Resin: Zwischen Aufbruch und Auslaufmodell

Die Resin GmbH aus Binzen bei Lörrach hat sich zu einem modernen Dienstleister gewandelt – hat einen ansehnlichen Neubau eingeweiht und weitet sein Geschäftsfeld aus. Der Grund ist eine sich verändernde Gesellschaft und Arbeitswelt.

Von Katharina Müller

Handelsunternehmen befinden sich im Umbruch: Bei der Resin GmbH & Co KG machen inzwischen rund 40 Prozent des Geschäfts angebotene Dienstleistungen aus: Früher verkaufte sie reine Office-Artikel, heute Büro-Services, ein Bereich, der auch in der Zukunft ausgebaut werden soll.

Neues Gebäude und erweitertes Geschäftsfeld: Forum für Tagungen, Business-Events und Veranstaltungen, aber auch Handel und Dienstleistungen: Das „reforum“ in Binzen. Foto: resin

Damit ist Resin kein Einzelfall, sondern steht auch für den strukturellen Wandel in der Industrienation Deutschland: Seit der Nachkriegszeit wird konsequent der Weg in eine Dienstleistungsgesellschaft beschritten, vor 10 Jahren arbeiteten bereits über 70 Prozent aller Beschäftigten in dem sogenannten „tertiären Sektor“.

Bei Resin reifte die Idee für die Veränderung schon 2013 heran und inzwischen ist sie zur handfesten Unternehmung geworden. Visionär und innovativ ist dabei nicht nur das neue Gebäude, das gerade eingeweihte Forum für Tagungen, Business- Events und Veranstaltungen bildet das Fundament eines größeren Vorhabens. Es ist ein stilvoller Ort. Modernes Ambiente und architektonisch so feinsinnig und dynamisch gestaltet wie die Idee selbst.

Der Eingang ist gesäumt von aufwändigen Stählen, innen dominiert Schlichtheit und Form. Mit viel Licht und Glas wirkt das „reforum“ im kargen Gewerbegebiet Dreispitz fast oasenhaft. Wohlfühlen sollen sich Tagungs- und Seminarteilnehmer, in Pausen auf den geschwungenen Emporen stehend, zwischen Büromöbeln und Lampen, von Vitra oder Artemide, denn Designanspruch herrscht auch beim Interieur.

Und trotzdem gibt sich Geschäftsführer Friedrich Resin bescheiden und erklärt: „Die weiteren Ideen sind auch erstmal Versuche, mal sehen wie sich das weiterentwickelt und was daraus noch entsteht. Letztlich wissen wir es jetzt nicht“, wie so oft bei unternehmerischen Entscheidungen. Gespür, Vortasten.

netzwerk südbaden

Geschäftsführer der resin GmbH & Co. KG: Bernd Thörmer, Heidi Tilz und Friedrich Resin

 

Die Events vor Ort stemmt Resin allerdings nicht selbst, sondern hat Partner hinzugeholt: Eine Agentur kümmert sich um Veranstaltungen, ein Caterer um die Verpflegung. Die Arnold Einrichtungskultur hat im Haus einen Showroom für Büromöbel – stilsicher und inspirierend. Und resins Büro-Artikel und dazugehörige Leistungen gibt es auch im stationären Office- Shop, der jedoch nur noch einen Teil des Kerngeschäfts von resin ausmacht.

 

Büromöbel und Lampen gibt es bei der Arnold Einrichtungskultur im reforum in Binzen. Foto: resin reforum

Inzwischen gehören auch digitale Archivierung und Dokumente-Management dazu sowie entsprechende Hard- und Software rund um das Büro, bei Problemen kümmern sich Techniker und Informatiker. Friedrich Resin weiß, was die Bedürfnisse heutiger Arbeitswelten sind. Rundumsorglos Pakete in Sachen Büro und Organisation, ob Reinigungsarbeiten, Postdienstleistungen, Co-Working-Arbeitsplätze oder Office-Boxen, temporär anmietbar.

Er erklärt: „Es gibt Geschäftsleute aus der Schweiz und Deutschland, die sich auf halber Strecke treffen, da bietet sich Binzen neben der Autobahn an“. Vielleicht gibt es in Zukunft sogar auch eine E-Bike-Vermietung und Telefon- und Erreichbarkeits- Services, so die Vision. Recht ungewöhnlich wirken allerdings noch die Rückzugs-Räume für Yoga und Massage. Wenn die Gesellschaft aber in den nächsten Jahren noch flexibler wird, die Grenzen zwischen Privatem und Arbeit immer weiter verschwimmen, dann ist die Idee, auch Entspannungsorte zu integrieren, genau richtig. Dann sind es nicht mehr nur die Workaholics mit eng getakteten Terminkalendern, die sich in Pausen behandeln lassen, damit bei aller Effizienz in der Arbeitswelt das eigene Selbst nicht auf der Strecke bleibt.