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  • Krise 06/2020
  • Schwerpunkte

Hygieniker und Corona: „Das wichtigste Schutzschild sind die 1,50 Meter“

  • 17. Juni 2020
Ernst Tabori ist Hygienefacharzt, ein seltener Beruf im Gesundheitswesen.(Foto: Alex Dietrich)
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Was nur wenige wissen: In Freiburg ist die Zentrale des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene angesiedelt, dessen Expertise in der Coronakrise stark gefragt ist. Normalerweise berät es Kliniken und Gesundheitseinrichtungen. Ein Gespräch mit dem Ärztlichen Direktor Ernst Tabori über richtiges Verhalten und falschen Aktionismus.

INTERVIEW: DANIEL RUDA

Herr Tabori, Deutsches Beratungszentrum für Hygiene. Das klingt wie eine öffentliche Einrichtung, ist aber ein eigenständiges Unternehmen. Derzeit ist ihre Expertise viel gefragt. Bevor wir zum Thema Corona kommen: Wie sieht ihre Arbeit normalerweise aus?

Wir beraten und unterstützen Krankenhäuser und Einrichtungen des Gesundheitswesens mit Hygienefachkräften sowie fachärztlich und schnüren je nach Bedarf und Wunsch unterschiedliche Pakete in Sachen Hygienemanagement. Unter anderem in Absprache mit dem Bundesgesundheitsministerium und Ärztekammern möchten wir dafür sorgen, dass die Expertise eines speziell ausgebildeten Hygienikers auch möglichst vielen Kliniken zugutekommt. In Deutschland gibt es nicht einmal 100 Hygienefachärzte, fast 40 Prozent kommen aus unseren Reihen. Wir sind ein Unternehmen mit Standorten in ganz Deutschland, das fachlich komplett unabhängig berät und im Grunde wie ein universitäres Institut arbeitet. Das rührt auch daher, dass wir vor etwas mehr als 20 Jahren als Ausgründung aus der Uni Freiburg gestartet sind. Mittlerweile beraten wir rund 1400 Einrichtungen des Gesundheitswesens, vornehmlich in ganz Deutschland und der Schweiz.

In Deutschland gibt es etwas unter 2000 Kliniken und darauf kommen nicht einmal 100 Hygienefachärzte, warum ist diese Expertise solch ein seltenes Gut?

Die Ausbildung zum Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin dauert einschließlich der klinischen Zeit mindestens fünf Jahre. Dazu sind die ohnehin wenigen Ausbildungsstätten  in den letzten Jahren eher noch überschaubarer geworden. Bedauerlicherweise gilt für viele Laien, aber auch angehende junge Ärzte nur die heilende als die „wahre“ Medizin. Ich selbst habe gute zehn Jahre benötigt, bevor ich aus der Akutmedizin zur Hygiene kam. Bis heute sehen viele Menschen, selbst Klinikleiter in der Hygiene, nur einen Kostenfaktor und nicht die Institution, die sie vor weit höheren Kosten und Imageverlust bewahrt. Und auch die Politik schätzt den Wert der Infektionsprävention meist erst, wenn wir einen medial beachteten Ausbruch oder wie jetzt eine Pandemie haben.

Wie erleben Sie derzeit die Coronakrise, darf man annehmen, dass das Telefon nicht stillstand inden vergangenen Wochen?

Vor allem am Anfang war sehr viel los. Als sich im März und April alles so zugespitzt hat, waren viele Fragen im Hinblick auf Hygienemaßnahmen ganz drängend. Auch das Robert Koch-Institut sowie die Gesundheitsämter haben in dieser Zeit unter Hochdruck gearbeitet und viele Fragende an uns verwiesen. Viele Unternehmen wollten und wollen Tipps, welche Hygienemaßnahmen es am Arbeitsplatz zum Beispiel in Produktionshallen und Kantinen braucht. Wie können Mitarbeiter und auch Kunden am besten geschützt werden? Zu diesem Themenkreis haben wir gerade in letzter Zeit ganz viele Anfragen bekommen.

Ungezielte Flächendesinfektion dagegen ist in vielen Fällen unnötiger Aktionismus. Wenn ich zum Beispiel sehe, wie in der Fußballbundesliga Bälle desinfiziert werden, da verdreht man als Fachmann die Augen.

Was raten Sie Firmen derzeit regelmäßig?

Das wichtigste Schutzschild ist schlichtweg, den persönlichen Abstand von 1,50 Metern einzuhalten. Wenn das gewährleistet werden kann, ist schon viel gewonnen. Dort, wo es geht, empfehle ich auch weiterhin das Home Office. Grundsätzlich gilt: Je weniger direkter Kontakt zwischen Menschen, desto besser. Unternehmen sollten neben den Handwaschbecken auch Spender mit Desinfektionsmittel an geeigneten, viel frequentierten Plätzen aufstellen, um die Umsetzung der geforderten Händehygiene zu ermöglichen. Ungezielte Flächendesinfektion dagegen ist in vielen Fällen unnötiger Aktionismus. Wenn ich zum Beispiel sehe, wie in der Fußballbundesliga Bälle desinfiziert werden, da verdreht man als Fachmann die Augen.

Und beim Desinfizieren von Türgriffen?

Als ungezielte „ich-tu-halt-etwas“-Aktion ist auch das nicht zielführend. Das Virus kriecht nicht aus Gegenständen heraus. Selbstverständlich will man Sauberkeit haben, die hygienische Zustände schafft, aber es braucht keine Desinfektionsorgien. Entscheidend ist vielmehr, dass die Instrumente, die die Türgriffe berühren – unsere Hände, regelmäßig gesäubert werden.

Haben Sie das Gefühl, dass in den Köpfen angekommen ist, wie bedeutsam die Einhaltung von Hygienestandards in dieser Pandemie ist?

Es ist ein anderes Bewusstsein aufgekommen, das in jedem Fall. Der Scheinwerfer hat einen Teil seines Lichtstrahls auch auf Themen wie zum Beispiel das richtige Händewaschen geworfen. Das predigen wir schon immer, die Hände sind unsere wichtigsten Instrumente und an ihnen sollten keine krankmachenden Keime sein. Aber Hygiene ist ja viel mehr, da gibt es so viele Detailfragen. Ich würde auch dazu raten, dass Personen, die zum Beispiel in der Firma zum Hygienebeauftragten ernannt werden, eine entsprechende professionelle Schulung bekommen, analog zu den Hygienebeauftragten in Gesundheitseinrichtungen. Das würde uns eine Menge unnützer und womöglich schädlicher Aktionismen ersparen helfen.

In den vergangenen Wochen gab es einige Lockerungen. Die Coronakrise wird uns aber noch eine Weile begleiten, mit welchem Gefühl blicken Sie in die nächsten Monate?

Dass die Wirtschaft vor- und umsichtig wieder hochfährt, ist, wie wir alle wissen notwendig. Grundsätzlich gilt: Wirtschaftlichkeit und Gesundheit sind keine konträren Sachen. Im Gegenteil, das eine bedingt das andere und fördert sich gegenseitig. Unser funktionierendes Gesundheitssystem können wir uns nur aufgrund der guten Wirtschaft leisten und umgekehrt. Wir dürfen aber nicht zu locker und ignorant sein, der Weg, den wir alle gehen müssen, ist immer noch sehr schmal und durchaus nahe am Abgrund. Markige, von wenig Sachverstand getrübte Sprüche wie wir sie vor allem aus Übersee hören, sind weder für die Gesundheit noch die Wirtschaft förderlich.

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