Fotografie: Wie sehen wir die Region mit anderen Augen?

Der Freiburger Frank Bale, 44, fotografiert seit sieben Jahren mit einem besonderen Blick Szenen in der Region, die er mit Einflüssen der „New Topographics“ einfängt. Diese Bewegung arbeitete ab Mitte der 1970er Jahre in den USA daran, vor allem die vom Menschen veränderte Landschaft einzufangen: Als „straight und unsentimentimal“ wurden die Werke von Vertretern wie Robert Adams bezeichnet.

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Der Freiburger Fotograf Frank Bale. Foto: Frank Bale

Bei Bale entstehen in der Gegend zwischen Ortenau und Hochrhein mal düstere, cineastisch inspirierte Motive, die beinahe an das Licht in einem David-Lynch-Film erinnern. Auf der anderen Seite stehen minimale Szenen in surreal-hellem Licht und mit Farben, wie sie in der Region selten vorzukommen scheinen – obwohl alle hier aufgenommen sind. Das Licht um scheinbar kalifornische Palmen, die in Breisgauer Gewerbegebieten wachsen, lässt in der Fantasie Raum für ganz eigene Road Movies. Die Schauplätze findet er auf Fahrten durch die Region, die mal das Außergewöhnliche im Alltäglichen, mal das Ländlich- Abseitige zum Thema haben.

Hierzu zählen ein geschlossenes Freibad in Mauchen im Südschwarzwald genauso wie das Motel nahe dem nordbadischen Gaggenau. Oft sind es Orte, die ihren Reiz daraus beziehen, dass sie von allen verlassen erscheinen. Neben den Aufnahmen von Gebäuden, Tankstellen oder öffentlichen Einrichtungen in freier Landschaft stehen bei Frank Bale auch Bands für Porträts oder Models von Stylisten für Fashion-Fotografie vor der Kamera in seinem Atelier. Auch hier schafft er einen außergewöhnlichen Zugang zu einem Genre, welches man in- und auswendig zu kennen glaubt. Ihr Blick auf die Region im Jahr 2019, Frank Bale? „Es gibt hier eine Dynamik, die immer neue Motive entstehen lässt. Auch an den Orten, an denen wir oft vorbei kommen, lohnt es sich nachzuschauen, was dort gerade Neues geschieht. Der Reiz daran? Eine andere Anschauung des alltäglichen Wandels.

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Fotos: Frank Bale