Liebe Leserinnen, liebe Leser,
seit ziemlich genau vier Jahren ächzt die Bauwirtschaft unter schlechten Bedingungen, hohen Kosten und wieder vorhandenen Zinsen. Die Branche hat sich bislang kaum vom abrupten Ende des langen Baubooms durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erholt. Und als diese Ausgabe entstanden ist, war nicht absehbar, ob der Krieg im Nahen Osten die zarte Hoffnung eines Aufschwungs wieder zerstört, die im Wohnungsbau noch nicht einmal richtig angekommen war. Hier hinkt die Nachfrage dem Angebot besonders hinterher, weil Bauen nicht nur teuer, sondern auch kompliziert geworden ist. Auf den folgenden Seiten geht es deshalb um viele Vorschriften und Ideen für Vereinfachungen ebenso wie um die wachsende Angst von Bauleuten und um den Abschluss einer besonders langwierigen Baustelle mitten in Freiburg: Umbau und Sanierung des Augustinermuseums.
Doch wir haben auch Positives zum Thema recherchiert. Vielerorts wird derzeit gebaut, das zeigen die großen öffentlichen Baustellen der Region, die die Redaktion zusammengetragen hat. Es entstehen Großkliniken, Windräder, Wärmenetze, eine Wasserstoffleitung, Straßen- und Schienen sowie ein ganzer Stadtteil. Wir porträtieren zudem die Firmen Biehrer, die sich auf Eichenholzdielen spezialisiert hat, und MSG Krandienst, der Kräne vermietet und bei Bergungen hilft. Und der Bericht über den Bau von Unterkünften in Kodok im kriegsgebeutelten Südsudan, der aus Freiburg heraus koordiniert wird, relativiert unsere eigenen Probleme.
Bauen steht auch bei weiteren Unternehmen, über die wir in dieser Ausgabe berichten, auf der Agenda: Beckesepp realisiert derzeit unter anderem einen weiteren Supermarkt am Hauptsitz in Oberried, und der Fensterbauer Hilzinger regelt seine Nachfolge. Zur Lektüre empfehle ich Ihnen zudem das Ortsporträt Herbolzheim, die Reportage vom Regionalentscheid „Jugend forscht“ – und wie immer gerne all unsere Rubriken.
Viel Vergnügen damit.
Ihr Daniel Schnitzler – Herausgeber Netzwerk Südbaden