Das Freiburger Barockorchester spielt auf der ganzen Welt. Sein Wirken nur kulturell zu betrachten, greift aber zu kurz, denn längst ist es ein wirtschaftlich relevantes Unternehmen, das allein mit den Konzerten drei bis vier Millionen Euro im Jahr umsetzt.
Text: Julia Donáth-Kneer
22 Männer und Frauen gehören derzeit zu einem der berühmtesten Orchester in Deutschland, dem Freiburger Barockorchester (FBO). Sie sind aber nicht nur das musikalische Gesicht, sondern auch das unternehmerische. Denn als Gesellschafterinnen und Gesellschafter verantworten sie auch die finanziellen und organisatorischen Belange des Ensembles. Und das ist nur eine Besonderheit unter sehr vielen.
Gegründet wurde das FBO vor vier Jahrzehnten von Freiburger Musikstudenten, heute zählt es zur Weltspitze der sogenannten historischen Aufführungspraxis. Fast seit Anfang an ist Hans-Georg Kaiser dabei, und immer noch spürt man seine Begeisterung. Kaiser ist mittlerweile 64 Jahre alt und ein herzlicher Mensch, einer von jenen, mit denen man sofort per Du ist. Er empfängt im Ensemblehaus im Freiburger Osten, in dem das FBO seit 2011 eine Heimat gefunden hat. Der gebürtige Stuttgarter hat zwar Geige und Schulmusik studiert, auf der Bühne steht er aber schon lange nicht mehr. „Das überlasse ich den Profis“, sagt er und erzählt von den Anfängen in der Freiburger Konradstraße. 1985 trafen sich dort vier Absolventen der Freiburger Hochschule für Musik und feilten am perfekten, historisch korrekten Ton. Die Idee: Wie kann man auf jahrhundertalten Instrumenten spielen und mit ihnen einen Klang erzeugen, den die Welt schon hunderte Jahre nicht mehr gehört hat? HIER WEITERLESEN…
