April-Ausgabe 2018: Landfrust?

Mit Blick auf die vielen Hofläden in der Regio, aber auch auf die extrem zunehmenden Produkte, die das Merkmal „Bio“ tragen, könnte man ja auf den Gedanken kommen, dass bei uns in Südbaden sich im Lebensmittelbereich vieles zum Guten gewendet hat – aber, da gibt es doch manche Dinge und Ereignisse, die uns ins Grübeln bringen müssen. So etwa die irgendwie lapidar daherkommende Nachricht, dass wegen der Insolvenz der Milcherzeugergenossenschaft (MEG) Ortenau viele Bauern ihre Milch nicht mehr zu marktüblichen Preisen abgeben können, die Milch sozusagen sauer oder zu Spottpreisen verschleudert wird.

Dahinter stecken natürlich noch andere Probleme. So zeigt sich alleine schon an diesem Milchskandal, dass viele Bauern von Konzernen abhängig sind. Das gilt auch in anderen Geschäftsfeldern, in denen Konzerne ihre Macht auf die Landwirte etwa ausnutzen, um zu Betriebsvergrößerungen zu nötigen, die ursprünglich gar nicht geplant waren und deren Erfolge keineswegs gesichert sind. Eigentlich muss man auch die Sinnhaftigkeit von „Bio“ in Frage stellen, wenn der Umweltschutz nicht mitbedacht wird, also landwirtschaftliche Produkte von weither mit großen Kosten und umweltschädigenden Transporten hierher geschafft werden, wenn doch die regionalen Erzeugnisse mit der Hand greifbar und gut sind. Diesen Fragen geht unser Heft nach, es deckt viele Abhängigkeiten der Landwirtschaft auf, beschreibt aber auch die partiell löblichen Ausnahmen in der Regio. Dafür haben wir uns bei vorbildlichen Demeter-Betrieben umgeschaut, unsere Kollegin Anna-Lena Gröner hat es sich aber auch nicht nehmen lassen, einen Tag in einem konventionellen Betrieb zu helfen und Kühe zu melken.

Denzlingen, die drittgrößte Gemeinde des Landkreises Emmendingen, mit immerhin knapp 14.000 Einwohnern, eine verkehrstechnisch günstig gelegene Ortschaft mit einem blühenden Arbeitsmarkt, stellen wir als interessante Umlandgemeinde vor. Natürlich bieten wir den geneigten Leserinnen und Lesern auch wie immer wichtige Nachrichten und Berichte aus den verschiedenen Märkten und regionalpolitischen Vorkommnissen. Hierfür haben wir übrigens eine verbesserte Gliederung des Hefts eingeführt – keine in Stein gemeißelten Rubriken, sondern schlicht mehr Übersichtlichkeit. Dafür wünschen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, eine aufmerksame und unterrichtende Lektüre bei schönstem Frühlingswetter.

Eine anregende und nachdenkliche Lektüre wünscht Ihnen herzlichst
netzwerk südbaden – der Herausgeber

Daniel Schnitzler