VDU: „Wir sind inzwischen eine Marke“

Ein Fest mit hohem Besuch zelebrierte Mitte Mai der Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) in Berlin, als Bundeskanzlerin Angela Merkel dem weiblichen Wirtschaftsverband zu seinem 65-jährigen Jubiläum Glückwünsche aussprach. Auch eine 18-köpfige Reisegruppe vom Landesverband Baden hatte sich in die Hauptstadt aufgemacht, wo neben dem Festakt die Jahresversammlung, Workshops und Vorträge auf dem Programm standen. Martina Feierling-Rombach, die Vorsitzende des Landesverbandes Baden, war natürlich dabei. Auf dem Rückweg bekam sie in Mannheim den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg für ihr ehrenamtliches und öffentliches Engagement – auch im VdU – verliehen.

Von Daniel Ruda

Der VdU hat in Berlin seine Jahresversammlung mit der Feier zum 65-jährigen Jubiläum verknüpft. Wie war es in Berlin, Frau Feierling-Rombach?
Das waren drei außergewöhnlich tolle vollgepackte Tage. Die musste ich danach erst einmal auf mich wirken lassen. Es gab ein breites Programm samt Vorträgen und Workshops, die Kommissionen haben getagt, Preise wurden verliehen und es gab einen schönen Festakt. Dass die Bundeskanzlerin dabei ein kraftvolles Grußwort gesprochen hat, in der sie über die Rolle der Frau in der Wirtschaft gesprochen und erklärt hat, dass es da noch viel zu tun gibt, war natürlich ein Highlight.

Ganz besonders schön war dann einfach die Stimmung am Abend des Festakts, da haben über 300 Frauen miteinander getanzt und es herrschte solch eine tolle Stimmung, die den VdU ja auch ausmacht. Egal, ob 30 oder 70 Jahre alt, da hatte jede Frau ihren Spaß.

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Martina Feierling-Rombach beim Netzwerken: Die Freiburgerin wurde bei der Mitgliederversammlung in Berlin in den ehrenausschuss gewählt. (Foto: ©Pedro Becerra / STAGEVIEW)

Von Berlin zurück nach Südbaden: Wie sehen Sie als Vorsitzende des Landesverbandes Baden die Rolle des VdU in der Region?
Ich bin seit mehr als zehn Jahren Mitglied im VdU und ich denke, wir haben hier als Unternehmerinnen zusammen tolle Arbeit geleistet. Wir sind über die Jahre sichtbarer geworden und haben unser eigenes Profil entwickelt. Dabei haben zum Beispiel Kooperationen wie etwa mit netzwerk südbaden und auch einige Veranstaltungen geholfen. Zudem sind wir über die sozialen Medien stark präsent und wir haben einen eigenen Newsletter.

Es sind solche Dinge, bei denen wir Wert darauf legen, dass sie auf unsere Region und die Strukturen unserer vor allem mittelständischen Unternehmen ausgerichtet sind. In der Region kennt man uns, wir sind eine nicht mehr wegzudenkende Stimme für die weibliche Wirtschaft. Mit 140 Mitgliedern sind wir innerhalb des gesamten VdUs sogar der stärkste Landesverband und damit auch Wegbereiter für verbandsinterne Verbesserungen.

Im Unterschied zu anderen Verbänden ist beim VdU immer wieder von einer besonderen Atmosphäre die Rede …
Ja, die gibt es bei uns wirklich. Es gehören bei uns Frauen ja Emotionen dazu. Und dieses Potenzial muss man wecken. Man muss den Menschen auch in der Wirtschaft emotional gegenübertreten können und nicht nur sachlich, das ist schon eine Botschaft des VdU. Es freut mich vor allem, dass sich unter den Mitgliedern Freundschaften entwickeln, und dass daraus dann auch Geschäfte entstehen können. Dass unsere Unternehmerinnen einfach Interesse aneinander haben, darauf kommt es an.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Rede. (Foto: ©Pedro Becerra / STAGEVIEW)

Wie unterstützt der VdU junge Unternehmerinnen?
Die Käthe Ahlmann Stiftung, die zur Gründerin des VdU Bezug nimmt, hat das Programm TWIN aufgelegt. Das steht für „Two Women Win“ und bringt für ein Mentoringprogramm junge Gründerinnen mit erfahrenen Unternehmerinnen zusammen. Ich selbst nehme daran jetzt zum zweiten Mal teil und unterstütze ein Jahr lang intensiv eine junge Kollegin.

Neben regelmäßigen Treffen und Gesprächen gehen wir zum Beispiel auch zusammen auf Seminare, in denen aktuelle Themen aufgegriffen werden. Es geht in diesem branchenübergreifenden Programm aber nicht um nur fachliche Beratung. Daher sind zum Beispiel Persönlichkeitsbildung, Auftreten und Netzwerken wichtige Themen.

Welche Bedeutung hat die Rolle der Frau in der südbadischen Unternehmenswelt?
Wir sind da auf einem guten Weg. Durch den VdU lerne ich viele tolle junge bewundernswerte Frauen kennen, die hervorragend ausgebildet sind und die ihren Weg gehen werden. Die wissen ganz genau, was sie wollen. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist da gar kein großes Thema mehr, die haben das organisiert. Da bin ich immer wieder sehr glücklich, dass da eine deutliche Veränderung zu erkennen ist im Vergleich zu meinen Anfangszeiten als Unternehmerin.

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Unternehmerinnen lauschen bei einem Workshop. (Foto: ©Pedro Becerra / STAGEVIEW)

Welche Ziele strebt der VdU in der Region in den nächsten Jahren an?
Die Stabilisierung, wir sind ja schnell gewachsen. Dass es uns gelingt, durch Kooperationen auch mit männlich dominierten Verbänden mehr an den gemeinsamen Themen zusammenzuarbeiten. Die großen politischen Ziele können nur gemeinsam gelöst werden. Ich wünsche mir, dass wir beispielsweise mit dem WVIB oder der IHK noch mehr zu einem Schulterschluss kommen und als gleichberechtigter Partner wahrgenommen werden. Natürlich sind wir im Vergleich sehr klein, aber wir sind inzwischen eine Marke.

Zum Abschluss, wenn Sie den VdU mit drei Begriffen beschreiben sollten, welche wären das?
Dynamisch, zukunftsorientiert, weiblich. Unverbindliche