Eva Maria Köpfer ist seit 2015 Geschäftsführerin des Bio-Weinguts Abril in Bischoffingen. Die 42-Jährige liebt die Verbindung von Wein, Essen und Tourismus. Um in einem guten Miteinander mit dem Team immer wieder Neues zu entwickeln, hat sie sich zwei Leitsätze gegeben.
„2012 holte mich der damalige Geschäftsführer Armin Sütterlin für Veranstaltungen und Vertrieb zum Weingut Abril. Als er drei Jahre später ausschied, hat mir die Inhaberin Frau Haub seine Stelle angeboten. Ich habe lange überlegt, ob ich mir die Aufgabe zutraue – schließlich bin ich keine ausgebildete Betriebswirtin – und bin dann mit großem Respekt an sie herangegangen. Frau Haub hat an mir meine Bodenständigkeit, meinen Fleiß und mein Bauchgefühl geschätzt und gesagt: Alles andere kann man lernen.
Damals habe ich mir zwei Leitsätze als Motto gegeben. Ich weiß nicht mehr, ob ich sie irgendwo gelesen habe oder ob sie jemand zu mir gesagt hat. Auf jeden Fall bestimmen sie seit zehn Jahren mein Handeln. Der eine heißt: Nicht nur miteinander, sondern auch füreinander. Dass man nicht nur zusammenarbeitet, sondern auch füreinander da ist, prägt den Geist im ganzen Team. Die anderen fangen es auf, wenn jemand mal einen schlechten Tag hat, zu spät kommt oder krank ist, damit die Person in Ruhe gesund werden kann. Dass man füreinander einsteht, ist mir auch in Freundschaften, in Vereinen, in der Politik und allem, was ich nebenher mache, wichtig.
Mein zweiter Leitsatz ist: Wer mitgehen will, muss laufen. Damit meine ich im übertragenen Sinne: Wenn man etwas erreichen will, muss man vorwärts gehen. In meinem Kopf geistert schon lange die Idee für ein Weinhotel herum. Das gibt es in der Pfalz oder in Rheinhessen bereits, und ich fand die Kombination aus Wein und Hotellerie schon immer spannend. Mein Herz schlägt von Hause aus für die Gastronomie und den Tourismus – ich bin im Familienbetrieb, der Sonne in Schelingen, die heute mein Bruder führt, groß geworden. Auf dem Weingut habe ich das Bistro eingeführt, wir machen Weinproben, viele Events und haben Wohnmobilstellplätze. Ebenso kann man unsere Räumlichkeiten für Tagungen mieten. Als wir mit unserem Lager an die Kapazitätsgrenzen gestoßen und damit an Frau Haub herangetreten sind, hatte sie die Idee, eine Halle zu bauen. Da habe ich zusätzlich ein Weinhotel vorgeschlagen, denn ich dachte: Wenn wir jetzt ohnehin die Infrastruktur schaffen, bietet es sich an.
Daraus ist in Gesprächen mit der Inhaberin, unserem Team und dem Architekten die Idee für zwölf Chalets entstanden – denn so etwas gibt es hier noch nicht. Der Baubeginn der Halle ist für Sommer 2026 geplant, die Fertigstellung der Chalets im Sommer 2028. Es soll ein Leuchtturmprojekt werden, von dem auch die Region profitiert, passend zu meinem Leitsatz: Fortschritte entstehen nur durch machen.“
Protokoll: Susanne Maerz
Eva Maria Köpfer (42) ist Geschäftsführerin des Weinguts Abril in Bischoffingen im Kaiserstuhl, das mit zehn Mitarbeitenden 35 Hektar Reben bewirtschaftet. Nach ihrer Ausbildung zur Hotelfachfrau arbeitete sie auf Schloss Ortenberg und in der Winzergenossenschaft Oberbergen und machte berufsbegleitend eine Weiterbildung zur Sommelière. 2012 wechselte sie zum Öko-Weingut Abril, drei Jahre später machte sie Inhaberin Helga Haub zur Geschäftsführerin. Außerdem engagiert sich Eva Maria Köpfer im Gemeinderat Vogtsburg, im Ortschaftsrat und Touristikverein Schelingen, in der Vereinigung Kaiserstühler Weingüter und der örtlichen CDU.