Die Hochschulen für öffentliche Verwaltung melden Rekorde bei der Bewerbung um Studienplätze. Warum sind Jobs im öffentlichen Dienst beliebt, der Ruf der Bürokratie aber so schlecht? Darüber und über die Frage, ob die nächste Generation die kommunale Verwaltung von Grund auf modernisieren kann, spricht Joachim Beck, Rektor der Hochschule Kehl.
Interview: Julia Donáth-Kneer
Herr Beck, die beiden baden-württembergischen Hochschulen für öffentliche Verwaltung Kehl und Ludwigsburg erlebten 2025 einen regelrechten Ansturm: Es gab mehr als 1000 Bewerbungen für den Bachelorstudiengang „Public Management“ sowie 300 für „Digitales Verwaltungsmanagement“. So viele Studienplätze stehen nicht mal zur Verfügung. Wie erklären Sie sich das gewaltige Interesse?
Joachim Beck: Vordergründig könnte man sagen, es liegt an der konjunkturellen Lage. Denn immer, wenn es in der Wirtschaft nicht gut läuft, steigt das Interesse an einer Tätigkeit in der öffentlichen Verwaltung. Das kann man mit historischen Daten belegen. Wir meinen aber auch, dass es mit unseren Bemühungen zu tun hat, die Verwaltung bei jungen Menschen anders zu positionieren.
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