Daniel Hormann hat sich mit dem Offenburger „Foxx“ einen Traum verwirklicht – ein liebevoll gefü hrtes Ladenlokal mit Verkauf und Verzehr netter Kostbarkeiten.
VON RUDI RASCHKE
Wir wiederholen uns in der Rubrik „Mittagstisch“ einmal mehr: Ein vergleichbarer Gastronomiebetrieb ist im Oberzentrum Freiburg nicht vorhanden – einladend, für Geschäftsleute wie für Mütter, auf einen feinen Geschenkwein oder ein stabilisierendes Curry, großstädtisch eingerichtet, aber auch heimelig. Seit 2018 gibt es das „Foxx“ im neugebauten Geschäftsgebäude „Bizz“ und schon das Setting ist beachtlich:
Eher in Stadtrandlage, wenn auch auf Sicht zur dominierenden „Hubert Burda Media“ findet sich hier gegenüber vom OBI, neben einem Budget-Hotel ein Verwaltungshaus moderner Prägung. Das Architekturbüro Müller + Huber hat einem schlichten Vierstöcker eine Gitterfassade mit astartigen Y-Netzen verpasst, die nachts illuminiert ist. Die Mieter sind Finanzleute, Statiker und Ingenieure, im Büro-Penthouse besetzt der Glamourerprobte Medienagent Kari Albermann oben den Abschluss des Hauses mit Blick über den Rhein bis Frankreich. Für den stattlichen Sockel im Erdgeschoss sorgt Daniel Hormanns „Foxx“.

Hormann ist ein beachtlicher Quereinsteiger: Gastronomisch war er davor im Durbacher Weingut Schloss Staufenberg tätig, die Lehre absolvierte er klassisch im Freiburger „Colombi“ . Beachtlich ist das insofern, als er ein Umsteiger ist, der zuvor der Finanzwelt den Rücken gekehrt hat und studierter BWLer ist. Was man dem „Foxx“ aber nicht anmerkt. (Das ist positiv gemeint.)
Mix aus Delikatessengeschäft und Imbiss
In seinem Deli, per Definition ein Mix aus Delikatessengeschäft und Imbiss, serviert er eine regionale Spezereien aus unglaublich vielen Quellen, von Croissants aus dem elsässischen Ebers- heim über die Weine vom Riesling-Guru Alexander Laible bis zum Spitzen-Essig von Theo Berl aus Kehl. Bis auf den Rum (aus Worms) ist die Auswahl maximal regional.
Manches ist verspielt dekoriert, aber für einen zwei Jahre alten Neubau wunderbar gemütlich, manches schaut richtig urban aus. Es gibt Frühstück bis 12 Uhr, Mittagessen und Snacks bis am Vorabend.
Für knapp zehn Euro gibt es mittags beispielsweise einen gebratenen Zander (9,90 €) oder drei kleine Fleischküchle (8,90 €), beide mit Kartoffelpüree, aber auch ein Roastbeef mit Ofenkartoffeln (9,90 €) oder ein schlichtes Pastagericht mit Tomatensoße (6,90 €). Es herrscht Self-Service bei der Bestellung, in der Stoßzeit bilden sich leichte Schlangen, die aber fröhlich abgearbeitet werden.

Die Gerichte sind so portioniert, dass Arbeitskraft und Laune für nachmittags nicht gegen null gehen. Und sie sind so gekocht, dass man Spaß daran hat. Die Fleischküchle sind in der Form eher Bällchen, aber klassisch mit geröstetem Wecklewürfel drin und nicht zu trocken durchgebraten. Die Petersilie gibts als Gremolata mit frischem Zitrusabrieb obenauf. Zum Püree, das hier ausnahmsweise mal nicht wie ü berall sonst zum urwüchsigen „Kartoffelstampf“ umgedichtet ist, gibt es eine helle Rahmsoße. Klasse auch das Roastbeef mit eigener Remoulade, und wer auf der Tageskarte, die Hormann nicht wöchentlich, sondern täglich neu zusammenstellt, nichts findet, hat als Deli-Klassiker immer ein Curry mit Reis zur Verfügung. Mit frisch gebratenen Hühnerteilen, die einen schönen Duft aus Durchreiche in der Kachelwand verbreiten.
Ein Wort noch zu Freiburg: Hier hat mit dem „Rädle“ in der oberen Altstadt ein vergleichbares Konzept im vergangenen Spätsommer eröffnet (wir berichteten). Und bereits eine erste Sinnierpause und Umorientierung hinter sich, was das Laden- Sortiment, aber wohl auch die Mittagsspeisen angeht. Wie ein Selbstverständnis als „Lokalmarkt“ (Foxx-Definition), ohne Luxusmarmelade oder Jahrgangs-Fruchtsaft ausschaut, zeigt der Blick in die Ortenau.
Foxx Deli
Freiburger Straße 41, Offenburg Öffnungszeiten:
Mo. bis Sa. 8.30 bis 18.30 Uhr www.foxxdeli.de
