Februar-Ausgabe: Die lieben Nachbarn

Neben vielem anderen hat unsere Regio auch den großen Vorteil des Dreiländerecks. Die seit langer Zeit friedliche Nachbarschaft dreier Länder mit offenen Grenzen hat die individuelle Entwicklung der Schweiz, des französischen Elsass‘ und Südbadens in jeweiliger Autonomie gefördert, zugleich aber durch die Offenheit zueinander auch Kommunikation, Gespräche und Wechselwirkungen in einer weltoffenen Weise verstärkt – dies wird sicherlich auch in Zukunft so sein, so lange keine eisernen Vorhänge oder US-Mauern entstehen.

Den Vorzügen hier stehen andere Vorzüge dort gegenüber – und genau das macht das Reizvolle unserer Nachbarschaften aus. Für die Titelgeschichten durften wir die Regio intensiv erleben: Unser neuer Redakteur Daniel Ruda war einen Tag lang mit einem französischen Bauunternehmer namens Lionel Macor unterwegs, der von Kirchzarten nach Mulhouse pendelt. Dass es mit Macor auch um den französischen Präsidenten Macron ging, überrascht wenig. Die Französin Pascale Mollet-Piffert, Leiterin des Geschäftsbereichs International bei der IHK Südlicher Oberrhein und ebenfalls Pendlerin, war später indes überrascht von Rudas Versprecher-Antwort auf ihre Anmerkung, dass es nach Grenzübertritt auf der deutschen A5 viel hektischer zugeht: „Das hat Herr Macron auch gesagt.“

Bei ihren Recherchen zum vorbildlichen Strasbourger Verkehrsnetz ist unsere Redakteurin Anna-Lena Gröner dagegen an einem Macaron-Laden nicht vorbeigekommen. Später fand sie heraus, dass die „besten Macarons, die sie je gegessen hatte“ von der Konditormeisterin Elisabeth Biscarrat stammen. Sie ist in Frankreich vor allem durch ihren Sieg bei der Fernsehsendung Masterchef (2011) bekannt, brachte seither mehrere Bücher heraus und hat seit 2014 ihren Laden Macarons et Inspirations in der Rue de la Vignette.

Macor – Macron – Macaron: Chefredakteur Rudi Raschke nutzte den soundsovielten Abstecher nach Basel nicht für Süßigkeiten oder Promi-Gespräche, sondern für einen Besuch der Lesegesellschaft auf dem Münsterberg. Einen schöneren Ort zum Lesen kann sich der Zeitungssüchtige seither nicht mehr vorstellen.

Eine anregende Lektüre an einem möglichst schönen Ort
wünscht Ihnen herzlichst

Daniel Schnitzler