Seit 19 Jahren ist er eine feste Größe in der Politik der Ortenau, zurzeit als Oberbürgermeister von Offenburg. Jetzt hat Marco Steffens angekündigt, bei der nächsten Wahl nicht wieder anzutreten. Seine Familie brauche ihn, das sei mit dem höchsten Amt der Stadt nicht vereinbar. Eine überraschende Entscheidung, die die Frage aufwirft: Wie anstrengend ist Kommunalpolitik?
Text: Julia Donáth-Kneer
Marco Steffens strahlt, als er Ende Januar im Offenburger Rathaus zum Gespräch begrüßt. Er wirkt entspannt und gut gelaunt. Wie jemand, der nach langem Ringen weiß, wo es hingeht. Und im Prinzip ist es genauso. Anfang des Jahres gab der Offenburger Oberbürgermeister offiziell bekannt, bei den Wahlen im November nicht wieder anzutreten. Er sei sich über die Weihnachtstage mit seiner Familie einig geworden: „So ein Amt ist nicht immer nur eine Belastung für den Amtsträger, sondern immer auch für die Familie. In diesem Jahr durch den anstehenden Oberbürgermeisterwahlkampf in besonderer Weise.“ Seinen Eltern gehe es inzwischen gesundheitlich nicht gut. „Insbesondere mein Vater braucht meine Unterstützung und mehr von meiner Zeit.“ Das sei mit seiner Arbeit und den zusätzlichen Anforderungen eines Wahljahres kaum zu vereinbaren.