Bauen dauert zu lange und ist zu teuer. In der Diagnose sind sich alle einig, doch zu den Ursachen gibt es viele Meinungen, und und Lösungen zu finden scheint schwierig. Erkenntnisse aus Gesprächen mit dem Baurechtler Nicolas Schill, der Architektin Cornelia Haas und dem Baugenossenschaftler Jörg Straub.
Text: Kathrin Ermert
Ein bisschen besser als zuletzt klingt die Bilanz zwar, die der Verband der Bauwirtschaft Baden-Württemberg jüngst vermeldete: 2025 stiegen die Umsätze um 2,5 Prozent und die Auftragseingänge um gut 7,3 Prozent. Doch der Zuwachs resultierte vor allem aus großen Projekten der Schienen- und Energieinfrastruktur, während sich die Wohnbautätigkeit nach wie vor auf niedrigem Niveau bewege. Von einer Trendwende könne daher nicht die Rede sein, heißt es. Die Bauwirtschaft fordert ein „energisches Gegensteuern der Politik“. Die bläst ins selbe Horn. Bundesbauministerin Verena Hubertz will die Kosten um die Hälfte senken, um die Baukonjunktur anzukurbeln. Große Hoffnung setzt man hier wie da auf den sogenannten Gebäudetyp E (wie einfach oder experimentell), den Hamburger Standard und ähnliche Initiativen, die Anforderungen ans Bauen zu senken. Denn daran sind sich alle einig: Bauen ist hierzulande zu kompliziert.
Wer in Deutschland ein Gebäude errichten will, muss tausende Vorschriften beachten. Genaue Zahlen können nicht einmal Fachleute beziffern, weil es …