland sind im privaten Sektor laut der Stiftung fast 90 Prozent der Betriebe Familienunternehmen, die meisten von ihnen werden auch von Mitgliedern der Eigentümerfamilie geführt.

Elztalhotel
Am Hang gelegen.
Elztalhotel
Die gläserne Kuppel lässt Licht ins Innere.
Elztalhotel
Eines der Restaurants mit Terrasse.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, das Thema Nachfolge anzugehen? Drei bis fünf Jahre vor der Übergabe sollte es konkrete Gespräche geben, rät Christina Gehri. Gibt es Nachfolger aus der Familie, sollten diese auch als solche in den Betrieb eingeführt werden, rät sie. Das sei gerade in Unternehmen wichtig, in denen langjährige Mitarbeitende die Übernehmenden von Klein auf kennen. Denn der Wechsel vom Kind zu Juniorchefin oder -chef ist nicht immer einfach. Diese Erfahrung machte auch Julia Tischer, allerdings nur in Einzelfällen. Dennoch zog die Familie eine externe Mentorin zu Rat. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal für ein Coaching öffnen würde, ich war immer überzeugt, dass ich sowas nicht brauche“, sagt Ulrike Tischer. Aber es sei gut und wichtig gewesen. Sie selbst habe gemerkt, dass jeder erstmal wieder seinen Platz finden müsse im Unternehmen.

Und auch sie selbst habe dazulernen müssen, berichtet Ulrike Tischer: „Ich habe schon erstmal gedacht, ein Gastronom als Schwiegersohn wäre nicht schlecht gewesen. Das hat es Johannes am Anfang nicht ganz einfach gemacht“, sagt sie. Ihr Mann sei da offener gewesen. Zudem habe sich schnell herausgestellt, dass das Know-how, das der Schwiegersohn mitbrachte, im immens gewachsenen Betrieb von großem Nutzen sei.

Keine Zeit gehabt, die Strukturen anzupassen

Denn in den 25 Jahren, die Ulrike und Bernd Tischer das Haus bislang führen, haben sie es enorm ausgebaut: Im Jahr 2000 beherbergte das Hotel vorwiegend am Wochenende bis zu 120 Gäste und beschäftigte rund 30 Mitarbeitende. Heute läuft der Betrieb das ganze Jahr über, und das Hotel bietet Platz für bis zu 220 Gäste. 180 Mitarbeitende inklusive Minijobber sind inzwischen beschäftigt, darunter 30 Auszubildende. Der Wellnessbereich umfasst 6000 Quadratmeter und ist damit etwa zehnmal so groß wie beim ersten Generationswechsel. Tischers erweiterten nach und nach, stets im laufenden Betrieb und investierten viele Millionen Euro. „Wir haben eigentlich immer nur gebaut“, sagt Bernd Tischer, der daher irgendwann die Verantwortung als Küchenchef abgab und sich in erster Linie darum kümmerte.

Bislang fehlte die Zeit, die Organisation anzupassen. Das packen die Jungen seit ihrem Einstieg an: „Wir haben die Strukturen dem Wachstum angeglichen“, berichtet Johannes Grandy. Beispielsweise digitalisierten sie Personalplanung, Zeiterfassung und Reservierung. Letztere hatte Ulrike Tischer noch in einem großen Buch mit Bleistift organisiert. „Ich habe Euch freie Hand gelassen bei der Digitalisierung“, sagt sie und blickt Julia und Johannes an. Die lachen. „Wir mussten schon Widerstände überwinden“, sagt der Schwiegersohn. Manches habe länger gedauert als gedacht, berichtet die Tochter und betont: „Aber wir waren immer frei in der Entscheidung, und es war schön, dass wir einen Vertrauensvorschuss hatten.“

„Es ist wichtig, dass die Eltern in der Lage sind loszu­lassen und nicht sagen: ‚Das haben wir schon immer so gemacht‘“, sagt Christina Gehri von der IHK. Natürlich sei dies schwierig, schließlich sei es ihr Lebenswerk. Andererseits sei es normal, dass die Jungen andere Führungsstile oder moderne Technik mitbringen. „Aber man muss es den Nachfolgern auch zutrauen und nicht durch ständiges Einmischen versuchen, mögliche Fehler zu vermeiden“, betont die Expertin. „Die Jungen kommen schon, wenn sie Rat brauchen.“ Natürlich sollten die Eltern nicht tatenlos zuschauen, wie der Betrieb zugrunde geht. Es sei aber wichtig, dass sich der Sohn oder die Tochter auch mal eine blutige Nase holen.

Erwartet wurde, dass der Stammhalter den Betrieb übernimmt

Ulrike Tischer selbst hatte es schwerer, als sie gemeinsam mit ihrem Mann vor 25 Jahren den elterlichen Betrieb übernahm. Ihre Eltern Artur und Rosel Volk hatten 1972 im umgebauten ehemaligen Bauernhof der Familie die Pension Schwarzwald­bauernhof eröffnet – mit acht Gästezimmern und einem Restaurant. Die Geschwister Ulrike und Bernd wuchsen im Betrieb mit auf und halfen nach der Schule und in den Ferien mit. Für die Tochter war schnell klar, dass sie einmal in die Fußstapfen der Eltern treten will. Ihrem Bruder, der heute bei einer Bank in der Schweiz arbeitet, ging es genau andersherum. Aber er traute sich lange nicht, das seinem Vater zu sagen. Denn der habe erwartet, dass der Stammhalter einmal übernimmt, sagt Ulrike Tischer.

Sie absolvierte eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau in einem renommierten Haus im Nordschwarzwald, wo sie auch ihren späteren Mann kennenlernte, der dort als Koch arbeitete. Nach verschiedenen externen Stationen plante das Paar den Einstieg ins Elztalhotel. Doch es wollte nicht so recht funktionieren. Dem Senior gelang es nicht, den jungen Leuten den nötigen Spielraum zu geben. Also arbeite Bernd Tischer erstmal in einem anderen Betrieb in der Region in leitender Funktion. Ulrike Tischer half weiter im Familienbetrieb mit, so gut es mit zwei kleinen Kindern ging. Erst als ihre Mutter schwer erkrankte und bald darauf starb, trat Artur Volk in den Hintergrund und überließ der Tochter und ihrem Mann weitgehend das Ruder.

Der Vater überschrieb den Betrieb an die Tochter, das Unternehmen firmierte um, gleichwohl haftete Ulrike Tischer bis vor Kurzem noch persönlich. „Wie kannst Du da nur ruhig schlafen“, fragte sie vor einigen Jahren ein Stammgast, der beruflich als Anwalt arbeitete und längst Freund der Familie war. Er gab den Anstoß für die rechtliche Neujustierung, die im Zuge der Nachfolge ohnehin nötig wurde: Das Elztalhotel firmierte nicht nur in eine GmbH & Ko. KG um, es wurde zudem in eine Besitz- und eine Betreibergesellschaft aufgeteilt. „Als klar war, dass mein Bruder nicht einsteigt, musste ein Ausgleich geschaffen werden“, sagt Julia Tischer. Er ist an der Besitz-, nicht aber an der Betreibergesellschaft beteiligt. „Mir war wichtig, dass ich zum Beispiel über Investitionen allein entscheiden kann“, erklärt sie. Der Prozess sei kompliziert gewesen, von Rechtsanwalt und Steuerberater, von denen sie wussten, dass es ihnen um das Wohl der Familie ging, gut begleitet worden, berichtet Ulrike Tischer. Dieses Vertrauen sei wichtig gewesen.

Mit externer Hilfe auch für den Notfall vorsorgen

„Eine externe Begleitung ist das A und O“, sagt auch IHK-Expertin Christina Gehri. Wann werden die Anteile übertragen und an wen? Verkaufen die Eltern oder erhalten sie eine Leibrente von den Kindern? Welche steuerlichen und erbrechtlichen Themen müssen gelöst werden? All dies gilt es, in Ruhe abzuwagen. Doch nicht nur die Übergebenden, auch die Übernehmenden sollten für den Notfall vorsorgen, rät sie. „Auch junge Menschen können durch Unfall oder Krankheit ausfallen, und dann muss geregelt sein, wie der Betrieb weitergeführt werden kann.“ Das fängt beim Zugang zum Computer an und hört bei den Kontovollmachten auf. „Die hat oft niemand sonst – weder Partner oder Partnerin noch eine vertraute Person im Unternehmen“, ist die Erfahrung von Christina Gehri.

Christina Gehri
Nachfolge-Expertin Christina Gehri von der IHK Südlicher Oberrhein.
Julia Tischer
Tochter Julia Tischer
Ulrike Tischer
Mutter Ulrike Tischer

Im Elztalhotel läuft derzeit neben dem rechtlichen noch ein weiterer Prozess: Bernd und Ulrike Tischer sind gerade in eine Wohnung wenige Kilometer von Winden entfernt gezogen. Eine riesige Umstellung, lebten sie doch die vergangenen 25 Jahre in einer eigenen Wohnung im Hotel. Die behalten sie zwar, um dort übernachten zu können, wenn die Jungen zum Beispiel im Urlaub sind oder es mal spät wird. Doch wenn Bernd und Ulrike Tischer nicht arbeiten, müssen sie nicht im Betrieb sein und haben tatsächlich frei. „Das kenne ich gar nicht“, sagt Ulrike Tischer. Privates und Berufliches würden sich oft mischen. „Ich liebe mein Leben hier.“ Die räumliche Trennung wird nicht einfach werden. Aber die Beiden sind sich sicher, dass es der richtige und vor allem ein wichtiger Schritt ist: „Irgendwann sind die Kinder allein die Chefs“, sagt die Mutter. Gleichwohl würden sie und ihr Mann ihnen auch dann weiterhin unterstützend und beratend zur Seite stehen. Bis zur endgültigen Übergabe dauert es allerdings noch einige Jahre.

Total
0
Shares
Teilen 0
Teilen 0
Teilen 0
Tweet 0
Teilen 0
Teilen 0

Schreiben Sie einen Kommentar Antworten abbrechen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ANZEIGE
FREYLER
    • Freiburger Mittelstandskongress 2023
    • PR-Anzeige

Freyler: Architektur für die Zukunft

  • Kathrin Ermert
  • 26. Juli 2023
Unser Podcast

Julica Goldschmidt interviewt Menschen aus der regionalen Wirtschaftswelt.
Unser Newsletter
Facebook
Instagram
LinkedIn
Anzeige
Weitere Beiträge
  • Schwarzwald im Nebel
    Herzkammern: Eine literarische Landkarte
    • 29. November 2025
  • Clans
    Mitgehangen, mitgefangen
    • 22. Dezember 2025
  • Lörrach
    Kein Geld, nirgends
    • 17. Dezember 2025
  • Doshi Retreat
    Doshi Retreat: Innehalten im Industriepark
    • 9. Dezember 2025
  • Buchhandel
    Zwischen Kulturauftrag und Konzentration
    • 1. Dezember 2025
Anzeige
Abo: Jetzt bestellen
  • NWS Cover 12/2025 Familie Netzwerk Südbaden Jahresabo print & digital 90,00 €

    inkl. 7% MwSt.

    Kostenloser Versand

    12 Ausgaben

Verlag

Netzwerk Südbaden GmbH

Bayernstraße 10

79100 Freiburg

Redaktion

Universitätsstraße 10

79098 Freiburg

T 0761 45002800

Services

Abo

Mediadaten

Jobs

Medienpartner
Bundesverband mittelständische Wirtschaft
Freiburger Mittelstandskongress
Marketing Club Ortenau-Offenburg
Netzwerk Südbaden
  • AGB
  • Widerrufsbelehrung
  • Datenschutz
  • Impressum
© Netzwerk Südbaden 2025

Geben Sie ein Suchwort ein und bestätigen Sie mit Enter