Das Labor für Forensische Molekularbiologie an der Uniklinik Freiburg untersucht Spuren – für Ermittlungsbehörden oder Privatpersonen. Ein Interview mit Laborleiterin Sabine Lutz-Bonengel über DNA-Fragmente, Vaterschaftstests und die Suche nach Identität.
Interview: Julia Donáth-Kneer
Frau Lutz-Bonengel, Sie arbeiten in der Rechtsmedizin. Kann man sich Ihren Job für die forensische Spurenanalyse so vorstellen, wie man es aus Krimis kennt?
Lutz-Bonengel: Grundsätzlich ja. Wir erhalten Spurenträger, das können zum Beispiel Kleidungsstücke sein oder bereits gesicherte Spuren wie Wattetupfer. Unsere Aufgabe besteht darin, daraus ein DNA-Profil zu erstellen und dieses mit Vergleichsproben von tatverdächtigen, geschädigten oder berechtigten Personen abzugleichen. Wir liefern die wissenschaftliche Analyse und das Gutachten. Die Interpretation der Ergebnisse übernehmen anschließend Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte.
Und mit welchen Fragestellungen kommen Privatpersonen da zu Ihnen?
Lutz-Bonengel: Sehr häufig geht es um ungeklärte Familienverhältnisse. Ein typischer Fall ist beispielsweise, dass jemand im Erwachsenenalter Zweifel bekommt, ob der rechtliche Vater auch der biologische ist. Manchmal ist er bereits seit vielen Jahren tot oder sogar eingeäschert. Dann beginnt die eigentliche Herausforderung.