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  • Bauen 03/2026
  • Schwerpunkte

Interview: Sanierung des Freiburger Augustinermuseums 

  • 13. März 2026
Petra Habammer und Ulrich Leiber, Architekten, Im Kreuzgang des Augustinermuseums
Petra Habammer und Ulrich Leiber im Kreuzgang des Augustinermuseums
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Die Architektin Petra Habammer und der Architekt Ulrich Leiber sprechen im Interview unter anderem über die Ehrfurcht vor mittelalterlicher Bausubstanz, bauphysikalische Feinarbeit – und die besonderen Herausforderungen der Arbeit an dem alten Gebäude, in das ein modernes Museum integriert wurde. 

Interview: Christine Weis 

Frau Habammer, Herr Leiber, die Sanierung des Augustinermuseums ist nach mehr als 20 Jahren beendet. Wie fühlt sich das an? 

Petra Habammer: Ich freue mich natürlich und bin auch erleichtert. Ein über 800 Jahre altes Gebäude wie das Augustinermuseum zu sanieren, ist nichts Alltägliches. Ich habe Ehrfurcht vor so einer Bausubstanz, die Jahrhunderte überdauert hat.  

Ulrich Leiber: Das geht mir ähnlich. Und ich bin auch stolz, dass wir gemeinsam als Team die Ziel- und Zeitvorgaben einhalten konnten. Es war nicht selbstverständlich, dass wir als kleines Architekturbüro mit sechs Leuten ein so großes und schweres Projekt bekommen haben.  

Damit meinen Sie den Zeitraum, seitdem Sie übernommen hatten. Sie wurden engagiert, nachdem sich die Stadt 2021 vom Frankfurter Architekten Christoph Mäckler getrennt hatte. Die Baustelle war mit diversen Schwierigkeiten behaftet, wie Feuchtigkeit, Porenschwamm im Dachstuhl, Gebälk und Technikraum. Das war für Sie kein Hinderungsgrund? 

Leiber: Nein. Uns war klar, dass das keine leichte Sache wird. Aber es war auch eine einmalige Gelegenheit. Wir waren ja schon seit 2018 im Gebäude tätig, kannten es gut und wussten, worauf wir uns einlassen.  

Inwiefern?  

Habammer: 2018 bekamen wir den Auftrag für die Sanierung des mit Schimmel befallenen Dachstuhls und der Technikzentrale. Im Sommer 2021 haben wir dann zunächst interimsmäßig übernommen, uns dann beworben und 2022 den Zuschlag erhalten.  

Sie haben demnach viel Expertise in alter Bausubstanz? 

Habammer: Ja. Wir haben schon einige denkmalgeschützte Gebäude im Stadtgebiet wie das Gasthaus zum Roten Bären, das Berthold-Gymnasium und die Stadtbibliothek saniert, aber auch außerhalb etwa die Goldene Krone in St. Märgen. Die Dachstuhlsanierung des Augustinermuseums hat insgesamt recht gut funktioniert. Ich denke, das war auch unsere Eintrittskarte. Wir arbeiten zudem seit über 20 Jahren mit dem für das Museum zuständigen Immobilienmanagement Freiburg zusammen.  

Was waren die Herausforderungen bei dem Projekt, bei dem Sie den dritten Bauabschnitt mit den Bereichen Konvent, Gewölbekeller und Kreuzgang verantwortet haben? 

Habammer: Da gab es viele. Das Arbeiten im laufenden Museumsbetrieb war herausfordernd und die spezifischen Anforderungen – von der Wahrung der historischen Substanz über den Brandschutz bis zur Klimatisierung der Räume und Ausstellungsvitrinen. 

Leiber: Knifflig war die Zusammenfügung aller drei Bauabschnitte zu einer Einheit. Und extrem aufwendig die Bedienung der Baustelle in der Innenstadtlage, enge Zufahrten, kaum Parkplätze für die Gewerke und Zulieferer, permanente Abstimmungen um den knappen Raum. Außerdem mussten wir häufig Passanten fernhalten, die Absperrungen und Hinweisschilder ignorierten, und einfach in die Baustelle reingelaufen sind.  

Erklärt das auch die von Anfang an immer wieder verlängerte Bauzeit, die ursprünglich mal auf acht Jahre angelegt war? 

Habammer: Grundsätzlich ist es außerordentlich kompliziert, ein mittelalterliches Gebäude an die heutigen Standards eines Museums anzupassen. Das Haus wurde zuletzt vor 100 Jahren mit den einfachen Materialien kernsaniert, die nach dem Krieg vorhanden waren. Entsprechend groß war der Instandsetzungsbedarf. Wir mussten Mauerwerke, Deckenbalken oder Auflager zunächst detailliert untersuchen. Den tatsächlichen Umfang konnte man anfangs nicht genau einschätzen, sondern er wurde erst nach und nach ersichtlich. 

Leiber: Bei den ersten beiden Bauabschnitten wurde viel entkernt, rück- und neugebaut. Unser Ansatz war, viel von der historischen Bausubstanz zu bewahren und sorgsam damit umzugehen. 

Können Sie das an einem Beispiel genauer erläutern? 

Habammer: Die Schatzkammer ist dafür ein gutes Beispiel. Der rund 300 Quadratmeter große Tiefkeller mit altem, feuchtem und salzbelastetem Mauerwerk diente vormals als Lager, später als Heizungskeller und ist jetzt Ausstellungsfläche mit kostbaren und empfindlichen Objekten wie dem Adelhauser Tragaltar aus dem 8. Jahrhundert. In so einen Raum gehst du nicht rein mit einer Lösung, die muss man sich erst erarbeiten. Der Schlüssel war letztendlich der bauphysikalische Ansatz, bei dem sich drei unterschiedliche Klimasysteme überlagern: Raumluft, Entfeuchtung und die separat klimatisierten Ausstellungsvitrinen. Um das stabile Klima in den Ausstellungsräumen zu gewährleisten, haben wir eine Raum-im-Raum-Lösung entwickelt. In der Schatzkammer ist die Klimatechnik nicht hinter einer Wand, weil das Mauerwerk sichtbar bleiben sollte, sondern im Boden, integriert in den Vitrinen und in einem separaten Bereich im Osthof untergebracht. 

Die Technik ist gut versteckt, von ihr sieht man nichts.  

Leiber: Das ist gewollt, denn niemand kommt ins Museum, um Klima- oder Lichttechnik zu studieren, sondern wegen der Kunst. Aber auch das Gebäude ist ein Kunstwerk und die Sanierung eine spannende historische Erzählung darüber, wie und mit welchen Materialien früher und heute gearbeitet wird. Bei der Restaurierung konnten wir auch Primärdokumente, etwa Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert und barocke Stuckdecken, freilegen. 

Gab es weitere schöne Überraschungen? 

Leiber: Das Gebäude ist hinlänglich historisch untersucht. Mit ganz großen Unbekannten konnte man eigentlich nicht rechnen. Dennoch gab es einige Entdeckungen. Bei den Arbeiten im Kreuzgang kam etwa der 50 Zentimeter tiefere Bodenbelag zum Vorschein. Die Vorstellung, dass sich darunter noch Gräber befinden, fand ich faszinierend. Wir haben auch Mauerwerke von einstigen Bürgerhäusern freigelegt, die zwar von Plänen bekannt waren, aber noch niemand je gesehen hatte. 

Wie viele Menschen waren auf der Baustelle insgesamt beschäftigt? 

Leiber: Über die gesamte Zeit hinweg waren es sicher über 1000 Handwerkerinnen und Handwerker und bestimmt mehr als 50 verschiedene Gewerke von der Elektrik über Restauratorik bis hin zum Vitrinen- und Fensterbau. Und dann nochmal um die 50 Planerinnen und Planer. Unser Anspruch war es, eine Art Bauhüttencharakter zu schaffen. Das heißt: Eine Zusammenarbeit aller Beteiligten auf Augenhöhe. Die Idee dazu hatte Bauphysiker Niels Lomer, der leider im vergangenen Jahr gestorben ist. 

Welche Erkenntnisse haben Sie aus der Arbeit am Augustinermuseum gewonnen? 

Habammer: Die Erkenntnis, dass jedes Jahrhundert seine Spuren hinterlässt. Ich bin gespannt, wie sich das Museum in Zukunft mit Leben füllt und weiterentwickeln wird. 

Leiber: Für mich ist es auch die Einsicht, dass ressourcenschonendes Bauen keine Erfindung der Gegenwart ist. Es wurde vieles wiederverwendet und integriert. Diese Haltung an dem alten Bauwerk abzulesen, fand ich bemerkenswert.

Petra Habammer (59) stammt aus Bayern und studierte Architektur in München. Ulrich Leiber (60) wuchs in Emmingen bei Tuttlingen auf. Nach einer Ausbildung zum Maurer absolvierte er ein Architekturstudium in Konstanz. Kennengelernt haben sich beide in den 1990er-Jahren im Architekturbüro von Manfred Morlock in Schallstadt. Nach weiteren beruflichen Stationen gründeten sie im Jahr 2000 zunächst eine Bürogemeinschaft und 2015 das Unternehmen „Habammer Leiber Architekten Partnerschaft“.

Kreuzgang und Innenhof sind wie Osthof und Zinnengarten frei zugänglich. Rechts: Sakrale Kunst in der Schatzkammer. Fotos: Patrick Seeger und Marc Doradzillo
Das Augustinermuseum hat eine lange Geschichte: Erbaut im 13. Jahrhundert als Klosteranlage der Augustinereremiten, zogen 1784 die Augustinerbrüderaus und die Franziskaner ein. 1821 kaufte die Beurbarungsgesellschaft Freiburg das Gebäude. Kurzfristig wurde es als Kaserne und Munitionslager, von 1823 bis 1910 als Stadttheater genutzt, und seit1923 ist es Museum. 2002 hat der Gemeinderat die Sanierung beschlossen. Das Projekt wurde in drei Bauabschnitten realisiert. Den Auftakt bildete die Erneuerung der ehemaligen Klosterkirche, es folgte das Haus der Graphischen Sammlung und zuletzt der Abschnittmit Kreuzgang, Konvent und Gewölbekeller. Die Gesamtkosten inklusive festverbauter Einrichtung belaufen sich auf 95,44 Millionen Euro. In der Sonderausstellung „FREI_Raum“ wird das Museum im Wandel der Zeit dokumentiert. Insgesamt gibt es 3400 Quadratmeter Ausstellungsfläche, auf der Kunst- und Kulturgeschichte der Region präsentiert werden.
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