Das Start-up Picea Biosolutions aus Offenburg entwickelt Protein- und Enzymlösungen für die biologische Transformation. Die Gründer kooperieren bereits während der Entwicklungsphase mit ihren späteren Abnehmern aus der Industrie.
Text: Susanne Maerz
Leicht getrübt und gelb schimmernd ist die wässrige Hefelösung, die sich in einem durchsichtigen Ein-Liter-Behälter befindet. Mit einem Rauschen dreht er sich. „Dieselbe Lösung wird später in großem Maßstab als Zutat in der Lebensmittelindustrie verwendet werden“, erklärt Geschäftsführer Tobias Stadelmann, als er eine Besuchergruppe durch das Labor der Picea Biosolutions GmbH im Offenburger Technologiezentrum „flow 1986“ führt. In mehreren Labor- und Büroräumen arbeitet ein Großteil der insgesamt 35 Mitarbeitenden des Start-ups. Sie züchten unterschiedliche, für das bloße Auge nicht erkennbare Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen oder Pilze und entwickeln daraus Enzyme oder Proteine, die künftig zum Beispiel anstelle der tierischen in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden können. „Wir wollen fossile oder tierbasierte Prozesse, die am Markt etabliert sind, durch ökologische Prozesse ersetzen“, erklärt Daniel Heid, der zweite Geschäftsführer des vier Jahre alten Unternehmens. Das sei ressourcenschonend und nachhaltig.