Der Kreis ist aus der Wirtschaft kaum wegzudenken: Für Produktionsprozesse nutzen Menschen seit jeher Rotationsbewegungen – vom steinzeitlichen Bohrer bis zur präzisen Drehteilefertigung. Und um die Material- sowie Energieeffizienz zu verbessern, arbeitet man heute zudem verstärkt an zirkulären Konzepten.
Text: Kathrin Ermert
Strenggenommen ist der Kreis eine geometrische Figur: eine Kurve, also ein eindimensionales Gebilde, und keine zweidimensionale Fläche, geschweige denn ein dreidimensionaler Körper. Dennoch sehen wir überall Kreise, weil wir Kugeln, Kegel, Zylinder und vieles mehr dafür halten. Sonne und Mond, Räder und Rollen, Deckel und Dosen, Teller und Tassen. Auch Baumstämme sind rund, und Menschen nutzten sie schon lang vor der Erfindung des Rads, um schwere Lasten zu bewegen. Sie drehten Stäbe, um Feuer zu entfachen, und spitze Steine, um Löcher zu bohren. Das universelle Prinzip der Rotation wurde auf Fertigungsprozesse übertragen und stetig weiterentwickelt, von Rad, Achse, Töpferscheibe und Spinnrad in der Antike bis zu Drehereien, die heute noch diese Region prägen.
Fehler minimieren: Der PDCA-Kreis
Sehr früh entstand allerdings das Problem, wie man Kreis- in lineare Bewegungen umformt“, sagt Alexander Sauer. Der 49-Jährige hat Maschinenbau studiert und als Professor für Fertigungstechnik gearbeitet, ehe er ans Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart kam, das er gemeinsam mit Thomas Bauernhansl leitet. …
Circular Economy: Kooperationen aufbauen
„Recycling ist aber die letzte Stufe der Kreislaufwirtschaft“, betont Sauer. „Sie fängt schon beim Produktdesign an.“ Darin stimmt er mit Anna Reiners überein. „Am Anfang schon mitdenken, was am Ende rauskommen soll“, sagt die Geschäftsführerin der Circular Black Forest gGmbH. …