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Hanhart 1882: Tickt richtig

  • 21. Mai 2026
Hanhart_Stoppuhrenproduktion
Hanhart fertigt laut eigener Aussage die einzige mechanische Stoppuhr Europas.
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Der größte Teil der Uhrenproduktion hat den Schwarzwald längst verlassen. Aber einzelne Unternehmen haben den Strukturwandel überstanden, wie die Firma Hanhart, die in Gütenbach mechanische Stopp- und Armbanduhren sowie seit Kurzem Kuckucksuhren produziert.

Text und Fotos: Nils Theurer

Leise rieselt aus den Lautsprechern Radiomusik über die Uhrmachertische. Rund zwei Dutzend Arbeitsplätze reihen sich in der Gütenbacher Uhrenfabrik aneinander, viele davon sind speziell für einzelne Arbeitsschritte eingerichtet. Zum Beispiel das Ablängen der spiralförmigen Unruhefeder, eine Präzisionsaufgabe, die für die Ganggenauigkeit der Uhr sorgt. Eine der vier Uhrmacherinnen nietet Minutenzeiger auf Stoppuhren. Zwanzig Stück, dann montiert sie Sekundenzeiger. Auf den Zifferblättern liegen jeweils vier Linien zwischen den Sekunden-Markierungen, die Uhr misst und zeigt also 0,2 Sekunden. „Wir haben auch Uhren, die Zehntel- und Hundertstelsekunden messen“, erklärt Simon Hall.

Der 43-Jährige ist einer der beiden Geschäftsführer der Hanhart 1882 GmbH. Die Firmierung beruft sich auf die nun 140 Jahre währende Tradition des Unternehmens, das heute rund zwanzig Vollzeitstellen zählt. Weit entfernt von den ehemals 200 Uhrmacherinnen und Uhrmachern, die einst dicht nebeneinander arbeiteten. Jene Zeiten sind vorbei, aber seit der Neustrukturierung vor zwölf Jahren ist die Entwicklung bemerkenswert. 2014 übernahm die GCI Mangement Consulting GmbH aus München das Unternehmen und strukturierte es neu, gliederte zum Beispiel den Stoppuhrenbereich nach dessen Insolvenz wieder in die Gesellschaft ein. Seitdem entwickelt sich Hanhart in gleichmäßigen Schritten. „In den vergangenen sechs Jahren wuchsen wir jährlich im Schnitt 20 Prozent“, sagt Hall.

Für Labore und Nostalgiker

Der Uhrenhersteller widmet sich erfolgreich zwei Nischen. Zum einen sind das hochwertige Armbanduhren. Die meisten Werke, sogenannte Kaliber, bezieht Hanhart von Sellita, einem Spezialisten aus dem Schweizer Jura. „Sellita beliefert zwar nicht Rolex oder Patek Philippe, aber einige andere namhafte Hersteller“, betont Hall. „Wir machen kein Geheimnis daraus und optimieren die Werke sogar.“ Hanhart-Uhren gelten als hochwertig, ästhetisch und vergleichsweise erschwinglich. Sie kosten zwischen 1000 und 3000 Euro pro Stück.

Simon Hall

„Bei den mechanischen Stoppuhren lautet das Ziel, Jahr für Jahr eine schwarze Null zu schreiben.“ — Simon Hall, Geschäftsführer Hanhart

Die zweite Nische ist schmaler: Hanhart fertigt laut eigener Aussage die einzige mechanische Stoppuhr Europas. Die Modelle mit Symbolcharakter nutzten einst Sportlehrer und Trainer. Seit mehr als zehn Jahren sind sie aber nicht mehr bei internationalen Wettkämpfen zugelassen, erläutert Tobias Oberwittler vom Badischen Leichtathletikverband. Denn Zehntel- oder Hundertstelsekunden-Anzeigen sind heute Pflicht. Nur bei kleineren Veranstaltungen seien mechanische Handstopper noch erlaubt. „Heute beliefern wir vor allem Industriekunden“, sagt Felix Wallner (39), der zweite, insbesondere Geschäftsführer von Hanhart. „Einige Modelle haben Mineralglas, das ist gegen Säuren, Laugen und Lösungsmittel resistent“, erläutert er die besonderen Qualitäten. Labore ordern laut Wallner mechanische Stoppuhren für explosionsgeschützte Bereiche, weil die keine Zündquelle sind. Außerdem bestellen Armee-Zulieferer bei Hanhart, weil mechanische Stoppuhren nach sogenannten EMP-Angriffen, also sehr starken elektrischen Impulsen, noch funktionieren. Und etliche Oldtimer-Liebhaber kaufen die Handstopper. „Das sehen wir in unseren Bestellungen, ab Frühjahr trainieren die mit unseren Uhren stilecht für Zeitfahrten“, berichtet Wallner.

90 Prozent Fertigungstiefe

Mechanische Stoppuhren bestehen aus ähnlich vielen Teilen wie Armbanduhren, das Preisniveau unterscheidet sich jedoch. „Wenn jemand eine Armbanduhr mit Manufakturkaliber und 90 Prozent Wertschöpfung ‚Made in Germany‘ in der Hand hält, erscheinen 2000 Euro als gutes Angebot“, erklärt Wallner. „Bei einer Stoppuhr für 1000 Euro fehlt diese Emotionalität.“ Obwohl die Technik vollkommen ebenbürtig sei. Auch Stoppuhren enthalten winzige Lager-Rubine, welche die Uhrmacher an einem eigenen Arbeitsplatz einzeln eindrücken. Hier leben die Gütenbacher Uhrenbauer auch Tradition, Wilhelm Julius Hanhart, der Sohn des Firmengründers Johan Adolf Hanhart, entwickelte vor 102 Jahren die erste bezahlbare Stoppuhr. Die mechanischen Präzisionsmesser sind zwar nicht genauer als heutige Stoppuhren-Apps. Faszinierend sind Produkt wie Fertigung dagegen unbedingt.

Felix Wallner

„Im Uhrenbereich muss man langfristig denken.“ — Felix Wallner, Geschäftsführer Hanhart

Ein ganzes Stockwerk nimmt allein die Teilefertigung für die mechanischen Stoppuhren ein. Im zweiten Obergeschoss des Firmengebäudes gibt es ein kleines Museum, doch die eigentliche Attraktion ist die noch aktive Stoppuhrenproduktion. „Die Fertigungstiefe liegt bei über 90 Prozent und der Zusammenbau ist deutlich aufwendiger als bei Armbanduhren“, erklärt Hall. Die winzigen Stoppuhrteile werden aus Stahl und Messing gestanzt und verarbeitet: Sperrklinken, Ankerräder, Werkplatten, Unruhen. Die meisten Maschinen, auf denen nebenbei Kleinteile für das Riesenrad der Gütenbacher Modellbaufirma Faller entstehen, sind robust und alt. „Neue würden sich nicht amortisieren“, sagt Hall. Bei den mechanischen Stoppuhren laute das Ziel, Jahr für Jahr eine schwarze Null zu schreiben.

Hanhart_Uhrenproduktion
Viele Maschinen von Hanhart sind robust und alt. Sie stanzen winzige Teilchen für die Uhrwerke aus Stahl und Messing. Und nebenbei auch Kleinteile für das Riesenrad der benachbarten Modellbaufirma Faller. Die Technik von Stoppuhren ist der von mechanischen Armbanduhren ebenbürtig. Sie enthalten winzige Lager-Rubine, die die Uhrmacher an einem eigenen Arbeitsplatz einzeln eindrücken.

Kürzlich hatte er aber doch vier Maschinen gekauft. „Ein Zulieferer hatte sie uns angetragen, wir waren für dieses Spezialteil sein einziger Kunde, jetzt stehen sie bei uns.“ Hall, selbst Uhrmacher, kann alle Maschinen bedienen und jedes Kaliber einbauen. Er besucht regelmäßig Uhrmacherschulen, um Nachwuchs zu gewinnen. In Deutschland gibt es neun Schulen, drei davon in Baden-Württemberg. Die vier Uhrmacherinnen und -macher in der Armbanduhrenabteilung, ein Stockwerk über den Stoppuhren, optimieren die zugekauften Sellita-Kaliber. Auf einem Umlaufprüfgerät müssen alle Uhrwerke sechs Tage lang ihre Genauigkeit beweisen. Was die Uhrenfabrik nicht selbst produziert, kaufe sie bewusst ein, betont Hall. Das Armbandleder komme aus Deutschland, die nachtleuchtende Farbe der Zifferblätter, zweites Beispiel von einem Schweizer Hersteller. Es sind Kosten, die kurzfristig natürlich optimierbar wären. „Im Uhrenbereich muss man aber langfristig denken“, erklärt Wallner. Er ist sich sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. Privat geführte Marken wie Rolex, Audemars Piguet oder eben auch Hanhart schnitten laut Branchenberichten besser ab als börsennotierte Konzerne. „Quartalsergebnisse sind nicht alles“.

Ziel: Ohne Schulden wachsen

„Im Luxusuhrensegment muss man viel Geduld mitbringen, ohne unruhig zu werden, wenn sich der finanzielle Erfolg nicht unmittelbar einstellt“, sagt Markus Wenner, Geschäftsführer GCI-Management. Ziel der Mutterfirma sei, dass Hanhart ohne große Fremdverschuldung wachse. Die größten Investitionen seien zu Beginn der Restrukturierung aufgelaufen, seit einigen Jahren finanziere das Schwarzwälder Traditionsunternehmen sein Wachstum selbst – unter anderem, weil die Gesellschafter keine Gewinne abzapfen. „Wir verzichten bisher auf eine Dividende, da wir von einer weiteren positiven Entwicklung überzeugt sind“, sagt Wenner. Die Jahresproduktion umfasst derzeit einige tausend Armbanduhren sowie mechanische Stoppuhren und vor allem elektronische Stoppuhren, etwa 25.000.

Einen Teil der Uhren verkauft Hanhart direkt online, Armbanduhren auch über Händler. Weltweit sind es ein paar Dutzend, in Südbaden vier. „Hanhart-Kunden brauche ich kaum zu beraten, die wissen meist schon etwas zur Historie, zu Gütenbach und zur Qualität und kaufen sie genau deswegen“, berichtet der Freiburger Juwelier Andreas Kühn. Ein Argument ist zudem die Reparatur. Hanhart bringt beispielsweise 30 Jahre alte Stoppuhren wieder zum Laufen und setzte abgefallene Stoppuhrendrücker von Armbanduhren wieder an. Gelegentlich produziert Hanhart auch limitierte Modelle, manches aus dem Standardprogramm ist ebenfalls häufig ausverkauft. „Wir kommen bei manchen Modellen einfach nicht mit der Produktion hinterher“, sagt Wallner. Die gelegentliche Knappheit liege mitunter am vorsichtigen Wareneinkauf. Die Zukäufe von Kalibern wollen Hall und Wallner nur moderat steigern, um liquide zu bleiben. Zumal sie gerade anderweitig eingekauft haben: die Kuckucksuhrmanufaktur Anton Schneider Söhne. Der Traditionsbetrieb aus Schonach bestand seit 1848 und ging im vergangenen Jahr insolvent. Seitdem riecht es im dritten Obergeschoss von Hanhart nach Holz.

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