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Nachhaltigkeit: „Wir müssen grüner bauen“

  • 26. Januar 2021
flor-design
Der 80 Quadratmeter große Wandgarten u.a. mit Lavendel, Rosmarin und Gräsern am Badenova Gebäude in Freiburg schützt die Fassade vor hohen Temperaturschwankungen und bindet jährlich rund zwei Tonnen CO2. Foto: flor-design
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Gebäudebegrünung trotzt dem Klimawandel und ist ein gutes Investment. Flor-design aus Freiburg-Lehen begrünt seit fast 30 Jahren Dächer und Fassaden. 1992 waren sie damit noch Exoten, heute sind sie angesagt, denn Notwendigkeit und Markt wachsen.

VON CHRISTINE WEIS

„Wir können nicht Hektar für Hektar Flächen zubauen und uns dann wundern, warum es keine Insekten mehr gibt“, sagt Klaus Wegenast, Geschäftsführer und Gründer des Garten- und Landschaftsbaubetriebs flor-design. Das Problem macht er an der Freiburger Businessmeile vom IHK-Gebäude bis zum Basler Tor deutlich: „Ich sehe nur Glas, Beton, Pflaster und ein paar mickrige Bäume. Wenn da eine Biene durchfliegt, kommt sie sich vor, als wäre sie im Grand Canyon“. Ein Stück weiter gegenüber vom Hauptbahnhof steht mit dem Volksbanktower der nächste neue Glas-Gigant. Am Bau des Hamburger Stararchitekten Hadi Teherani lässt es sich noch nicht erahnen, aber auf und in ihm werden sich bald Pflanzen ausbreiten. Auf den Dachterrassen entstehen nutzbare Gärten mit Regenwasserbewirtschaftung, die Innenhöfe werden ebenfalls begrünt. Flor-design hat den Pflanzplan mit Kräutern, Stauden, Gräsern und Gehölzen schon geschrieben. Bald wurzeln Bäume auf dem Hochhaus. Das mag den ein oder anderen milde stimmen, der sich noch mit Ärger an die Abholzung der 47 Bäume rund um die Volksbank zum Baubeginn 2017 erinnert.

Positive Faktoren von Gebäudebegrünung auf Klima, Bauwerk und Energiekosten

Gebäudebegrünungen, egal ob Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünungen, haben eine ganze Reihe an positiven Wirkungen. Die aktuelle Fachinformation des Bundesverbands GebäudeGrün (BuGG) liest sich wie eine Umweltbibel: Pflanzen binden CO2, filtern Feinstaub, dämpfen Lärm, sind Lebensraum für Insekten und wirken temperaturregulierend.  Mit der Regenwasserbewirtschaftung wird Wasser gespeichert und versickert nicht ungenutzt oder lässt bei Platzregen die Kanalisation überlaufen.

Die pflanzliche Verkleidung liefert auch Vorteile für das Gebäude: Durch die Verdunstung und Beschattung wirkt sie wie eine Isolierschicht. Beobachten lässt sich das etwa am Green City Hotel im Freiburger Stadtteil Vauban. Die sogenannte erdgebundene, begrünte Seilfassade ist im Sommer ein natürlicher Filter- und Sonnenschutz und im Winter ermöglicht sie unbelaubt die Nutzung der Sonnenwärme. Langfristig lassen sich dadurch Betriebskosten für Heizung und Kühlung drosseln oder machen die Klimaanlage gar überflüssig.

Für die wandgebundene Variante der Fassadenbegrünung hat Wegenast das System greencityWALL entwickelt. Die statische Konstruktion mit gefüllten Pflanzelementen schmückt etwa das Badenova Gebäude im Industriegebiet Freiburg Nord und umhüllt demnächst den Green City Tower der Firma Unmüssig im Güterbahnhofareal. 4300 Quadratmeter Fläche werden an dem 52 Meter hohen Gebäude bepflanzt. Mehr als 50.000 immergrüne Gewächse wie Lavendel, Rosmarin, Farn und Salbei verleihen dem Tower dann zurecht seinen Namen. An dem Gebäude untersucht Architekt Wolfgang Frey zusammen mit der Uni Freiburg und dem King’s College London die Auswirkungen von ökologischen Baukonzeptionen auf das Klima. Wegenast gibt ein Beispiel: „Die Luftverwirbelungen, die durch den Bewuchs entstehen, können wie Luftpolster wirken und das Gebäude natürlich dämmen, dadurch sinkt der Energiebedarf.“
Von solchen Vorteilen lassen sich immer mehr Bauherren überzeugen. So begrünt flor-design demnächst beim Betonsteinhersteller Birkenmeier in Niederrimsingen rund 1300 Quadratmeter einer neuen Industriehalle.

“Wir können nicht auf der einen Seite die Flächen versiegeln und auf den anderen Seite viel Geld für Hochwasserschutz- und Renaturierungsmaßnahmen ausgeben.“

Grüne Oasen gibt’s nicht umsonst, das nachhaltige Grün hat seinen Preis für Statik, Pflanz- und Bewässerungssystem sowie Wartung und Pflege. Der Landschaftsarchitekt und Geschäftsführer Tobias Buchen, der den Bereich Dachbegrünung bei flor-design verantwortet, hat dazu eine klare Meinung: „Wir müssen den Klimawandel aufhalten. Hierzu brauchen wir mehr Vegetations- und Verdunstungsflächen in Städten und Industriegebieten.” Dabei sei Gebäudebegrünung ein wichtiger Baustein. Zukünftig würden die Effekte der Maßnahme und nicht die Kosten an erster Stelle stehen. “Wir können nicht auf der einen Seite die Flächen versiegeln und auf den anderen Seite viel Geld für Hochwasserschutz- und Renaturierungsmaßnahmen ausgeben.“

Forderung nach grünen Bauverordnungen 

Laut Buchen findet das Thema Nachhaltigkeit beim Bau noch zu wenig Gehör – obwohl die Europäische Union Gebäude für 40 Prozent des Energieverbrauchs und für 36 Prozent der CO2-Emission verantwortlich macht. Der Druck wächst auch für die Baubranche, denn die EU will bis 2050 klimaneutral werden. Gebäudebegrünung ist klimaschonend. Der Landschaftsarchitekt fordert daher mehr politisches Handeln. Finanzielle Förderprogramme sind in seinen Augen allerdings der falsche Weg und nur für den privaten Bauherrn sinnvoll. Gebäudebegrünung sollte verbindlich in den Bebauungsplänen verankert sein. „Wenn ich die großen Gewerbegebiete entlang der A5 wie in Eschbach oder Lahr anschaue, dann sehe ich auf den großen Hallen kein einziges begrüntes Dach. Der Onlinehändler Zalando mit zirka 70.000 Quadratmeter Dachfläche müsste zur Begrünung durch Auflagen verpflichtet werden.“ Andere Städte und Kommunen seien da schon weiter und integrierten das Grün in den Anforderungskatalog. Buchen nennt Karlsruhe, Heidelberg, Stuttgart, Ditzingen oder Überlingen, wo flor-design gerade das Parkhausdach der Therme fertigstellte. 2020 begrünten die Freiburger insgesamt rund 200.000 Quadratmeter Dachfläche im süddeutschen Raum – vom Carport des Häuslebauers bis zur Industriehalle  eines Autozulieferers in Weil mit 38.000 Quadratmetern

Trend auf dem Dach: Beete und Gärten

Auf dem 1900 Quadratmeter großen Dach des Freiburger Fraunhofer Instituts für Kurzzeitdynamik (Ernst-Mach-Institut EMI) sorgen Pflanzen und Erde für ein gutes Mikroklima. Es gibt Sitzmöglichkeiten und Aufenthaltsflächen, vorgesehen ist auch ein Nutzgarten für Mitarbeiter. Foto: Flor-Design

Im Gegensatz zu den vertikalen Gärten, die von vielen Architekten eher noch als Kunst am Bau verstanden werden, ist die extensive Dachbegrünung mit einem robusten Pflanzenteppich gängig. Seit einiger Zeit im Trend: die intensive Dachbegrünung mit Gemüse- und Kräuterbeeten sowie Gartenanlagen als Aufenthaltsbereiche. Buchen hält auch Dächer von Gewerbeimmobilien, Baumärkten oder Einkaufscentern für gut geeignet, um diese für Gärten zu nutzen. Das stellt Anforderungen an die Statik, ist aber machbar und hat sich bereits vielerorts als Standardbauweise etabliert.  Um zu sehen, was in dem Bereich alles möglich ist, muss man über Südbaden hinausschauen. Das Bürohaus „Kö-Bogen II“ von Christoph Ingenhoven in Düsseldorf – auch der Architekt des Freiburger Rathauses im Stühlinger – ist von acht Kilometer Hainbuchenhecke ummantelt. Auf der Calwer Passage in Stuttgart entsteht ein Wäldchen. In Oberhausen krönt ein Kräutergewächshaus auf dem Jobcenter.

In Einklang auf dem Dach: Photovoltaik und Pfanzen

Ein weiterer Trend ist die Kombination von Photovoltaik (PV) und Begrünung. Nach Angaben des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland erhöht sich die Leistungsfähigkeit einer PV-Anlage auf einem begrünten Dach im Sommer um bis zu 20 Prozent. Grund dafür ist, dass sich die Anlage weniger aufheizt, weil die Pflanzen etwa im Verhältnis zu Metalldächern die Sonnenstrahlen kaum reflektieren.

Grüne Gebäude sind bei Investoren gefragt 

Auch bei Investoren spielt die Öko-Bilanz der Gebäude zunehmend eine wichtigere Rolle. Mit Nachhaltigkeit lässt sich nicht nur das eigene Image aufpolieren, sondern sie lässt sich auch gut vermarkten. Öko-zertifizierte Immobilien unterliegen laut der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) einer Wertsteigerung um durchschnittlich sieben Prozent. Welche Kriterien von Immobilienanlageprodukten erfüllt werden müssen, damit sie mit Zusatz „nachhaltig“ verkauft werden dürfen, wird ab März mit der EU-Offenlegungsverordnung streng geregelt. Es ist ein Umdenkungsprozess ist im Gang. „Gerade die großen, spektakulären Gebäude wie das Hochhaus Bosco Verticale in Mailand oder der Kö-Bogen II sind Referenzprojekte, durch die den Investoren und Anleger klar wird, dass man mit Grün punkten kann“, sagt Tobias Buchen.

Für die Pflege der 20.000 Sträucher und 800 Bäume am Mailänder Wolkenkratzer Bosco Verticale sind drei Gärtner im Dauereinsatz. Die Mehrkosten pro Mieter und Monat beziffert das Magazin „Brand eins“ monatlich auf stattliche 1500 Euro pro Mieteinheit. Wer dort wohnt, lässt sich die grüne Oase auch was kosten.

Gerade in urbanen Zentren mit Hitzestress und hohen Feinstaubbelastungen ist Grün unverzichtbar. In Singapur etwa hat man das längst verstanden. Der Stadtstaat ist weltweit führend in der Begrünung von Gebäuden. Mit den extremen Umweltbelastungen Singapurs ist die Region Südbaden (noch) nicht konfrontiert. Klaus Wegenast macht dennoch die Dringlichkeit deutlich: Zwischen seinem Wohnort in der zentralen Freiburg-Wiehre und dem Betriebshof im Westen zeigt sein Thermometer ganzjährig drei Grad Unterschied an. Für ihn gibt es keine Alternative: „Wir müssen grüner bauen, sonst kommen wir an unsere Grenzen, das sollte Investoren und Bauträgern klar sein, die Politik kann nur den Rahmen setzen.“  Wenn sich grüne Architektur durchsetzt, dann fliegen bald auch mehr Bienen durch die Businessmeile.

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